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Knie 1076
stellern(bei Goethe immer), Prät. kneipte, Part. gelneipt. Aus dem Niederdeutschen (mnd. knꝰpen, Prät. gnép, Part. knepen) ins Mitteldeutsche(1420 kneypen bei Schröer Vocab. Nr. 2753 und daraus im 16. Jh. ins Hochdeutsche vorgedrungen, bei Luther ab- Kneipen(3. Mos. 1, 15; 5, 8); dazu 1477 elevisch kngppen und nippen, mengl. nipen, engl. nip ckneipen». Urverwandt mit gleichbed. lit. gnlbti, Inhti, aber auch knébti«kneifen) und knibti cklaubeny». ZUS. Kneipzange, f.: Zange mit scharfen Backen, 1664 bei Duez. ²kneipen, v.: zum Zechen eine Kneipe (s. d.) besuchen, mit schwacher Flexion(Prät. kneipte, Part. gekeneipt, im Scherz starkflektiert knipp, geknippen). 1795 studentisch. knellen, s. Knall.
Kneller, m.(-s, Pl. wie Sg.): schlechter Rauchtabak. 1798 bei Nemnich 3, 308. Von älternhd. Knellen(s. Knall), knallen, auf das platzende Offnen des Mundes zum Auslassen des Rauches beim Pfeiferauchen deutend.
Knepner, m.(-S, Pl. wie Sg.): Storch, 1673 bei Weise Erznarren 220, in der Mittel- mark Kndppner, ukermärk. Knäpper. Wohl Ableitung von Knabbern, nappen(s. d.). Vgl. dän. Knebre, besonders von dem vom Storche mit dem Schnabel hervorgebrachten Laut.
Knes, m.(-en, Pl.-e): Hochadliger, Fürst. In neurer Zeit aus russ. njazl m., das dem altdeutschen kuning«König» entstammt.
kneten, v.: mittels der Hände oder der Füße durch- und bearbeiten. Im ältern Nhd. in schwache Biegung übergegangen, Prät. knetete(bei Luther knettet), Part. gelnetet. Aber mhd. Xneten, Prät. Knat, Pl. Knäten, Part. gelnelen, ahd. knetan; dazu and. gnedan, ndl. neden, ags. cnedan, engl. Knead, anord. knoda, schwed. knäda. Urverwandt mit abg. gnesti(Pr. gnetc)«zusammendrücken, kneten).
1Knick, m.(-es, Pl.-e): lebendiger Zaun, der jedes dritte oder vierte Jahr gekappt und geknickt wird. In Norddeutschland, mnd. Knich m., als Landwehr der Nervier bereits von Cäsar de bello gall. 2, 17 beschrieben.
*¹Knick, m.(-els, Pl.-e): lauter feiner Bruch, überhaupt halber Bruch, Bruch ohne völlige Ablösung. 1691 bei Stieler, mnd. knick, ndl. Knilc, engl. Knich; in der Bed. von Knicks(s. d.) schon 1663 bei Schottel. knick interj., 1775 bei Adelung(s. Knack).
knicken, v.: intr. in feinem Laute brechen (1734 bei Steinbach); halb, d. h. ohne Ablö- sung brechen(1719 bei Kramer, mnd. Knicken);
in den Knien wanken oder brechen(in der ersten Hälfte des 15. Jh. bei Muskatblut 75, 8 knycken); in aufrechter Haltung höflich die Knie einbiegen(1586 bei Ringwaldt War- heit 369, s. Knicks); geizen, knausern(1691 bei Stieler, 1685 bei Grimmelsh. Simpl. 1, 521 Klr. abgnichen«abzwacken»); trans. knickend brechen, zerdrücken(Ungeziefermit den Finger- nägeln) 1577 bei Fischart Flöhhaz C5 b, da- gegen knicken(Hasen, Vögel)«durch Ein- drücken des Genickes töteny, bei H. Sachs 5, 157 und 1678 bei Krämer, gehört urspr. zu Genick); einen Knickh, Zaun machen(mnd. knicken). Zu knicken stehen knacken(s. d.) und nd. Knucken(dumpf knacken) im Ablaut. ZUS. Knickebein, n. und m.(-S, Pl.-e, norddeutsch): Mensch, dessen Knie beim Gehen knicken(1777 bei Bode Tristram Schandi 4, 27 Knickhein, nd. Knihkebeen 1767 im Brem. Wb.); Getränk aus Likör mit Eigelb, wie es scheint von Mecklenburg ausgegangen.
Knicker, m.(*J, Pl. wie Sg.): ein Knicken- der(1575 bei Fischart Garg. 104 Laußknicker); Geizhals, Knauser(1663 bei Schottel); billiges zusammenklappbares Taschenmesser; kleiner Sonnenschirm mit einzuknickendem Stiel. 4B L. Knickerei, f.: Knauserei, 1691 bei Stieler. knickſe)rig, adj.: geizig, 1775 bei Adelung, dafür 1781 bei Kindleben knicke- richt, 1691 bei Stieler Knickicht, 1741 bei Frisch Knickig. knickern, v.: knausern, bei Lessing Nathan 5, 1, nd. Knikckern 1767 im Brem. Wb., früher knicken(s. d.).
²Knicker, m.(-S, Pl. wie Sg.): Schnell- kügelchen, Schusser. 1664 bei Duez, aufge- nommen ans gleichbed. nd.-ndl. Fnifcker m., benannt vom knickenden Tone beim An- schlagen, wie Klicher(s. d.) von Klicken oder aus diesem entstanden. 4L. knickern, v.: mit Schussern spielen, 1664 bei Duez.
Knicks, m.(Gen. Knickses, Pl. Knickse): Riß, Bruch(1734 bei Steinbach); bei auf- rechter Körperhaltung Einbiegung der Knie zum Gruße(1691 bei Stieler Knicks, 1775 bei Hölty Knic, das Dim. Kniachen bei Goethe 50, 253. Mit ableitendem-S von 2Knickh(s. d.).
Knie, n.(Gen. Knies, Pl. Knie): Gelenk inmitten des Beines, dem ähnliches. Mhd. knie(Gen. kniewes, knies, Pl. kniewwe, Knie) mit den Nebenformen Kniu, Fnf, ahd. cniu, eneo n.(Gen. chitoes, cnerbes); dazu asächs. cnio, cneo, afries. Kniu, ni, né, ags. cnéo, cnõo, engl. knee, anord. xns n., schwed.- dän. Knã, got. kniu n.(Gen. lniννν)«Kniey.


