1135 krall
Kran 1136
krall, adj.: grell(Lessing 6, 509, Herder
z. Lit. u. K. 11, 357). Nd. von den Augen das Adj. krall«lebhaft, durchdringend hell, grall«scharfsichtigy.
Kralle, f.(Pl.-n): hakenförmig gebogner scharfer Nagel der Tierzehe. Im 16. Jh. rale (1576 bei Mathesius Luther 101 2, 106 a) und Krelle f., 1663 bei Schottel Kralle, 1691 bei Stieler Gralle. Vgl. mhd. grelle f.«Stech- gabel beim Fischfang und als Waffe». Nach Detter ZfdA. 42, 56 aus*radlo- zu kratzen. 4 BL. krallen, v.: mit hakenförmigen Spitzen kratzen. 1691 beiStieler grellen, grallen, krallen, im 18. Jh. bei Räüdlein Krellen, bei Ludwig, Aler, Steinbach und Adelung nur Krällen, 1482 im Voc. theut. r 3 b rellen, mhd. um 1100 chrellen (in bichrellen). krallicht, krallig, adj.: mit Krallen versehen, 1691 bei Stieler grallicht.
Kram, m.(Jlels, Pl. Kräme): Warenbude zum Feilhalten; Kleinhandel; Klein-, Kurz- waren. Mhd. u. mnd. grüm m. causgespannte Zeltdecke, Bedachung eines Kramstandes, Kaufbude, Kaufmannsware, Handelsgeschäft, einzelnes erkauftes Stück», mhd. auch Kräme, Kräm f.«Krambude, Ware»; dazu clevisch 1477 crame«ausgespannte Decke, Vor-, Um- hang, Kindbett), in letzter Bed. auch mnd. krãm m., ndl. eraam f., eig.«die Gardine, hinter der die Wöchnerin liegt. Ahg. gramu m.«Weinladen, Schenkey, könnte verwandt sein. Daneben steht abg. dremu Zelty, dessen Verhältnis zu unserm K. nicht klar ist. Wahr- scheinlich ein altes Handelswort. Vgl. noch Johansson Idg. Forsch. 8, 171. Davon kramen, V., urspr. kaufen(noch in Südwestdeutschland), jetzt s. v. a. warenartig, dann suchend hin- und herlegen. Mhd. Krämen«Kramhandel treiben, einkaufen), bes. ein Geschenk. Krämer, m. (s, Pl. wie Sg.): Kleinhändler, früher Kramer (noch vielfach in Kramerinnung), mhd. krã- mœre, krämer, krœmer, ahd. krämari m. Krämervolk, n., verächtliche Bezeichnung der Engländer seit Ende des 18. Jh., zurück- gehend auf Ad. Smiths Ausdruck nation of shopkeepers. Vgl. Ladendorf. Krämerei, f., mhd. Främerie, Erœmere f. Krämerin, f. mhd. Krämerinne.
Krambämbuli, m.: Danziger Wachol- der- oder Kirschbranntwein(vgl. Lachs). In der ersten Hälfte des 18. Jh.; dazu schwüb. westfal. Krambambel«Schnapsv. Nach Schrö. der Streckformen 208 aus*rambel, das zu Wrammet, s. Krammetsvogel, eig. Wacholder⸗ gehört, also Wachholderschnapss. V
*
krammen, v.: mit sich zusammenaiehen- den Klauen empfindlich und verletzend fassen (Goethe 17,94.50, 164). Mhd. um 1400 krammen, noch schweiz.-elsäss. und nordfränkisch. Im Ablaut zu krimmen(s. d.). HRram(me)tsvogel, m.(-s, Pl. võögel): Wacholderdrossel. 1691 bei Stieler Krammelts- vogel, im 16. Jh. Krammet-, Kramat-, Kramats- vogel, im 15. Jh. krambit-, kranbitvogel, 1482 im Voc. theut. r 32 vramwidfogel, mhd. im 13. Jh. Kramwitvogel. Von mhd. kranerwite m. (spätmhd. chranbit, chrambid, cramat, chramad), ahd. Kranawitu n.(auch chranpoum m.)«Wa- cholderstaude», noch bayr. vxranewett, Krane- wittn f., eig.«Kranichholz», zgs. aus der alter- tümlichen Form von Kranich(md. krane, kran, s. Kran) und ahd. Witu n.«Holzs. Krampe, f.(Pl.-n): Türhaken, in den der Riegel des Schlosses einschnappt; Buch- haken, das Buch zuzuhalten(1775 bei Adelung cim gemeinen Leben»). In der 1. Bed. 1647 bei Olearius 134 Krampe, aufgenommen aus gleich- bed. md. und mnd. krampe f., and. Krampo (auch ndl. kram, kramme f., engl. cramp); dafür mit hochd. pf 1517 bei Trochus R 3a Kramphe, ahd. chramph m.«Haken?, neben dem ahd. Adj. chramph gekrümmt»(daher entlehnt afranz. cranpi czusammengekrümmt’, franz. crampon m. cKlammery, ital. grampa f. «Kralle»). Zu ahd. chrimphan, mhd. Lrimpfen ckrumm oder krampfhaft zusammenziehen. Vielleicht urverw. mit lett. gru'mba Runzel, Falte; ausgefahrnes Wagengeleise», gru'mbt «Runzem bekommeny. 4 BL. krampen, v.: festklammern, 1785 bei Voß Ged. 1, 171. Krampf, m.(-ſels, Pl. Krämpfe): krank- haftes Zusammenziehen der Muskeln. Mhd. krampf m., aber spätahd. schwachbiegend chrampho m. wie noch 1469 mrhein. Krampfſfe m.(Voc. ex quo); dazu and. crampo m., mnd. Krampe m., ndl. Tramp f., engl. cramp. Eins mit Krampe. Vgl. noch Krumm. 4 B T. krampfen, v.: in Krampf zusammenziehen (Goethe 19, 48 u. 15, 1, 18), spätmhd. Krempfen. krampfhaft, adj., Kramer 1787. krampffg,
adj., 1482 im Voc. theut. r 3 b vrampfig, um 1480
im Voc. theut. n 6 b krempfig«krampfsüchtig». ZUS. Krampfader, f., 1561 bei Maaler. Kran, m.(-Lels, auch-en, Pl.-e, en, Kräne; die schwachflektierten Formen sind im Veralten): Hebezug für Waren; Zapfröhre mit einer senkrecht durchgesteckten dreh- baren kleinern, zu Offnung und Verschluß. In der 1. Bed. spätmhd. im 15. Jh. krane,


