1131 Kötze
Kraft 1132
Entlehnt afrz. cote f.«langes Oberkleid, nfrz. cotte f.«Kleidꝰ, prov. cota, auch in redingote (= engl. riding-coat«Reitrock»), s. Kutte. Kötze, f.(Pl.-n): geflochtner Rückentrag- korb, lünglicher beiderseits vom Rücken eines Tieres hangender Tragkorb. In Mitteldeutsch- land, Franken. Md. im 15. Jh. Xotze(Rothe Dür. Chron. Cap. 437), rhein. im 15. Jh. kötze (Diefenb. gloss. 127), mrhein. im 16. Jh. Kütz f. (Weisth. 2, 528), vgl. Kieze. Mit 1Kot zu- sammenhängend. kotzen, v.: hustend ausspeien, sich er- brechen. 1482 im Voc. theut. r 12 Kotzen, 1466 koczen(Diefenb. nov. gl. 385 b, wo auch sich bekotzen aus dem Anf. des 15. Jh.), rhein. im 15. Jh. Kutzen. Lautnachahmend wie das glbd. kõöken(s. d.). 4L. kotzern, v. impers:: zum Erbrechen reizen, 1537 bei Dasypodius. Krabäte, m.(-n, gewöhnlich nur im Pl. -n), gekürzt Krabat: muntres, wildes Kind. Im Scherze. Alternhd. und noch munqdartlich. Krabate statt Kroat, abg. Chrübatini. Im 30 jähr. Krieg aufgenommen. Vgl. Krauwatte. Krabbe, f.(Pl.-/): kleiner runder See- krebs;(bildlich) regsames muntres Kind, reg- sames muntres kleines Tier. Im 18. Jh. auch Mask. nnd Neutr., im 16. Jh. xrabe, krah f., 1505 in der Straßburger Gemma t 5 b xrabbe und 1513 verhochdeutscht krappe f., aufge- nommen aus mnd. Krabbe f.(Diefenb. gl. 445 vom J. 1420); dazu ndl. Krab f., ags. crabba m., engl. crab, anord. krabbi m., schwed. krabha, dän. Krabbe, verwandt mit Krebs, Krabbeln (s. d.). Anklingend, aber nicht verwandt gr.- lat. cäãrabus, gr. xdpaßoc m.«Meerkrebs. krabbelig, adj.: mit Händen und Füßen ungemein regsam, 1691 bei Stieler xrabelicht. Von krabbeln, v.: woran viel tasten oder regsam greifen; die Füße regend kriechen. Im 15. und 16. Jh.(z. B. bei H. Sachs Fab. 330, 54) und selbst noch mitunter bei Goethe krabeln, mhd. Krappeln(Megenberg 193, 35), 1482 im Voc. theut. m 7² grappeln, um 1480 im Voc. inc. teut. h 4b graplen, in der Schrei- bung b5(1675 bei Weise klüg. Leute) aus dem Nd. aufgenommen, mnd. krabheln, nd. grab- beln; dazu ndl. grabbelen, engl. grabble, anord. und schwed. Krafla, norweg. kravla, dan. ravle, norw. Krabha«krabbeln, kriechen». S. Kribbeln. Ob Krabbe von dem Verb, oder dieses von jenem stammt, läßt sich nicht entscheiden. Krach, m.(-els, Pl.-e): erschütternder Schall, lauter Bruch, Zusammenbruch. Mhd. krach, ahd. chrac m.; dazu mndl. crac, nndl.
und nd. Kraf m. Davon entlehnt franz. crac m.«Krach», craquer«krachen». Als Schlag- wort erst seit dem großen Krach von Wien 1873 durchgedrungen. krach! interj. erst im 18. Jh. belegbar, aber schon bei Fischart Garg. 153 vom Schnarchen. Vgl. krack. krachen, v.: erschütternd schallen, laut schallend brechen, mhd. Krachen, ahd. chrachön; dazu mnd. und mndl. raken, ags. cracian, cearcian, engl. crack. Vielleicht urverwandt mit aind. gär'jati«brüllt, brummt, rauscht», lit. girgzdéti«knarrends, oder«lautnachahmend». Kracher, m.: alter schwacher Mann, 1669 bei Grimmelsh. Simpl. 481, auch Krachawedel m. Simpl. 383, Krach- Wα⁴el 46, bildlich wie grober Wedel(Lümmel) bei H. Sachs, nach Wedel(Tierschwanz) und mhd. wadelen, wedeln&schwanken). Z08. Krachmandel, f.: Mandel mit Schale. 1775 bei Adelung. Jetzt gewöhnlich Knachemandel.
krächzen, v.: heiser schreien(vom Raben usw.); aus tiefer Brust schmerzvoll seufzen. In der 1. Bed. 1537 bei Schaidenreißer Odyssee 83 a krachitzen, im 15. Jh. grachkiczen(Diefen- bach nov. gl. 120 b), in der 2. Bed. 1582 bei Fischart Garg. 154 Krächtzen, 1691 bei Stieler Krechzen. Abgeleitet von krachen(stöhnen, ächzen, bei H. Sachs), schon mhd. chrachen (hohes Lied 44, 21 Haupt), wie ags. cracetung, cearcetung«Krächzen» von cracian, cearcian. Im Ablaut dazu steht das gleichbed. älter- nhd. Krochzen, kröchzen, mhd. krochzen, krotzen, ahd. eroccezan, chrockezan, groccezan. Laut- nachahmungen, wie lat. crõöcire und crôcitare, gr. xpierv u. pdzetv ckrächzen»(vom Raben). Vgl. aber das nach der Lautverschiebung stimmende abg. grajati«krächzeny und grakati.
krack! interj. wie krach!(s. Krach), aber härtern Ton ausdrückend. Im 18. Jh., da- gegen bei Fischart Garg. 385 von den Tönen eines sich Erbrechenden, als Übersetzung der franz. Interj. crac bei Rabelais(von den Zügen eines Trinkenden).
Kracke, f.(Pl.-n): schlechtes abge- magertes Pferd. Verächtlich, in Mittel- und Niederdeutschland. 1691 bei Stieler, ndl. im 16. Jh. Kraecke. Desselben Stammes wie anord. kraki m.«dünne magre Personv, Nrakligr schmächtig, schwächlich», engl. crack eKnirps. Wohl zu der in krank vorliegenden Wurzel.
Kraft, f.(Pl. Kräfte): was wirkt, daß etwas ist oder geschieht; Rechtsgültigkeit (schon mhd., Augsb. Stadtrecht von 1276 Art. 84). Mhd. kraft, ahd. kraft(Pl. Krefti) f. Wirkungsfähigkeit, Wirkungstüchtigkeit,


