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knistern 1078
Urverwandt mit gleichbed. lat. genu n., gr. Tévu n.«Knie?, Tvòo? adv.«mit gebognem Knie», rwvia f. Winkels, aind. Jãnu n.«Kniey, jmubãdh«kniend», arm. cunr«Kniey. 4BL. knien, v., mhd. Xnieꝛwen, kenien, ahd. chmiuzwen, mnd. Kneen, Knien; daneben mit ableitendem ndrhein. im 14. Jh. Knielen«knien», mnd. knelen, knalen, ndl. knielen, engl. xneel, schweiz. chninwlen, chnülen. ZUS. Knieband, n.: Hosenband an Kniehosen(1664 bei Duez); Strumpfband(1715 bei Amaranthes). Knie- geige, f.: große Geige, die man zwischen den Knien hält, ital. viola di gamba, im 17. Jh. bei Zesen. Kniekehle, f., mhd. Kniekel f. Knieriemen, auch Knieriem, m.: Riemen, womit der arbeitende Schuster den Schuh auf dem Knie befestigt(1691 bei Stieler Knie- rieme), dann als Züchtigungsmittel Ochsen- ziemer(1756 im Leipziger Avanturier 1, 117). Kniescheibe, f., mhd. knieschibe f. Knie- stück, n.: Gemälde, worauf eine Person bis zum Knie dargestellt ist, 1775 bei Adelung. kni(e)tschen, v., s. Knutschen.
Kniff, m.(-es, Pl.-e): heimlicher ver- letzender Kunstgriff. In der ersten Hälfte des 18. Jh.(bei Lessing 1, 32) von kneifen ge- bildet, nach nd. xnéy m.«½wick», dann clistiger Kunstgriff oder Auschlag», urspr. vom be- trügerischen Kneifen oder Kneipen der Würfel und Spielkarten(vgl. Schiller Fiesko 5, 16, betrügerisch die WMürfel neipen 1664 bei Duez 1, 7562 und 1586 bei Ringwaldt Warheit 81).
Knipp, m.(Jels, Pl.-e): der Schneller mittels des von der Daumenspitze auswärts gleitenden Mittelfingers, tupfender Schlag. Im 16. Jh.(1567 bei Milichius Schrapteufel X 2, Knipp f. bei Fischart Garg. 98) aufgenommen aus nd.-ndl. Knip m. Schneller, Schnalzer, Nasenstüber», mnd. Fnippe(n)«Schnellen mit dem Finger»; dazu das Dim. Knippehen, n.: Schnippchen, 1517 bei Trochus D 3 b, mnd. kniphen n. knipp! interj. schnipp! von kleinem knackenden Tone(z. B. der Knippschere 1601 bei Eyering 1, 754). knippen, v.: laut mit den Fingern schnellen, 1775 bei Adelung, nd. knippen«Schnellkügelchen schnellen, mit der Schere oder Zange zwicken. Wohl zu Kneifen, kneipen. ZUS. Knippkugel, f.: Schnell- kügelchen, Schusser, 1789 bei Klamer Schmidt Erzähl. 136, dafür Knippkäulchen n. 1741 bei Frisch. Knippschere, f.: kleine Schere, md. knipschere 1501 im Leipziger Voc. opt., ndrhein. Knipscheer 1495 in der Kölner Gemma J5 ², mnd. Knipschere f.
Knips, m.(Gen. Knipses, Pl. Knipse): Schnippchen(1691 bei Stieler); leichter Schlag (1775 bei Adelung); Branntwein, Schnaps (schlesisch im Anfang des 18. Jh. bei Günther, Steinbach); Folterknecht, Henker(bei Bürger 183); Zwerg, Knirps(1691 bei Stieler). Neben- form von Knipp(s. d.). knipsen, v.: mit einer Schere oder Zange zwicken, 1691 bei Stieler.
Knirps, m.(Gen. Knirpses, Pl. Knirpse): kleiner unausgewachsner Mensch. Md., 1716 bei Ludwig Knirbs, 1729 bei Picander 2, 204 Knirps, bei Tieck Knurps, bei Salzmann Conr. Kiefer 2 Knürps, obersächs. Knorps (auch kleiner verkrüppelter Apfel), schwäb. knorp, hess. knirbes, ndrhein. Knirwes; dazu nd. Knirfilcs(1778 bei Hermes Soph. 3, 122 Enirrfig), auch Knörfia. Herkunft unklar.
knirren, v.: einen Laut wie den eines harten Reibens hören lassen. Md. 1540 bei Alberus dict. ce 3 b knirn, 1557 bei Waldis Esop 3, 95, 7 knirren; dazu nd. gnirren, ags. gnyran, schwed. knirka, dun. nirke. Lautmalend wie die mhd. Interjektion knir(beim Zerbeißen eines Würfels). Vgl. knarren und knirschen.
knirschen, v. bei hartem Reiben rauschen. Vom Aufeinanderreiben der Zähne 1605 bei Hulsius dict. 842 knirschen, 1517 bei Trochus Q3 b Fnirsen, 1508 in der Straßburger Gemma A 4 wie 1510 in der Hagenauer Knorsen, aber bereits im 14. Jh. Knyrschung mit den czenen Diefenbach gl. 556 2; vom knirrenden Ton andrer geriebner Dinge 1596 bei Fronsperger Kriegsb. 1, 123² knürschen, 1643 bei Hars- dörffer Gesprächspiele 3, 293 gnirschen; in der Bed. chart rauschend zermalmen» 1578 bei Fischart Flöhhaz V. 1240 Knirschen(dafür 1577 knitschen, 1573 zerknischen), 1618 bei Schönsleder kniersen; dazu mnd.-mndl. Kner- sen, narsen. Von knirren(s. d.), deshalb bei Adelung 1775 knirrschen. Vgl. zerknirschen.
knistern, v.: Funken sprühen und so rauschen, brechend rauschen, wie z. B. bren- nendes Reisig, Salz im Feuer, Flittergold usw. 1562 bei Mathesius Sarepta 77 b. 168 a nistern; aber mnd. gnisteren, knisteren cknirschen», ebenso ndl. 1598 gnisteren, md. 1414 gnisterunge der zene(Diefenbach gl. 556 ⁴), anord. stark- flekt. gnesta(Prät. gnast)«knallen, schallen», norw.-dial. knistra«leise kreischen, pfeifen, kichern», schwed.-dial. gnistra«winseln»(von Hunden) u. a. Vgl. Falk-Torp. Verschieden davon ist mhd. knästen, nisten und Knüssen, ahd. nisten und chnussan, ags. cnyssan«stoßen, schlagen, quetschen.
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