1121 koppen
Koriander 1122
S. 3Kuppel, Kuppelei. ZUS. Koppeljagd, f.: Jagd, zu der zwei oder mehr berechtigt sind, 1732 bei Picander 3, 358, dafür bei Steinbach 1734 Kuppeljacht. Koppelweide, f.: Ge- meintrift, gemeinschaftliche Weide und das Recht dazu, mhd. Kegpelzeide, ndrhein. im 11. Jh. copelezweide f.
koppen, v.:(von Pferden) nach Luft heftig schnappen, zunächst aus dem Magen aus- stoßen, beim Rindvieh zum Wiederkäuen (Schmeller? 1, 1272), rülpsen(1537 bei Dasy- podius), mhd. koppen«plötzlich steigen oder fallen». 4 L. Kopper, m.: koppendes Pferd, 1691 bei Stieler, aber bei Maaler 1561 der Rülpsende».
Kopula, f.: das das Subjekt und Prädikat verbindende Wort. 1781 bei Adelung Lehr- gebäude 1, 273, aus lat. copala f.«Band» GC. Koppel). kopulieren, v.: verbinden(1562 bei Mathesius Sarepta 162 b copuliren); ehe- lich zusammenfügen(ebd. 195 2). Aus lat. côpulãre«verbinden, vereinen». Kopula- tiön, f.(Pl.-en): Verbindung, bes. eheliche. Im 16. Jh. aus lat. cõpaläãtio f. Verknüpfungy.
Korälle, f.(Pl.-n): steinhartes baum- artiges Gebilde aus Gehäusen kleiner Weich- tiere auf dem Meeresgrunde, sowie ein Kügel- chen davon. Mhd. koralle, koral m., aus mlat. corallas m. und früher corallum n., von lat. chralium, hralium n., gr. xopciov, ionisch koupdkiov, sizilianisch kupdkiov n.«die rote Koralle». Vielleicht aus dem Semiti- schen, hebr. gôräl«Steincheny, vgl. Lewy Sem. Fremdw. im Griech. 18. Bis ins 17. Jh. Coralle f., älternhd. zugleich Coral, Korall m., aber auch noch 1716 bei Ludwig Coral n.
koram in einen k. nehmen: zur Rede setzen, studentisch, von lat. cõöram«angesichts, vory». 4BL. koramieren, v.: persönlich zurecht- weisen. Beide 1781 bei Kindleben, letztres in der Bed.«herausfordern.
Köran, m.(-Lels, Pl.-e), s. Alkoran. Mit richtiger Betonung Korän(Goethe 6, 32), jetzt auf der ersten Silbe betont(Goethe 6, 35 usw.).
koranzen, s. kuranzen.
Korb, m.(-els, Pl. Körbe): geflochtner Behälter. Mhd. korp(Gen. korbes), ahd. chorb, churp, in Vocab. des 15. Jh. Karb, karp; dazu köln. im 15. Jh. Kurf, and. Korvilin n. «Körblein», mnd. und ndl. korf, ndrhein. 1420 kaerf, karf, m., anord. korf f., schwed. korg, dän. Kurv. Entlehnung aus gleichbed. lat. corhis f.(selten m.) ist wegen des ablautenden mhd. Krebe m.(s. Krippe) nicht ganz sicher.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
RA. einem einen Korb geben ceinen Liebes-, Heiratsantrag zurückweisen», von dem im 16. bis 18. Jh. bei abweisenden Mädchen statt einer Antwort vorkommenden wirklichen Ubersenden eines Korbes ohne Boden(vgl. Ringwaldt Warh. 173, Günther Ged. 431), was daher rührt, daß im Mittelalter die Geliebte dem Liebhaber, den sie nicht wollte, zum nächtlichen Aufziehen in ihr Gemach ur- sprünglich einen Korb herabließ, an dem in einer gewissen Höhe der Boden durchbrach, so daß der darin Sitzende hindurch- und her- unterfiel(DW. 5, 1800 f.).
Korde, f.(Pl.-n): Schnur, Bindfaden. Niederrheinisch. Mhd. und im 14. Jh. ndrhein. korde f.«Schnur, Seib,, mnd. corde, ndl. koord f., aus franz. corde f.«Strick, Saitey, von gleichbed. mlat. corda, gr.-lat. chorda, gr. xopdi f.«Darm Darmsaitey». Kordel, f.,(Pl.-n): Bindfaden. Westmitteldeutsch. 1540 bei Alberus dict. P 1 u. y 15b kardel f., R4a cordel, Ende des 15. Jh. kordel(Diefenbach-Wülcker 711), mnd. (1407) kordeel. Entlehnt aus afranz. cordelle f. «Strick», ital. cordella, von mlat. cordella f., dem Dim. des mlat. corda(s. o.). 1768 bei Moerbeek Mask., in der Wetterau Neutrum.
kordiaàl, adj.: herzlich. 1616 bei Henisch cordial und cordialisch, aus dem mlat. Adj. cordialis von lat. cor n.(Gen. cordis)«Herz».
Kordön(spr.-L), m.,(—*8, Pl.-s): Schnur; kettenartige Grenzbesatzung; Absperrung. 1791 bei Roth. Aus glbd. franz. cordon, von corde, s. Korde.
Korduän, m.(-s, Pl.-e): Ziegenleder von der Fabrikstadt Cordova(lat. Cordaba) in Spanien. Mhd. cordaczwn, Kurdezwän m.(schon im 10. bis 11. Jh. mlat. curdaanelli«Korduan- schuhey, Ruodlieb 13, 118). Aus glbd. franz. cordouan m.(davon cordonnier m.«Schuh- macher), ital. cordouano, span. cordoban m., vom mlat. Adj. cordauanus, cordoanus aus Cordova stammendꝰ.
kören, v., niederdeutsche Form für küren (s. d.). Bei der Pferdezucht üblich. Daher auch Körhengst m.
Koriänder, m.(-s, Pl. wie Sg.): Pflanze mit gewürzhaftem Samen(Schwindelkörner), Wanzendill, Wanzenkraut; deren Samen. In der zweiten Hälfte des 15. Jh. coriander, core- ander, nd. 1425 corrander(Diefenbach gl. 151 b), aus lat. coriandrum n. von dem gleichbed. gr. kopiavvov n., abgeleitet von gr. opic m. Wanze» wegen des dem Kraute eignen Wan- zengeruchs. Dafür mhd. Koliander, cholinder,
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