1109 Konjektur
Konnetabel 1110
nicht mehr gebrauchtes Wort für Königreich; nach Heynatz Antibarb. 2, 195 von Wieland für franz. royauté f. aufgebracht; aber asächs. cuningdõm m., mndl. koninkdom, ags. cyning dõm m., engl. kingdom, anord. Konungdömu m. ZUS. Königreich, n., mhd. künicrache, ahd. vuningrichi, ags. cyningrice und cynerlce n. Königskerze, f.: die schöne gelbe(wie Gold der Königskrone blinkende) Wollblume mit kerzengeradem hohen Stengel, im 15. Jahrh. konigis kercz(Diefenbach gl. 573 b). Königs- schuß, m.: bester Schuß beim Scheiben- und Vogelschießen, der zum Schützenkönig macht, 1691 bei Stieler.
Konjektür, f.(Pl.-en): Vermutung, Mut- maßung, 1571 bei Rot, aus glbd. lat. coniectãra f.
konjugieren, v.: das Zeitwort biegen, in der kursächs. Schulordnung von 1580 con- jugiren, aus lat. coniugãre«verbinden». Kon- jugatiön, f.(Pl.-en): Zeitwortbiegung, bei LutherS8, 135 2 Coniugation, aus lat. coniugãtio f. «Verbindungy, bei den lat. Grammatikern die Biegung des Verbumsy, wofür Schottel 1641 Zeitaandelung, Gottsched 1748 Abwandelung.
Konjunktiön, f.(Pl.-en): Verbindung (bei Schiller Wall. Tod 1, 5 V. 401); Binde- wort(1690 bei Bödiker 233 f. Conjunction), aus lat. coniunctio f.«Verbindungy, bei den lat. Grammatikern«Bindewort»(von lat. con- jungere cverbinden»), dafür 1641 bei Schottel Fügewort, 1691 bei Stieler Fügawort, 1748 bei Gottsched Bindewort.
konkäv, adj.: hohlrund. 1728 bei Spe- rander, aus lat. concavus«gewölbto.
Konkläve, n.(-s, Pl. wie Sg.): ver- schloßnes Papstwahlgemach; Papstwahlver- sammlung, 1703 im Zeit.-Lex. Aus lat. con- clãve n.«Verschlußy.
Konkordänz, f.(Pl.-en): Findeverzeichnis der Bibelsprüche nach ihrer UÜbereinstimmung. Im 16. Jh.(1571 bei Rot Concordantz), aus glbd. mlat.(13. Jh.) concordantia f., von lat. concordãre cũbereinstimmenn. Schon im 15. Jh. bei Wolkenstein concordantz f.«Einklangy.
Konkordät, n.(-s, Pl.-e): Vertrag eines weltlichen Fürsten mit dem Papst in Kirchen- sachen. Aus gleichbed. mlat. concordatum n., von lat. concordäre«usammenstimmen, in Eintracht bringenv.
Konkubine, f.(Pl.-n): Beischläferin, Kebsweib, spätmhd. concubine, aus gleichbed. lat. concubina, dem Fem. von lat. concubinus m. Beischläfery, zu lat. concumbere be-
(els, Pl.-): wilde Ehe, aus lat. concu-
binãtus m.«außereheliche Geschlechtsverbin- dungv. 1728 bei Sperander. konkurrieren, v.: sich mitbewerben, im 17. Jh.(aber 1571 bei Rot concurrirn in der eig. Bed.«zusammen- oder mitlaufen»), aus lat. concurrere«mit-, zusammenlaufen». Kon- kurrént, m.(en, Pl.-en): Mitbewerber, im 17. Jh. aus lat. concurrens, Part. Präs. von concurréère. Konkurrénz, f.(Pl.-en): Mitbe- werbung, im 17. Jh., aus mlat. concurrentia f. Konkürs, m.(Gen.-es, Pl.-e): Zusammen- lauf, besonders der Zusammentritt der Gläu- piger zur gerichtlichen Teilung des für ihre Forderungen unzureichenden Vermögens eines Schuldners. Im 17. Jh.(bei Nehring) Concurs m. zusammenlauf, Zusammenkunft, Ver- sammlung der Gläubigers», aus lat. concursus m. Zusammenlaufy. Vgl. Gant. können, v.(Präs. kann, Pl. kõönnen, Prät. konnte, Konj. kõönnte, Part. gekonnt): geistig innehaben und ausüben; Fähigkeit, Möglich- keit wozu haben. Mit ö aus dem Mdâ., mhd. kunnen, Künnen, ahd. kunnan, in ältester Zeit nur cgeistig innehaben»; dazu asächs.-ags. cunnan, afries. Kunna, konna, anord.-schwed. kunna, dän. kunne, got. kunnan«kennen, wissen». Daneben ahd. cnäan(in den Kompos. int-, ir-, bicnãan) ckennen?, entsprechend ags. encvan, engl. Xnou«kennen, erkennen», anord. knã ckönnen, vermögen». Urverwandt mit lat. nõôscere«kennen», co-gnõöscere(Perf. co- gnõôui)«erkennen», nõôtus«bekannt», gnãrus ckundig, bekanntꝰ, gr. Frfvckeiv erkennen», Fvcic f.«Erkenntnis», ir. ad-génsa«erkannte?, gnãti«bekannt, gewohnt», abg. znati cer- kennen», lit. Zinöti«kennen, einsehen», air. gnãth«bekannts, aind. Jänäãmi ich erkenney, aw. zan- ckennen», arm. caneaxh; ckanntey, alb. ioh«kenne». Das Präs. lautet mhd. Kan, Pl. Kunnen(Künnen, können), ahd. chan, kan, Pl. kunnan, ags. can, cunnon, got. kan, kunnum:; das Prät. noch älternhd. kunte(kunt d. j. Goethe 3, 494, kunnt H. Heine 1, 18), mhd. kunde, konde(Konj. kunde, künde), ahd konda, auch konsta, got. kunpa; das Part. älternhd. gelconnt, gekõnnt, mhd. gekunnet und Kunnen (noch nhd. bei einem Inf., z. B. er hat es tun können), ags. cih, cunnen, got. kunps(vgl. kund). Konnetäbel, m.(-S, Pl.-s): Kronfeld- herr. Im 17. Jh. Comnetable, aus gleichbed. franz. connétable, ital. contestabile, connestabile, span. condestable m., urspr.«Oberstallmeister»,
schlafen». 1572 bei Rot. Konkubinät, n. von mlat. constabulus m., 2gs. aus comes stabali
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