Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1133-1134
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1133 Kragen

Krakelwerk 1134

Heeresmacht, Menge, Fülle⸗, md. kraft und auch(nach dem Nd.) kracht, mit abgestoßnem t kraf; dazu asächs. craft m. f., ndl. Kracht f., afries. krecht, ags. crœft m. in jenen beiden ersten Bedeutungen und daun«Wissenschaft, Kunst»(dann engl. craft«Fertigkeit, Kunst, Handwerk, Lists), anord. krapir, kröpty, krapti m. Krafto, schwed.-dän. kraft. Dazu wohl norw.-dial. kräv«tüchtig, starks», isl. Krfr astark, tapfer». Weitre Beziehungen fehlen. Vgl. aber KZ. 37, 389. Aus dem Dat. Sing. die Präp. kraft, als urspr. Subst. den Gen. regierend, durch den Kanzleistil im 16. Jh. eingeführt(Augsb. Reichsabschied 1566 Bl. 45), aber bereits im 17. Jh. auch bei guten Schrift- stellern gebraucht, gekürzt aus älterm in, aus, mit Kraft(15. Jh.), wie statt für anstatt, auch im Pl. 1385 in kreften(Städtechron. 1, 240, 25). 4BL. kräftig, adj., mhd. kreftic, Kreftec, ahd. kreftig; dazu mnd. krachtig, ags. erœftig, anord. xröptugr. Davon kräftigen, v., mhd. kreftigen, ahd. chreftigõn, daneben mhd. Kreften. 2ZUS. Kraftbrot, n., 1548 bei Ryff Apothek 258². Kraftbrühe, f., bei Goethe 20, 405. Kraftgenie, n. Schlagwort des letzten Viertels des 18. Jh. Vgl. Ladendorf. kraft- los, adj., mhd. krefte-, raftlõs. Kraftmehl, n., 1517 bei Trochus K 4 5b krafftmel. Kragen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Hals(einen beim Kragen nehmen); Kleidungsstück od.-teil um den Hals. In beiden Bed. mhd. schwach- biegend krage, um 1100 chrage(Schlund, Gen. 15, 6); dazu mnd. krage, nndl. kraag m., engl. crag Hals, Nacken». Urverwandt vielleicht gr. Bprxoc, pxéoc m. Kehle, Gurgels, air. bräge«Nacken'», lit. gurklis m., serb. grlo n. Kehley. Der Pl. obd. schon im 16. Jahrh. Krägen(Fischart Garg. 316). Im Mhd. auch Scheltwort, z. B. ein lôser krage Renner 349, noch nhd. Geialcragen m. Geizhalsy, Neid- kragen m. cneidischer Menschs. Die Dimi- nutiva Krägelchen, Kräglein, n., mhd. kregelin«Hälschenꝰ, Kragel Halsbekleidungs. Kragstein, m.: aus einer Mauer hervor- ragenderStein(dann auch Eisenstab) als Träger eines Balkens. Mhd. 1325 kragstein, thür. im 14. Jh. krainstein(verkürzt aus kragenstein), wie 1427 im Frankf. Baumeisterb. 30 à kragen. Bildliche Anwendung von Kragen(Hals). Krähe, f.(Pl.-n): Name eines Vogels vom Rabengeschlechte. Mhd. krä, älter Krüe, kräwe, mit den Nebenformen Krowe, krô, krœje, kreige,&rége, kreie, ahd. krãja, kruava, krãa, krã f., dazu and. krã)a, mnd. kreie,

kreige, mndl. craie, nndl. kraai, ags. crãuoe f., engl. crow Krähes(dafür anord. Kräka f. Krühe», Krälcr m.«Rabe»). Ableitung von krähen. ZUS. Krähenauge, n.: Leichdorn (1537 bei Dasypodius Kreenaug); Fruchtkorn der Brechnuß(1618 bei Schönsleder das Dim. Kraineugl). Beides nach Ahnlichkeit mit einem Auge der Krähe. Krähenfuß, m.:: (im Plur.) krakelige Schrift, im 16. Jh. bei Schweinichen 1, 28 Krohnfüße. Krähen- hütte, f.: Hütte zum Schießen der Krähen. 1763 bei Heppe Wohlred. Jäger.

krähen, v.: singen, vom Hahn oder wie dieser. Mrhein. 1469 kKréhen, mhd. Krœjen, kraœn, mit den Nebenformen xraigen, Kreigen, kréwen, ahd. chräjan, krãwan, krãen, krähen; dazu and. kräen, mnd. Kregen, Kreigen, Kreien, ndl. kraaien, ags. cräan(Starkflekt. Prät. crsοο), engl. crou, dafür got. hrükjan. Ver- wandt mit abg. grajati, lit. gröti«krächzen.

Krähwinkel, Dorfname in Baden, Schwa- ben und Westfalen, wegen des wunderlichen

Klanges 1803 von Kotzebue als Schauplatz V seines LustspielsDie deutschen Kleinstädter gewählt und dadurch zum Musterbild klein- städtischen Spießbürgertums geworden. Schon ahd. Chrãuwwinchil, eig.«abgelegne Waldstelle, wo Krähen nisten.

Krake(n), m.(-n(sl, Pl.-n): sagenhaftes nordisches Seeungeheuer, zu dem wahrschein- lich die große Tintenschnecke Sepia octopodia Anlaß gegeben hat. 1775 bei Adelung, aus norweg. Kralije m.

Krakéel, m.(els, Pl.-e): der Hader, das Häündelsuchen. 1629 bei Diefenbach-Wülcker 714 crackel, 1663 bei Schottel Krakehl m., aufgenommen aus mnd. krakele, ndl. krakeel. Herkunft unklar. Vgl. Schröder Streckformen 126. Davon krakéelen, v. und Krakéeler, m., 1691 bei Stieler Krackehlen, Krackehler.

krakelig, adj.: unsicher auf den Füßen. Auch von unsichrer Schrift gebraucht. Nd. und nnd. Wohl zu Kracke, das urspr.«etwas Unan- sehnliches, Schwaches» bedeutete. krakeln, V.: krakelig schreiben, kritzeln. Md. und nd.

Kräkeln, s. Krickeln.

Krakelwerk, n.: wunderlich wirres Bau- werk, bei Goethe 33, 145. Zu Krakel f. dürrer Baum mit Zweigen»(1754 bei Döbel Jäger- practica 2, 217 b Krackel),«sperriges Geäst» (1561 bei Maaler die Graglen), schles. grãgel f. cdürrer gabelförmiger Zweig», grägelaverk Sperrwerk des Daches», oberd. grageln adie Beine spreizeny.