Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1085-1086
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1085 Knute

Kobel 1086

Knute, f.(Pl.-n/):(russische) Riemen- und Knotenpeitsche. 1620 bei Weller Lieder des .dreißigjähr. Kriegs 70 Knute, 1741 bei Frisch Knutte f., bei Johs. v. Müller allgem. Gesch. (1817) 3, 413 Knut m., aus gleichbed. russ. knut m. Dafür 1593 bei Heinr. Jul. v. Braun- schweig 737 Knottpeitzsche, 1734 bei Steinbach Knuttpeitsche(zu nd. Knutt m.«Knoten?) «Knotenpeitschey. Das russische Wort stammt aus dem Nord. S. Knoten.

knutschen(mit) auch knietschen, knutschen, v.: anfühlend zusammendrücken; (Tücher usw.) durch Zusammendrücken aus der Glätte bringen. Ende des 15. Jh. bei Brant u. Keisersberg knützschen, knütschen, knützen, md. im 13. Jh. knatschen(in zurkenutschen) und knutzen«zusammendrücken, zermalmen), noch 1663 bei Schottel Knüätzen, bayr. gnauzen«knut- scheny. Die Form mit x ist ndd.

Knütte, f.(Pl.-n): Strickzeug. Bei Voß Luise 1, 546, schon 1639 bei Micrälius Pommern 3, 389. Von knütten(s. d.).

IKnüttel, m.(*, Pl. wie Sg.): starker Holz- schoß, knotiger Stock zum Schlagen. Mhd. kniitel, lnüttel, md. knutel, Wnuttel, auch knottel, ahd. chmutil, chmuttil, mnd. Knutel, ndrhein. im 14. Jh. Knautzel m. Abgeleitet von Knoten (s. d.), noch deutlich in ahd. chnutil m.«Kno- ten, aleman. im 16. Jh.(bei Frisius, Maaler, Dasypodius) bis heute knuüttel m.«geschwüri- ger Auswuchs, harte Drüse», 1515 im Eulen- spiegel Kap. 92 Knittel«Handknöchel?. Vgl. Knüppel. 43L. knütteln, v.: mit einem Knüttel schlagen, md. 1289 nattiln.

Rnüttel, m.(-é, Pl. wie Sg.): harter aus- geworfner Klumpen Tier-, Menschenkotes. Wetterauisch, oberhessisch usw. Mit einge- schobnen aus gleichbed. md. Küttel(bei Alberus Fab. 31, 78 Pferdtsküttel, dict. y 1 5b Pferdsküddel), mnd. kotel, nnd. kõtel m., nndl. Keutel f.«Auswurf des Mastdarms, Koty, schles. kuttel, kottel f.«Pferdemistꝰ.

Knüttelvers, m.(-es, Pl.-e): ungeregelte holperige Reimzeile mit vier Hebungen, dann überhaupt ungeregelt erscheinende Reimzeile. 1566 in Mathesius Luthers Leben 153², im 18. Jh. Knittelvers; dafür 1599 bei Hamelmann oldenburg. Chron. 100 Knüppelvers, bei Fischart Garg. 254 Klippelverß, Bienenkorb 117 b Kläp- pelver lin. Ursprünglich eine Übersetzung des lat. versus rhopalicus, dann auch Bezeichnung der versus leonini, der in der Mitte und am Ende gereimten mlat. Hexameter, noch 1712 bei Hübner und 1676 bei Balthas. Schnurr(am

Schlusse des Kunst-, Haus- u. Wunderbuches) Knittelhardi Pl., im 17. Jh. bei Schuppius Knuppelhardusse genannt. Knüttel- scheint eig. den Refrain des Tanzliedes und in den Schulen den von allen wiederholten Memorier- vers zu bedeuten, vgl. Junius nomenclator (1577): in vulgaribus rhythmis versum iden- tidem repetitum scipionem aut baculum appel- lant, belgice de stocke oft stockregel, gall. refrein de ballade. Vgl. Feldmann Zfd W. 4, 277. knütten, v.:(Knoten schlingend) stricken; (bildlich) fein einleiten(Pößchen Possen] knüt- ten Michaelis poet. Werke 1, 231). 1741 bei Frisch, aus mnd.- nnd. Knutten«knüpfen, stricken»; dazu ags. cnyttan, engl. Knit. Von nd. knutte m.«Knoteny. Vgl. Knütte. Koalitiön, f.(Pl.-en): Verbündung, im 18. Jh.(bei Wieland, Goethe) aus gleichbed. franz. coalition f., von lat. coalitus m.«Ver- einigung» und coalescére(Part. Pass. coalitus) zusammenwachsen, sich fest verbindenꝰ. koax, vom Froschgeschrei, 1628 bei Opitz 1, 126 coaæ coaæ, 1595 bei Rollenhagen Froschm. 2, 5, 3, 66 u. f. als Froschname, nach dem griech. ſpexekexe? kods kod in den Fröschen des Aristophanes. Davon koaxen, v., 1595 bei Rollenhagen coachsen, nach lat. coaæðre. Kobalt, m.(-els], Pl.-e): Halbmetall und Erz, zur Bereitung blauer Farben(Smalte, Eschel usw.) benutzt. Bei Paracelsus( 1541) kobolet, 1546 bei G. Agricola 476 Kobelt, lati- nisiert cobaltum, 1562 bei Mathesius Sarepta 154 b f. Cobalt, Cobelt, Cobel, im 16. Jh. auch Kobolt. Eins mit Kohold(s. d.). Das Kobalterz ist nach dem kleinen Berggeist benannt, weil es nach altem Bergmannsglauben das Silber heimtückisch raubte und verzehrte(Mathesius 155 ²) und als unnützes Metall die Bergleute betrog(denn zur Blaufarbenbereitung be- nutzte man es erst im 17. Jh.). Vgl. Nickel. 1Kobel, m.(-S, Pl. wie Sg.): geringes Wohngebäude; Höhlung, Wohnbehälter für Tiere. 1462 kobel m.«schlechtes Haus», im 15. Jh.«Stall», im 13. Jh.«Kasten eines Kutsch- od. Kammerwagens». Abgel. von Koben(s. d.). 2Kobel, f.(Pl.-n): Frauenhaube. Im Elsaß u. der Schweiz. 1741 bei Frisch Kobel, clevisch 1477 covel, mndl. covel, covele«Kapuze», nndl. kovel, keuvel f.«Mönchskappe, Haube»; dazu ags. cuffie f.«Kapuzen, anord. kuf! m.«Kappe mit Kapuze». Zu ahd. kuppha f. Haubey, woher auch mlat.(5. Jh.) cofea, später cuphia, ital. cuffia, span. cofta, franz. coijfe f.«Haube. ZUS. Kobelente, f., anas clangula, wegen