Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1069-1070
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1069 Knagge

Knappsack 1070

auch schon Schaden an der Gesundheit. Vgl. Knick. knack! interj., lauten Bruch naech- ahmend(bei Lessing 2, 554), im Ablaut knick knack/(der Verfasser der Floiade von 1593 nennt sich Knicklenackius, Goedeke Grund- riß ² 2, 511). Verstärkt knacks! 1788 bei Lang- bein Ged. 64. knacken, v.: brechen mit Geräusch, intr. md. im 15. Jh. gnacken(Fast- nachtsp. 931, 30, oberd. im 15. Jh. Xnacken(Anz. d. German. Mus. 1859 S. 416), mnd. naken:; trans. erst 1716 bei Ludwig, ndl. schon 1598 bei Kilian knachen. ZUS. Knackmandel, f.: Krachmandel, 1775 bei Adelung. Knack- wurst, f.: aus Schweinefleisch und fett be- reitete Wurst, deren dünner Darm leicht knackt, eig. in Norddeutschland heimisch, aber schon im 16. Jh. in Süddeutschland be- kannt(bei H. Sachs Fabeln 142, 56). Knagge, f.(Pl.-n): knie-, winkelförmiger Träger; Knorren im Holz; hölzerner Fenster- wirbel. Im Bau- und Maschinenwesen. Aus Norddeutschland vorgedrungen. Nd. Knagge f. m.«Knorren im Holz, Leiste, um ein Brett darauf zu befestigen, Pflock zum Aufhängen», oberd. knocke m.«Knöchel am Gelenk(bei H. Sachs), Knorren»(davon das Adj. Knocket «knorrig» bei H. Sachs). Dazu mengl.&nagge Pflock, Knorren am Baumꝰ, engl. Knag, schwed. knagg Knoten, Knorren, Ast», dän. knag(e)«Nagel zum Aufhängen von Sachen⸗ und auch wohl anord. Knakler m.«Fuß(unter Stühlen), Schemel». Wohl gleichen Stammes wie die unter Knabe bebandelten Wörter. Knall, m.(-Lels, Pl.-e): plötzlicher starker Schall. 1540 bei Alberus dict. b 4 b, 1541 bei Frisius(crepitus), bei Liliencron 4, 56, 12 vom J. 1532. Zu dem noch im 15. und 16. Jh. üblichen starkflektierten Zeitwort Knellen cknallen, krachen»(Präs. Knillet, Prät. knal), mhd. in er- und zerkenellen. Dazu ags. cnyll m. Ton einer Glocke», cngllan«mit der Glocke läuten», entlehnt ndl. Knal, schwed. knall, dän. knald«Knally. Weitres bei Falk. Torp. RA. Knall und Fall, eig.«gleich- zeitig Schuß und Niederfallen des Getroffnen? (1663 bei Schuppius 21 da Knall und Fall éin Ding ist), plötzlich(Lessing 2, 290). 4BL. knallen, v., mit schwacher Flexion, bei Liliencron 3, 233, 18 vom J. 1519. Z0S. Knalleffekt, m., vom Feuerwerk entlehnt, dann auf die Malerei usw. übertragen. Beleg von 1824 ZfdW. 8, 379. Knallerbse, f.: mit Knallsilber gefüllte kleine Papierhülse, die auf die Erde geworfen knallt, und knall-

rot, adj.: grellrot, sind Wortbildungen des 19. Jh.

Knan, Knän, m.(-v§): Vater, 1669 bei Grimmelshausen Simplicissimus 7 f. Knän, aus der Volkssprache des westlichen Mitteldeutsch- lands. Die richtige Form ist gnenn, wie noch in Oberhessen, im 14. und 15. Jh. in Franken und Westthüringen gnenne, gnanne als An- rede an den Vater, 1312 schwäb. bei Mone Zeitschr. 9, 322 genanne«Großvater», mhd. genanne, gnanne und gename m. eGleich- namiger, ahd. chinamno, Kenammo und gnanno m. ceiner desselben Namens».

knapp, adj.: eng, mit Not zureichend; genau und sorgfältig; nett und zierlich;(als Adv.) kaum(1663 bei Schottel). Im 16. Jh. (bei Fischart 1575 im Garg. 177 knap, 1581 im Bienenkorb 114 knapp) aufgenommen aus nd. knapp, ndl. knap nett, hurtigy; dazu dän. knap, schwed.-norw. knapp«eng, knapp, sparsam, kurz, schnell, netty, Adv. norw. knapt ckaum». Eine Nebenform in anord. mneppr«eng, knappy, aschwed. näpper, napper, dän. neppe, zu anord. hneppa cklemmenv. Dazu lit. knebenà cklaubey. 4L. Knappheit, f., 1691 bei Stieler, nd. im 16. Jh. Knapheit.

Knappe, m.(-n, Pl.-n): im Dienste eines Ritters stehender junger Mann nahe der Ritter- würde; Lehrling und Gehilfe bei Müllern, im Bergbaue. Mhd. Knappe, auch xnape, Knap m. «Knabe, Jüngling, Junggeselle», dann dem Ritterstande sich widmender Diener eines Ritters, Junker, Diener zu Leibdienst und Schutz, Kriegsknecht, Handwerksgesell, Berg- knappe», spätahd. Knappo m.«Knabe, Jüng- lingy; dazu afries. knappa neben knapa m. « Knabe, Junggesell, Knechty, mnd. Enape. Nebenform von Knabe(s. d.). 4B L. Knapp- schaft, f.: Zunft der Berghnappen, Gesamt- heit der auf einem Bergwerk beschäftigten Bergarbeiter, schon in der ersten Hälfte des 16. Jh., aber mhd. knappeschaft f.«Art und Weise eines Knappen).

knappen, v.: kurz zufahrend beißen, schnappen(bei Goethe 39, 122, schon 1573 bei Fischart Flöhhaz V. 1611, aus ndl. knappen cknacken, essen, hurtig zugreifen); heimlich Wild schießen(in der Wetterau Nassau, nd. afknappen). Dazu norw. knabbe mausen, wegraffen», dial. auch«schnell und gierig fressen» und auch wohl knabbern.

Knappsack, m.(-S, Pl.-Säcke): Reise- sack zu Speisen, Zehrsack. Im 16. Jh. nd. und ndl. knapsack m. ZLehrsack, Quersack),