Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1079-1080
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1079 Kknitschen

Knollen 1080

knitschen, s. Enutschen.

Knittel, Knittelvers, s. Knüttel usw.

Knitter, m.(-s, Pl. wie Sg.): fehlerhafte Falte. Bei Campe mit Beleg aus der zweiten Hälfte des 18. Jh. Rückbildung aus knittern, v.: intr. wie mit wiederholtem Platzen in feinerem Tone rauschen(1663 bei Schottel, nd. nittern«knistern»); trans. in fehlerhafte Falten zusammendrücken(bei Goethe 4, 184 l. H.] vom J. 1818), gewöhnlich zerknittern. Im Ablaut zu knattern(s. d.).

Knobbe, s. Enubhe.

Knöbel, Knobel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Knöchel am Finger. Mehr im gemeinen Leben, bayr., md. und nd. Bei Ludwig 1716 Knöbel, 1664 bei Duez Knübel, mhd. Knübel, älter chnubil, mrhein. im 15. Jh. knobel(Diefen- bach gl. 304(), mnd.-mndl. Knovel m. Wohl mit Knebel ablautend. Dazu knobeln, v.: knöcheln, würfeln.

Knoblauch, m.(-els): Zwiebelgewächs mit einem in sogen. Zehen gespaltnen Wurzel- knopfe. Im 14. Jh. bei Megenberg knoblauch, mhd. xnohelouch(zuerst im 12. Jh., im alten Meraner Stadtrecht ZfdA. 6, 413 wie noch heute tirol. Lnoflach), meist aber mit noch nicht in übergegangnem! kKlobelouch, ahd. Klobelouh, chlovalouh, chlovoloue, clofolauh m.; dazu and. Xlufloſt, mnd. Kluf-, wnuflök, mndl. knofloec, ndl. knoflook, knufloolc m. Noch 1715 bei Amaranthes Kloblauch neben Knoblauch. Zgs. mit Kloben(s. d.), ahd. chlobo; dazu ags. clufe, engl. clove«zehe des Knoblauchsy, in gleicher Bed. mhd. im 12. Jh. claft f.(Mone Anz. 7, 609), nd. 1582 bei Chyträus klöve f.

Knöchel, m.(-s, Pl. wie Sg.): hervor- stehender Knochen zu beiden Seiten des Fußgelenkes und am mittlern Fingergelenke; Würfel aus Knochen gemacht(1808 bei Campe). In 1. Bed. 1470 im mlat.-hochd.- böhm. Wb. 195 knöchel, 1482 im Voc. theut. dSb. r 12 Knauchel, md. im 12. Jh. knilgel, älternhd. vereinzelt Knüchel m.; dazu clevisch 1477 Knoyckel, mnd. nokel, hamburg. nlckel, nnld. Knokkel, afries. Knokele, lenolcle, ags. cnucel m., engl. Knuchle. Abgeleitet von Knochen(s. d.). 4B L. knöcheln, v.: wür- feln, 1808 bei Campe.

Knochen, m.(-s, Pl. wie Sg.); fester harter fleisch- oder hauttragender Teil des Menschen- und Tierkörpers. Ins Hochd. auf- genommen aus dem Mitteld., wo zuerst bei Frauenlob(f† 1318) 236, 15 auftauchend knoche m., Mitte des 14. Jh. Knucke(Buch von guter

Speise 26, 86 f.), 1482 im Voc. theut. q 8 b und r 12 knoch m.(Knöchel, Knoten im Flachs, Flachssamenknopf, auch mrhein. im 15. Jh. knoche Fußknöchel⸗, älternhd. Knocke m. Knöchel Holzknorren, grober Mensch»); dazu mnd. und mndl. knokce(auch in Mitteldeutsch- land im 15. Jh. Mnoken), nnd. lnake, clevisch 1477 knaiche(oberpfälz. Knacken) m., norw. knolce«Knöchel an Fingern, Knie und Ell- bogen, schwed. knoka, dän.-dial. Knoge, anord.

Knola«mit den Knöcheln schlageny, ags.

cnucian«an eine Tür klopfen, im Mörser stoßen». Ablautend dazu anord. Knjäkr m. choher und steiler Fels von rundlicher Formy, norw.-dial. Enjukca«Fingerknöchely. Dazu lit. gn dsté, gn'austé f.«Bündel, Handvollꝰ, gn ãusti cdie Hand fest schließeny. Luther gebraucht in der Bibelübersetzung K. nur dreimal, sonst dafür Bein, Gebein, 4L. Knöchelchen, Knöchlein, n., mhd.(md.) knuchelin n. knöchern, adj.: aus Knochen bestehend, 1767 im Brem. Wbch. 2, 817; dafür 1741 bei Frisch knõchen, 1734 bei Steinbach knochen, nd. Knä- ken. knochicht, adj., 1734 bei Steinbach, knöchicht 1727 bei Aler. knochig, adj., 1482 im Voc. theut. q 8 b. ZUS. Knochenfraß, m.: knochenzerstörendes Geschwür, 1801 bei Nemnich Lexicon nosologicum 3a, dafür früher Beinfraß. Rnochenhauer, m.: Fleisch- hauer, norddeutsch, um 1500 knochenhawwer, mnd. Knoken-, Knakcenhower m.; in einem Stu- dentenlied der Tod. Knochenmann, m:: der Tod als Knochengerippe, 1642 bei Rist himlische Lieder 4, 220.

Knocke, f.(-n/, Pl.-n), auch m.: gleich- lang zusammengebogner und-gedrehter Zopf gehechelten Flachses. Im 17. Jh. aufgenommen aus gleichbedeut. nd. Knolxen m., hamburg. knuch, livl. knucke f., mnd. Knucke, knocke m. zusammengedrehtes Bündel Flachs»; dazu mengl. Knoche, knicche«Bündel». Wohl iden- tisch mit Knochen.

Knödel, m.(-s, Pl, wie Sg.): gekochter Mehlkloß mit verschiednen Zutaten. In Oster- reich und Bayern. Im 16. Jh. Knõödel, 1530 der Pl. Knodle, urspr. Dim. zu Knoten(im 14. und 15. Jh. Knöddel«Knoten»), das auch die Bed.«Kloß aus Mehlteig mit Zutat» hat (1716 bei Ludwig).

Knollen, m.(-s, Pl. wie Sg.): zusammen- hängende runde Masse. Mhd. Knolle m.«Erd- scholle, Klumpen, grober plumper Menschy; dazu nd. Knull, nullen m., ags. cnoll m.«Berg- spitze, Gipfelꝰ, engl. Knoll«Hügel, Spitzen,