1137 Kranewitt
Kräpfel 1138
kran und kranch, kranche, mnd. im 14. Jh. wran; in der 2. Bed. 1664 bei Duez Kran, aber bereits clevisch 1477 craen. Benannt nach dem Kranich(s. d.) wegen der Ahnlichkeit mit dem Halse und Schnabel dieses Vogels. Schon gr. Tépavoc f.«Kranich) und«Kranꝰ.
Kranewitt, s. unter Krammetsvogel.
Kranich, m.(Jels, Pl.-e): großer asch- grauer Sumpfvogel mit langem spitzigen Schnabel. Mhd. kranech, kranich, Kranch, auch schwachbiegend kraneche, Kranche, bis- weilen mit Umlaut Krench, Pl. Krenche, ahd. chranuh, chranoh, chranih m., mittels der Ab- leitungssilbe-uh(vgl. ahd. habah m. Habichto, got. ahaes f. Taubey) von spätmd. Krane, krone, and. crani(2), mnd. Krane, Krãn, krõn m., 1477 clevisch craen(vgl. Kran); dazu ags. ceran u. cornoch m., engl. crane, anord. trana f. und frani m., schwed. trana, dän. trane. Ur- verwandt mit glbd. gr. Tépavoc f., kelt.-kymr. garan, abg. zeravi m., lit. gérvé f., arm. Kunk, lat. grus f.(Gen. gruis), das sich mit ahd. chreia, kreia«Kräanich» berührt. Dazu auch lit. garnis m.«Storch, Reihery.
krank, adj.(Komp. Kränker, Sup. krünkest): leidend schwach. Mhd. kranc«schwach(zu- nächst körperlich, dann auch geistig), arm- selig, schlecht, schmal, schlank»; erst, nachdem im 13. Jh. bei md. cranc die Bed.«gebrech- lich, leidendy(der sunden widerstrit V. 1257, Gießener Hdschr. von 1278) auftauchte, ent- wickelte sich und tritt auf im 14. Jh. die Bed. cleidend schwach», die dann im 15. Jh. so geläufig wird, daß im 16. Jh. das in dieser Bed. übliche siech(s. d.) in eine engre Be- deutung verdrängt ist. Ahd. nur in Krankolõn «schwach werden, straucheln⸗ erhalten. Dazu rheinfränk. im 11. Jh. crank«gebrechlich, ge- lühmt⸗, mnd. Kranke«schwach, ohnmächtig, schlecht, gering), mndâl. cranc schwach, schlechty, afries. Kronkk«zum Tode leidend schwachs, ags.(selten) cranc«gebrechlich, hinfällig, anord. Krangr«schwächlich» und (aus dem Deutschen entlehnt) rankr, schwed.- dän. Krank«krank». Gleichen Stammes wie ags. cringan, erincgan, crincan(Prät. orang, eranc, Part. crungen, cruncen) chinsinken, im Kampfa fallen⸗, engl. crank«Krümmung?, das zu lit. grez à«wende, drehen gehört. 43L. Kränke, f.: Krankheit, dann Krämpfe, be- sonders aber die fallende Sucht, ein Fluch- wort, mhd. krenke f.«Schwäche». kränkeln, v., 1639 bei Zincgref Apophth. 310 Kränckelen. kranken, v., mhd. kranken«schwach, leidend
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
werden oder sein». kränken, v.: geistig empfindlich wehe tun, mhd. Krenken«schwach, gering, leidend machen, schwächen, mindern, erniedrigen, herabsetzen, in Kummer ver- setzen?; dazu Kränkung, f., 1691 bei Stieler. krankhaft, adj., 1691 bei Stieler, kKranck- hafftig 1664 bei Duez. Krankheit, f., mhd. Krancheit, Krankeit f. Schwäche», aber dann im 14. Jh. wie heute. kränklich, adj., mhd. kranc-, krenclich«schwächlich, armseligy, 1508 in der Straßburger Gemma C 8⁴ krancklich in der heutigen Bed.«dauernd leicht krank»; Kränklichkeit, f., 1734 bei Steinbach. ZUS. Krankenhaus, n., 1678 bei Krämer, aberschon um 1480 im Voc. inc. teut. n 62 Kranckhufß.
Kranz, m.(tes, Pl. Kränze): reifförmiges Züergeflecht; umfangender Kreis. Mhd. Kranz, ahd. im 10. Jh. kranz m.(zunächst schmückende Binde des Hauptes, Lockenkranz); eigentüm- lich hochdeutsch, in andre german. Sprachen entlehnt. Entweder nach Lidén Stud. 16 zu lit. grandis m., grandélé f.«Armband, apreuß. grandis«xRing», lett. grõds«starkgedreht, drall» oder aus*xrange-(vgl. Lenz) zu Kringel(Btr. 29, 502). Vgl. Krätze. 4BL. Kränzchen, Kränzlein, n., mhd. Krenzelin, krenzel, md. im 15. Jh. Krenachen n.; in der Bed.«reihum- gehende Gesellschafty 1691 bei Stieler Kränz- lein, 1616 bei Albertinus Lucifers Königreich 199 L. Krantzmahl und Kräntzelmahl der Weiber, kölnisch im 15. Jh. krentzgen(Diefen- bach-Wülcker 715) und 1513 krenalin(Lilien- cron 3, 110 ⁵b) von geheimen politischen Ge- sellschaften, urspr. benannt nach dem Königs- kränzchen, das bei Schützenfesten den Sieger schmückte, aber dem Ort des Gewinners die Verpflichtung auferlegte, das nächste Schießen zu halten(von ort zu ort ein kranz halten ZfdA. 3, 243 vom J. 1602), auch bei den Musik- kränzchen des 16. und 17. Jh. ging ein Kranz reihum(Grimm DW. 5, 2058), ebenso bei den Schmauskränzchen des 16. Jh.(Gargantua 74). kränzen, v., 1512 bei Murner Narrenbeschw. 94, 62 Krentzen, ahd. Part. Kkachranztaz, ahd. Glossen 2, 398, 37.
Kräpfel, m.(-s, Pl. wie Sg.): in Fett gebackne kleine Kuchenart. In der Wetterau Fem.(kräppel), in Thüringen Mask., bayr.- österr. Krapfl n., mhd. krepfelin n., im 15. Jh. repfil, um 1480 im Voc. inc. teut. 1 5 a Krapffel; dazu md. im 12. Jh. und mnd. kreppelen, jetzt Kreppel, obersächs. Kreppelchen n., Dim. zu 1Krapfen, m.(-s, Pl. wie Sg.): eine Art Kuchen in Fett gebacken. Nur noch obd.,
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