1083 Knöterich
Knust 1084
lat. nodus s. Walde. Eine Ableitung ist Knõödel (s. d.). Aus dem Skandinavischen entlehnt ist russ. knut, s. Knute. 4BL. knoten, v.: knüpfen, 1462 Knoden neben stricken(Mone Anz. 7, 3015b, 326), md. im 13. Jh. knoten in ent- vnoten. Vgl. knütten. knotig, knoticht, adj., um 1480 im Voc. incip. teut. n 3 b knotig, mhd. knoticht, nodecht, knodoht, ahd. chnodoht. 2.US. Knotenpunkt, m.: Punkt, wo mehrere Fäden oder Linien sich vereinigen, im 19. Jh. Knotenstock, m., 1775 bei Adelung.
Knöterich, m.(-s, Pl.-e): Ackerspergel, spergula arvensis, benannt nach den zahlreichen Knoten(Stengelgelenken). 1486 knöterich, 1600 Knõderich, Knõdrich, schles. Knörig.
Knotte, f.(Pl.-n): Flachssamenknopf. Md. und nd. Bei Luther 2 Mos. 9, 31 und 1540 bei Alberus dict. AA 32 Knote f., md. im 15. Jh. Knodde f., mnd. Pnutte, ndl. Wnact, knot, clevisch 1477 knote, noch schles. Knotte f., oberhess. Knodd f. Nebenform zu Knoten(s. d.).
Knubbe, f.(Pl.-o) und Knubben m.: Knoten im Holze usw., knorriger Klotz(Lessing Nathan 2, 5), das nd. nubhe«Knorren, Knospey (daher 1687 bei Zesen Knubhe m.«Knospen), mnd.«nobhe m., gleicher Abstammung wie Knopf(s. d.). 4 L. knübbeln, v.: fest zu- sammenstricken. Norddeutsch.
Knuff, m.(-s, Pl. Knüffe): heimlicher Faust- stoß, 1808 bei Campe. Von knuffen, v.: mit Faust oder Ellenbogen stoßen, in der 2. Hälfte des 18. Jh. aus dem Nd. ins Hoch- und Ober- deutsche vorgedrungen. Dazu knüffeln, v.: derbe Fauststöße geben, 1716 bei Ludwig, ndl. Knuffelen, wnoffelen. Verwandt mit nd. Enivel m.&Knöchely(s. Knöbel).
knüfflich, adj.: knaupelig, mit viel klein- licher Mühseligkeit verknüpft, 1833 bei Jahn Merke z. deutsch. Volkstum 239 Knifplich. Zum nd. Zeitwort knüffeln«eine mit vielerlei Kleinig- keiten und viel Uberlegung verbundene Arbeit verrichten.
knüll, adj.: stark betrunken. Studentisch 1825. Vielleicht derb scherzhaft zu dem fol- genden Verb. Vgl. ZfdPh. 38, 523.
knüllen, v.: in Falten übel zusammen- drücken, eig. faltig, bruchig schlagen. Im 17. Jh. bei Lauremberg und Stieler. Alternhd. und mhd. Knüllen«mit der Faust schlagen, puffen, stoßen,(den Kopf) eindrücken», z. B. Tauben(Hadloub 20, 3, 11), noch schweiz.- schles.-nd. Knüllen, schwäb. Knullen«prügelny. Zu Knollen m.«Knöchel an Händen und Füßen.
knüpfen, v.: zum Knop/ ineinanderschlin- gend verbinden. Mhd. nüpfen, ahd. cnuphjan, knupfen, knuffen, md. im 15. Jh. Knuppen, knüppen, nd. knuppen. Von Knopf(s. d.).
Knüppel, m.(-S, Pl. wie Sg.): knotiger Holzschoß, Stock zum Schlagen; armsdicker Holzschoß. Wie es scheint, sind hier zwei gleichbed. Wörter zusammengeflossen: 1482 im Voc. theut. r 12 knuppel, mnd. u. nndl. Kneppel m., hochd. zu Anfang d. 15. Jh. Knüpf!(Diefen- bach gl. 2545), abgeleitet von Knopf(s. d., eig. «Knorren, Knotem), u. anderseits mhd. kluüpfel, md. Kliippel, Klauppel, mnd. u. nndl. kluppel m., nhd. Klöpfel, md. Klöppel(s. d.), abgeleitet von klopfen(s. d.). RA. Da liegt der Knuüppel (Knüttel) beim Hunde,«Die Sache ist ge- hemmt»(1542 bei Waldis Streitged. 1, 66); um den Hund am Jagen zu verhindern, befestigte man lose an seinem Halse einen Holzknüttel, der ihm beim Laufen an die Beine schlug. ZUS. Knüppeldamm, m.: aus quergelegten Knüppeln hergestellter Weg durch einen Mo- rast, im 18. Jh.(bei Göckingk[1818] 1, 103), in gleicher Bed. 1595 bei Hennenberger preuß. Landtafel 425 Knütteltham.
knuppern, v.: an Hartem laut nagen. Aus nd. Knuppern, das zu knabbern im Ablaute steht. Bei Goethe 30, 84 knopern. 4 BL. knupperig, adj., bei Goethe Briefe 3, 248.
knurren, v.: hart im Tone das x durch die Zähne brummen. 1663 bei Schottel Knurren neben knorren, S. 11445b Gnurren n., nd. gnurren (so auch 1777 bei Göckingk Lieder zweier Lieb. 92). Wie knarren im Ablaute zu nirren stehend. 4BL. Knurrer, m.: laut murren- der Mensch. knurrisch, adj., bei Goethe 39, 53. knurrig, adj., bei Musäus Volksn. 5, 241. ZUS. Knurrhahn, m.: der Seefisch trigla hirundo, Meerschwalbe, bei den Römern corvus m.(Rabe); er läßt einen knurrenden Ton hören, wenn man ihn aus dem Wasser zieht. S. Sechahn.
knuspern, v.: an Hartem mit Geräusch nagen(Goethe 17, 99). Md. im 14. Jh. knus- pern in zulcnuspern zerschmettern, zermal- meny, eine Fortbildung von ahd. chnussan, cnusen, mhd. Knüsen, Knäüssen stoßen, schla- genn, noch nd. knusen quetschen», ags. onyssan zusammendrücken, quetschen», anord. knosa «zerschlagen, zerbrecheny». Im Schlesischen finden sich die drei im Ablaut zueinander stehenden Formen Knispern, knaspern, nus- pern(Weinhold 445).
Knust, m., s. Knorren.


