1119 Kopf
Koppel 1120
«Kufe, Tonney. Andere, wie Franck u. Falk- Torp, halten das Wort wegen andrer ver- wandter Wörter im Germanischen für echt- deutsch und nehmen nur Beeinflussung durch das Romanische an. Doch werden Gefäßnamen, wie Kopf einer war, sehr häüufig entlehnt. Eine sichere Entscheidung ist nicht möglich, doch ist Entlehnung wahrscheinlicher. Zunächst ahd. chuph, chopph, chopf m.«hohlrundes, kugel-, halbkugelförmiges Trinkgefäß, Bechers, ebenso mhd. oph, Kopf m., mnd. Kop m. und koppe f., ags. cuppe f. und copp m. Becher», anord. koppr m.«becherartiges Gefäß, einem umge- stürzten Becher ühnliche Helmerhöhg., Augen- höhle», schwed. Kkopp, däün. kop«Tasse, nhd. noch erhalten in Tassen-, Pfeifen-, Schröpfkopf (vgl. Köpfchen). Daneben taucht, zumal da nach alter deutscher roher Sitte die Hirnschalen erschlagner Feinde den Siegern als Trinkbecher dienten, auch aus Schädeln Heiliger zu trinken gereicht wurde, in Glossen des 11.— 12. Jh. chopf m. in der Bed.«Hinterhaupt» auf(Mone Anz. 7, 589, 40), häufiger im 13. Jh. kopf m. «Hirnschale, Schädel». Auf Ausgang zu
dieser von jener Bed.«Becher» deutet mhd. hirnkoph, m.«Hirnschaley, nd. im 15. Jh. bregenkop(bregen n.«Gehirno), afries. brein- kop m. Im 16. Jh. endlich ist kopff, Kopf das gewöhnliche Wort und hat das echtdeutsche Haupt(s. d.) in die edle Sprache verdrängt. Ahnlich ging das lat. festa f.«Gefäß, Topf, Stürzey usw. im ital. span. testa, franz. tête f. völlig in den Begriff«Kopfs über. Vgl. Kuppe, Kufeé, Kiüpe. 4BL. Köpfchen, n.:(becher- artige) Obertasse, im 18. Jh. Köpfgen. köpfen, v.: enthaupten, spätmhd. Kõpfen, Kopfen, mnd. koppen, ist an die Stelle des gleichbed. mhd. houheten, houpten getreten. köpfig, adj.: eigensinnig, hartköpfig, 1664 bei Duez, wie köpfisch bei Luther(wo auch seinen Kopff auffsetzen). köpflings, adv.: kopfüber, bei Bürger II. 5, 585, wie Kopflangs bei Zacharik Lagosiade 3. ZUS. Kopfhänger, m.: der Kleinmütige, Demütige, Frömmler, 1775 bei Adelung. kopflos, adj.: ohne Verstand, ohne Uberlegung, bei Campe. Kopfnuß, f.(Pl. -nüsse): Schlag auf den Kopf(s. 1Vw 6), 1593 bei Heinr. Julius v. Brannschw. Susanna 4, 7 der thüring. Plur. kopffnös. kopfscheu, adj., eig. von Pferden, die sich nicht gern an den Kopf greifen lassen, dann(in Norddeutschland) durch Schaden vorsichtig geworden, 1775 bei Adelung; in den bayr. östr. Alpen Kopfscheuh, kopfschiech«schwindlicht». Kopfstück, n.:
Münze im Werte von 20 Kreuzern rheinisch, benannt nach dem aufgeprägten Kopf des Landesherrn, im 17. Jh. bei Schuppius 252, später auch bloß gedachte Rechnungsmünze in Mitteldeutschland u. Schwaben. Kopfweh, n., 1572 bei Fischart Prakt. Großm. 28 kopffibe. Kopfzerbrechen, n.: austrengendes Nach- denken, dafür im 17. Jh.(Olearius pers. Rosen- thal 7, 13) noch bei Lessing 3, 382 Kopfbrechen. Kopie, f.(Pl.-n): Abschrift, Nachbildung. Spätmhd. copie f.(1380 in den Mon. Boic. 43, 431), 1495 in den Reichsordn. 16 b Copei, aus lat. cõöpia f.«Haufe, Vorraty, im Mlat.(den Vorrat an Exemplaren vermehrende)«Ab- schrifty. kopieren, v.: abschreiben, nach- bilden. Spätmhd. 1439 copieren, aus gleich- bed. mlat. copiare. Kopist, m.(-en, Pl.-en): Abschreiber, Nachbildner. 1521 in den Reichs- ordn. 96 2 Copist, aus gleichbed. mlat. copista m. Koppe, f., in schles. Bergnamen, hess. im 15. Jh. koppe(Weisth. 3, 340), s. Kuppe. Koppel, f., in der 1. und 2. Bed. auch n. (Pl.-/): Doppelkette, an der zwei Jagdhunde nebeneinander gehen müssen, dann diese Hunde selbst; Lederriemen zum An- oder Umhängen einer Hieb- oder Stichwaffe(1711 bei Räd- lein); ein Joch(Paar) Ochsen oder Pferde (1664 bei Duez), dann eine Anzahl oder Reihe durch Strick oder Kette verbundner Tiere (1581 bei Fischart Bienk. 216 a Kuppel f.), nd. Menge, Haufen; Bodenfläche, woran zwei oder mehr Personen gleichen Anteil oder gleiches Recht haben;(in Norddeutschland) einge- friedigtes Stück Feld von mittlerer Größe, bes. wenn es abwechselnd zum Getreidebau und zur Weide benutzt wird,(bei Voß) auch gemeinsame Bearbeitung eines Ackers durch eine Schar Arbeiter. Mhd. Kuppel, kupel, koppel, Kkopel f., auch m. n.(md. koppel f. und kopil m.)«Band, Verbindung, Leitriemen für Jagdhunde, durch einen solchen verbundne Hundey, dann Haufe, Schar», 1303 ndrhein. coppele und 1222 mrhein. cuppelle«Revier mit Gleichberechtigung für jeden Teilhaber?. Aus franz. couple, afranz. auch cople f.«Leit- riemen, verbundnes Paar Jagdhunde, Land als Tagewerk für ein Joch(Paar) Ochsen», von mlat.(879) cupla f. Jagdhundepaar an Leit- riemenꝰ, lat. cõöpula f. Band, Riemen, Leiney, im Mlat.«Leitriomen eines Jagdhundepaares». 4BL. koppeln, v., mhd. kuppeln, kupelen, koppeln, kopelen«binden, vereinigen, an die Koppel legeny, mndl. Koppelen, aus dem von cõpula abgeleiteten lat. Verbum cõpalãre.


