1071 knarpeln
knautschen 1072
zu ndl. Knappen«knacken, essen, hurtig zu- greifeny. In dieser Bed. erst im 17. Jh. ins Hochd. aufgenommen(1669 im Simplicissi- mus 138), aber in der Bed.«Warensack beim Wandern», schon im 16. Jh.(1548 bei Waldis Esop 4, 51, 4 Knabsack, 1562 bei Mathesius Sarepta 224 a Knapsack), insb.«der mit seinem Warensacke wandernde Krämer»(1517 bei Trochus F 62 und öfter im 16. Jh. Knap- sach m.). Vgl. Schnappsack.
knarpeln, v.: nagend mit wiederholtem Krachen beißen. Im 16. und 17. Jh. Xnarpeln, knarbeln, aber md. im 14. Jh. knarpeln«mit den Zähnen knirscheny. Einer Wurzel mit knarren(s. d.).
Knarre, f.(Pl.-n): knarrender Ton; knarrendes Werkzeug(1775 bei Adelung); Gewehr(bei den Soldaten); zänkische Frau (1691 bei Stieler). In der 1. Bed. 1690 bei Wiedemann Gefangenschaften Mai 65 Rüdler- knarr f., 1460 nd. gnarre f.«Knurren des Hundes»(Freidank, 2. Ausg. S. 254, 138, 14). Von knarren, v.: durchdringend hart und zitternd lauten, mhd. Knarren, md. im 14. Jh. gnarren; eine Weiterbildung ist knarzen, v.: knarren, schon in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 60, 28, noch fränk.-bayrisch. Lautnachahmend.
Knaster, auch Kanaster, m.(-s, Pl. wie Sg.): feinster gewürzhaftester Tabak. 1700 im Schlesischen Helicon 2, 135 Canaster, 1703 Knaster, gekürzt aus Canastertobac, Knaster- kobak(noch 1741 bei Frisch), wie ndl. Knaster, kanaster m.«Knastertabak», auch«eine Art indischer Kiste zum Uberführen von Tabak, Tee usw.y. Aus span. canastro, ital. canestro (entlehnt franz. canastre) m.«Rohrkorb, von gr. xdvacrpov n.«aus Rohr geflochtner Korb». Der Tabak von Varinas, als der beste, feinste und gewürzhafteste geschätzt, wurde gerollt in Rohrkörben verpackt und versandt.
*Knaster, m.(-s, Pl. wie Sg.): brum- miger, mürrischer Tadler, bei Bürger Ged. 286, dafür bei Stieler 1691 Knasterer, m. Von nd. Enast m.«Knorren, Knorz; grober Kerl»; dazu schwed.-dän. knast«Knoten, Knorrenꝰ, dän. auch charter alter Mannꝰ, norw.-dial. knas ctüchtiger oder mächtiger Manne, schwed. nε «mächtiger Mann). 4L. knastern, v.: rasseln, auch zornig knurren, zanken, schon im 16. Jh. ZUS. Knasterbart, m., wie Knaster, 1691 bei Stieler. Ursprünglich burschikos.
knatschen, knätschen, v.: eine weiche Masse zerdrücken. Md. und obd. Lautnach- ahmend, ablautend mit Knutschen(s. d.).
knattern, v.: wiederholt platzend rau- schen. 1691 bei Stieler. Vgl. knittern. Laut- nachahmend.
Knäuel, m. n.(-s, Pl. wie Sg.): kugel- artig gebildete Masse, z. B. von Zwirn, Brot usw.(1663 bei Schottel Kneul m.), aber früher Neutrum, um 1480 im Voc. inc. teut. n 3 b knoil, kneil und Dim. vneulelein, mhd. im 14. Jh. Knüel(Buch v. guter Speise 8, 21), im 15. Jh. in Teufels Netz 10544 und bei Diefenbach gl. 266° Knülli, ferner im 15. Jh. nuilin, Knublin bei Diefenbach a. a. O., da- neben md. 1446 xnauwel, tirol. 1411 bei Vintler 7864 Knaul, wie noch heute in Mitteldeutsch- land. Durch Dissimilation(vgl. Knohlauch) hervorgegangen aus Kleuel, Kleul n., wie noch obd., 1581 bei Fischart Bienenkorb 36 b Kleiwel n., bei Luther Klauewel(Tischr. 136 a) und Kleawel n.(1, 485 b Eisl.), 1482 im Voc. theut. q 7 kleꝛol, im 12. Jh. chliroel, im 11. Jh. cliueveli n. neben chliaelin, Diminutiv von mhd. Kliuzwe n., ahd. chlüuawi n. und chliuwa, cliua f.«Kugel, Knäuel, mengl. clewe, engl. cleuo, woneben die Weiterbildung md. Klãtwen n., mnd. Klazwvνen n., ags. cliwen, cleowwen n. «Knäuel». Wahrscheinlich urverwandt mit lat. gluere«zusammenaiehenꝰ, aind. u³ Ballen.
Knauf, m.(-s, Pl. Knäufe): Knopf, Knoten. Mhd. knouf m.«Knopf am Schwertgriff, auf dem Turma. Verwandt mit Knopf(s. d.).
knaupeln, v.: mit spitzen Fingern woran herumarbeiten(1768 bei Kramer); wiederholt und in kleinen Bissen nagen(1696 im Schel- muffsky 10 abknaupeln). Bei Chr. Weise Catherina 221 Fnäuheln, wie noch schlesisch. Wohl zu Klauben mit kl aus kn wie in Knäuel.
Knauser, m.(-s, Pl. wie Sg.): kleinlich geiziger Mensch. Zuerst 1660 schlesisch bei A. Gryphius Dornrose S. 93, 15. Unsicher, ob abgeleitet von dem mhd. Adj. kndz ckeck, vermessen, hochfahrend»(gegen den armen ist er nn ZfdA. 8, 557, 243), im 16. Jh. naus chochfahrend» bei Keller Erzähl. 18, 29, wozu die ahd. Eigennamen Chndz(Knaus), Hart- chndz(Hartknaus) und Chnüzari(Knauser), oder ob es eine Weiterbildung von Knauen cnagen»(nd., aber auch md. 1691 bei Stieler), wie mrhein. Knauseler m.«genauer Handels- mannꝰ, schweiz. nauseln«behaglich in kleinen Bissen essen». 4.3L. Knauserei, f., 1775 bei Adelung. knauserig, adj. knausern, v., beide 1767 im Brem. Wb., knaustern 1734 bei Weber teutsch-lat. Wb. 350 b.
knautschen, s. knutschen.


