Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1087-1088
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1087 Koben

Kockelskörner 1088

ihrer Kopffedern(Kaupe). Kobellerche, f.: Haubenlerche, 1557 bei Heußlin Vogelbuch 170 ² Kobellerch. Kobelmeise, f.: Hauben-, Strauß- meise, 1561 bei Maaler Kobelmeiß f., 1557 bei Heußlin 179 b Kobelmeißlin n.

Koben, m.(-, Pl. wie Sg.): kleines schlechtes Gemach; kleines enges Gebäude; Schweinestall. Schon 1482 im Voc. theut. r koben, mnd. koven, 1477 clev. coeven«Schweine- stally; aber älternhd. Kobe(1517 bei Trochus 0 4 b), mhd. kobe m.«Stall, Käfigy, md. kobe Ofenhöhlungy; dazu nd. kave, Kaven«Vieh- verschlag, Viehstalls, ags. cofa m.«Gemach, Schlafgemach», engl. cobe Obdach, Tauben- schlag, anord. Kofi m.«Kammer. Die Neben- form Kofen m.(bei Rollenhagen, Voß) stammt. aus dem Nd. In der Wurzel wohl zusammen- gehörig mit ahd. chubisi«Hüttey und weiter zu gr. Jönn. Kkokwuo Ifc. Goxdpun(Hesych). Vgl. Brugmann Idg. Forsch. 11, 111.

Kober, m.(-s, Pl. wie Sg.): langer, ge- wöhnlich viereckiger geflochtner Korb zum Tragen auf dem Rücken. Im östlichen Mittel- u. Norddeutschland, in der allgem. Bed.«Korb auch in Schwaben, 1562 bei Mathesius Sarepta 134 b der Pl. Köber(Tragkörbe), 1422 md. Kober m. Korb zu Speise». Wohl mit dem vorigen wurzelverwandt. ceofl«Korb» wohl aus lat.-gr. cophinus m. Korb» entlehnt.

Kobold, m.(-Lels, Pl.-e): unheimlicher dienender Hausgeist; unheimlicher, übermütig lustiger Neckegeist; die Grubenarbeiter necken- der kleiner Berggeist. Bei Luther Jes. 34, 14 Kobold m.«böser umherschwärmender Geist), bei Lessing Kobold und Kobolt, bei Rädlein, Ludwig, Voß Kobolt, mhd. im 13. Jh. kobolt m. sneckischer Hausgeist und dessen Bild, md. 1422 Kobolt, kobult, kobalt als Name eines Met- getränkes, mndl. coubout«Kobold. Alternhd. und noch im Volksmund Kobelt, im 16. Jh. Kobel; aus deutschem kobel, kobelin entlehnt franz. gobelin, mlat. gobelinus m.«Koboldy. Gewöhnlich abgeleitet von Koben,-old wäre entstanden aus-Walt, eig. des Hauses waltendh, (oder hold, got. unhulpa«Teufel»), noch deut- lich 1517 bei Trochus A boni lares foci sunt

vlgo kobelte; dazu ags. cof-godas pl. m.«Haus-

götter, penatesy. Die mhd. Nebenform oppold, opold leitet Kluge aus ahd. öt Reichtum, Guty und walt her, eig.«des Reichtums waltend), daran erinnert noch heute die volkstümliche Wendung er hat den Kobelt(Kobold), wenn einer in unbegreiflicher, unheimlicher Weise

Dagegen ist ags.

reich wird. Falk-Torp dagegen leiten es, wie schon früher andre aus gr. kößoxoc m.«Kobold, Possenreißer, Schmarotzer, Gauner» her. Nach Schröder Streckformen 168 soll es, aus Kold durch Streckung entstanden, zu Koldern, kol- tern«ungestũm sein, zanken, lärmen» gehören.

Kobölz, nur in der RA. Kobolz schießen ceinen Purzelbaum macheny. 1741 bei Frisch cobold schießen. Vielleicht zu Kobold oder um- gestaltet aus frz. faire la culbute. Norddeutsch.

Koch, m.(-es, Pl. Köche): Kundiger in künstlicher Zubereitung der Speisen. Mhd. koch(Pl. koche und kõche), ahd. coch m.; dazu and., ndl. kok, ags. coc, engl. cook. In früher Zeit entlehnt aus gleichbed. lat. coquus, später cocus m. 4B L. Köchin, f.(Pl.-nen), 1539 bei Alberus widder Witzeln J. 22 Küchin, K küchen, Anfang des 15. Jh. küchin(Diefenbach nov. gl. 298 2), 1482 im Voc. theut. r 1 b kochin, 1370 Xõchinne f.

2Koch, n., auch m.(-es, Pl.-e): Brei. In den Alpen, mhd. Koch, n., von kochen(s. d.).

kochen, v.: tr. in einer von Hitze wallenden Flüssigkeit erweichend zubereiten; intr. wallen, sieden(Flüssigkeiten und Speisen, bei Luther). In 1. Bed. mhd. kochen, ahd. cochn, mnd. koken, afries. Koka. In früher Zeit aus gleichbed. lat. coguére. Der eig. deutsche Ausdruck war sieden (s. d.). 4L. Kocher, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Kochende, in Zssetz.; Kochtopf bei Campe, nd. kaker m. Davon Kocherin, f. Köchin, mhd. kocherin, u. Kocherei, f., mhd. kocherie, köcherle, bei Goethe 3, 239 Köcherei. ZIUS. Kochbuch, n., 1582 bei Fischart Garg. 275. Kochkunst, f., 1561 bei Maaler. Kochlöffel, m., im 14. Jh. Kochlöffel.

Köcher, m.(-, Pl. wie Sg.): langer hohler Behälterzum Tragen der Pfeile, Bolzen, Schreib- federn usw. Mhd. kocher, kochcœre, im 15. Jh. auch kõcher, kucher(Diefenbach gl. 225 b), ahd. cohhar, chochar und chochari m.; dazu anfränk. kokar, mind. koleer, Kalser, ags. cocer, cocur m., dän. Kogger«Behälter, Futteral». Entlehnt aus mlat. cucur um(afranz. cuivre, guiure m., woher wiederum engl. quiver), byzant. xooxoupov, russ. kolori Patronentaschey.

Kocke, s. Kogge.

Kockelskörner, Pl.: die giftigen Samen des ostindischen Strauches menispermum coc- culus, zum Betäuben der Fische verwendet. 1741 bei Frisch Kockel-Körner, 1677 bei Butschky Pathmos 582 Kukels-Körner, 1546 bei Bock 512 Kokilienkörner, aus gleichbed. mlat. cocculae orientales oder cocculi indici.