1123 Korinthe
Korporal 1124
kolander, kullander, ahd. chullantar, chullintar, and. Kullundar aus mlat. coliandrum n.
Korinthe, f.(Pl.-n): kleine kernlose Rosine. 1495 in der Kölner Gemma carentken, ndl. 1500 corentken(Diefenbach nov. gl. 387²), 1596 bei Colerus Hausb. 3, 224 Corinthen, 1691 bei Stieler Korinten, aus gleichbed. franz. corinthe f., benannt nach dem Ausfuhrhafen Korinth in Griechenland.
Kork, m.(-els, Pl.-e und Körke): die elastische schwammige Rinde der südeuro- päischen Korkeiche: der Stöpsel daraus(bei Ludwig 1716 Corck). In der 1. Bed. nd. 1589 kork, ndl. 1598 korck, aber schon 1513 bei Murmellius pappa B 6 Korckhoem, 1591 bei Decimator Sylva Hh 3 b Korckbaawm, 1616 bei Henisch Korchbaum; 1663 bei Schottel und selbst noch bei Kirsch, Steinbach usw. Gork, 1691 bei Stieler Gorkc und Gurkk. Der Name dieser wohl zuerst aus den Niederlanden und dem westlichen Norddeutschland eingeführten Ware stammt aus span. corcho m.«Korkholz, Korkpfropf», mittelbar von lat. cortex m.(Gen. corticis)«Rindey, dann insbesondre die des Korkbaumes(der 1561 bei Maaler Pantofflen- holtz heißt).
Korn, n.(Jels, Pl. Körner): Kernfrucht; (ohne Pl.) der Roggen als die üblichste Brot- frucht(aber auch Dinkel» in Franken, Schwaben, Elsaß, Schweiz,«Weizen» in Sieben- bürgen,«Hafery in Westfalen usw.); rundliches Fruchtkörperchen einer Pflanze, überhaupt kleiner rundlicher harter Körper; daher K. am Gewehr, nach der Gestalt(davon die RA. aufs K. nehmen eig.«genau zielen»);(bildlich) Gehalt(der Münze), vom Aussehen des Metall- bruchs hergenommen. Vgl. Schrot. Mhd. korn, ahd. Korn n.«Kernfrucht, Getreide, Getreide- kern», im Mhd. auch«Roggen, Getreidepflanze, Kornfeld, Gold-oder Silbergehalt einer Münze»; dazu asächs.-ags. corn n.«Samenkorn», and. korn n. Korn, Roggen», engl. corn, afries.- anord.-schwed.-dän. korn n.«Getreide», got. kaurn n. Getreide»(daneben schwachbiegend kaurno n.«Fruchtkern der Pflanze»). Im Ab- laut zu Kern(s. d.) stehend; urverwandt mit lat. grãnum n., ir. gran,«Korn, Kerm, lit. Firnis, lett. zirns«Erbsen; apreuß. syrne; abg. zrüno n. Korny. 4BL. körnen, v.: anlocken, eig. durch Streuen von Körnerfutter;(Metall) in Körnern darstellen. Mhd. körnen, Kürnen, md. kornen. körnicht, adj., 1579 bei Golius, kornechtig 1537 bei Dasypodius. körnig, adj., 1562 bei Mathesius Sar. 2 b Kärnig in der bild-
lichen Bed. von Schrot und Korn«kernhafts. ZUS. Kornblume, f.:(die im Korn wachsende blaue) Cyane, Tremse, mhd. kornblaome m. f. Kornbranntwein, m., 1734 bei Steinbach. Kornkammer, f., 1561 bei Maaler. Korn- rade, f., 1775 b. Adelung Kornraden m., s. Rade.
Korn, m.(Jels, Pl.-e), gekürzt für Korn- branntwein. Erst in neuerer Zeit.
Kornelbaum, n.: der Strauch oder Baum cornus mascula. Cornellbaum 1556 bei Frisius, Cornelbaum 1542 bei Gesner Namenbuch aller Erdgewächse, 1502 kürnelbom(Diefenbach nov. gl. 343 b), ahd. chuirnilboum, cornul. Kornel- kirsche, f.: die Frucht des Kornelbaumes, auch Kornélle, f.(Pl.-n/): 1711 bei Rädlein, früher Kornelbeere, 1502 kurnelber(Diefen- bach a. a. O.), ahd. cornulberi, churnelbere; umgebildet Korneliuskirsche f., 1793 bei Nem- nich. Wie franz. cornouille, cornoille f., ital. corniolo m.«Kornelkirsche» von lat. corneolus chornartigy. S. Hornlrirsche.
Kornétt, m.(-Lels, Pl.-e): Reiterfähnrich, Standartenjunker. 1616 bei Wallhausen Kriegs- kunst zu Pferd 47 Cornet, aus gleichbed. franz. cornette m., urspr.«kleine Reiterstandarte⸗ (daher 1664 bei Duez Cornet n.«Reiterfahne, eine Kompagnie Reiter») ähnlich wie franz. enseigne f.«Fahney, dann m.«Fähnrichy. Viel- leicht nach der Form des Fahnentuchs von franz. cornet m.«Hörnchen, Düte», Dimin. von corne f.«Hornꝰ, zu lat. cornu n. Hornꝰ.
Körper, m.(-s, Pl. wie Sg.): Menschen-, Tierleib; Stoffmasse, Raum Einnehmendes; zu einem Ganzen vereinigte, im Begriffe zusam- mengefaßte Menge. Mhd. korper, kõrper, kör- pel m., im 13. und 14. Jh. noch spärlich neben mhd. lip m. Leib» vorkommend. Entlehnt durch die Kirchensprache aus lat. corpus n. (Gen. corporis). 4BL. körperlich, adj., 1593 bei Heinr. Julius v. Braunschweig Su- sanna 4,4 cör perlicher Eydt cleiblicher, per- sönlicher Eid. Körperschaft, f., 1808 bei Campe als neues Wort.
Korporäl, m.(-s, Pl.-e): Unteroffizier. 1616 bei Henisch Corporal. Aus franz. corporal (unter Anlehnung an corps) von caporal m. «Rottmeister der Soldaten⸗ und dies aus ital. caporale m.«Anführery, von ital. capo m., lat. caput n.«Haupt». Daher 1694 bei Nehring Caporal, 1631 bei Seb. Bürster 15 Caprall, noch beim Volk in Deutschland Caporal, Capral. 4BL. Korporälschaft, f.: unter- gebene Mannschaft und Rang eines Korporals, 1664 bei Duez Corporalschafft.


