Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1067-1068
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1067 Klunker

Knack 1068

Klüngel m.(-s): Anhang, Clique(oder dies zum vorigen). Verwandt mit Klunker(s. d.). Klunker, f.(Pl.-n) auch m.(-S, Pl. wie Sg.): hangendes, schwebendes Klümpchen, Zottel; hangende Quaste, Troddel. In der 1. Bed. 1678 bei Krämer Kluncker; in der 2. Bed. 1771 bei Weiße kom. Opern 1, 20, nd. 1743 bei Richey, als Mask. 1774 bei Claudius 1, 108. Das md. und nd. Wort ist verwandt mit mhd. glangeler m. Troddel»(Renner 12561), glunkte f.-baumelnde Locke?, ahd. glonko m. rund geballte Masse, Klumpen». Dazu klunkern, v.: baumeln, schlenkern, schlendern, mhd. und noch bei H. Sachs glankern, im 17. Jh. bei Grimmelshausen Simpl. 3, 98, 31 Kz. Klunckern. klunkerig, adj., 1678 bei Krämer Klunckerigt. ZUS. Klunker- milch, f.: Buttermilch, nd. Klunkermelk. Klunsch, m.(es, Pl.-e): nicht ausge- backnes Gebäck. Ostmd. und ndd. Unerklärt. Klunse, f.(Pl.-n): Riß, Ritz, Spalt. Schon mhd.(14. Jh.) Klunse neben chlamse, klümse, 1432 chlünsen(Diefenbach nov. gl. 3193), 1482 Kluntz im Voc. theut. q, noch oberd. Klumse, Klums. Ablautsform zu Klinse(s. d.). Kluppe, f.(Pl.-n): zum Klemmen ge- spaltnes Holz, Zwangholz, Klemme; klemmende Zange; in zwei geklemmte Stöckchen zum Verkaufe(an den Hälsen) aufgereihte Zahl von 45 gerupften Vögeln, dann bildlich Verein loser Vögel, liederlicher Gesellen(im 16. Jahrh. bei Murner Schelmenzunft, noch bayrisch). Mhd. in 1. und 2. Bed. Kluppe, spätahd. Kluppa f.«zZangey. Im 16. und 17. Jh. auch Kluppe m. Bündel, Schlüsselbund), ferner im 16. Jh. mit UÜbergang des kl in kn Knuppe f.«Nasenklemme der Pferde»(bei Dasypodius 1912 und Serranus t 4b). Zu klieben(s. d. und vgl. 2Kluft!). Vgl. auch anord. Klapa, norw. Klope«kneifen, klemmenꝰ. RA. Jem. in die Kluppen kriegen«in die Klemme»(Goethe 5, 96), schon im 16. Jh. in die Kluppen bringen usw.(bei H. Sachs usw., 1618 bei Schönsleder er ist in der Kluppen «captus est»), dann umgeändert in die Kloppe kriegen(1690 bei Chr. Weise betrogn. Be- trug 20). ZUS. Klupphengst, m.: Klopf- hengst(s. d., gebildet im Gedanken an Kluppe, weil dem Hengste vor dem Entmannen die Hoden in eine Kluppe gezwängt werden). Klüver, m.(-s, Pl. wie Sg.): das vorderste dreieckige Segel eines Schiffes, 1793 bei- ding, ndl. Kluiver. Entlehnt schwed. Klyfvare, dän. Klyver. ZUS. Klüverbaum, m.: die

Stange, womit das Bugspriet(s. d.) verlängert wird, um das Klüversegel auszusetzen, 1793 bei Röding, ndl. Klulverboom.

knabbern, knappern, ndd. auch knab- beln, v.: mit Geräusch nagen. 1741 bei Frisch, Diminutiv zu knaben«nagen»(1604 bei Colerus Hausbuch 3, 175), engl. knab cnagen, knabbeln». Obersächs. knäbbern, auch cpelfern, mürrisch reden»(1711 bei Rädlein knebbern). Ablautend mit Knuppern.

Knabe, n.(-/, Pl.-n): Kind männlichen Geschlechts bis zum Jünglingsalter, bis zur Mannbarkeit;(fast nur noch bei Dichtern) junger Mensch auch im Jünglingsalter, Jung- geselle, dann Dienstbursche. Mhd. Knabe m. «Knabe, Jüngling, Bursche, Diener, Page, Knappe, Handwerksgesell), zu Anfang des 12. Jh. chnabe, ahd. nur einmal im 11. Jh. Knabo m.«kleiner Knabey, md. auch Knave, knafe; dazu andfrk. Knapo, ags. cnapa, cnafa m.«Knabe, Jüngling, Knappey, engl. Knabe «Schurke, Bubey». Daneben Knappe(s. d.). Die Lautverhältnisse sind schwierig. Man stellt es gewöhnlich zur Wz. gen«erzeugen»(vgl. Kind), wobei aber die Ableitung unklar bleibt. Eher dürfte es gehören zu norw. knabb, knabbe Bergkuppe», schwed.-dial. knabh Pflock, knabbe«Knollen, Klumpen», norw.-dial. Knape Pflock, kleiner Riegely, schwed.-dial. Wnape cKnoten, Pflock», dän. Mnap«Knopf, Knauf,, älter auch«Klumpen, Testikels, ags. cnœpp m.«Spitze, Berggipfel», d. knopf(s. d.). Die Bedeutungsentwicklung hat zahlreiche Par- allelen, vgl. Stift, Bengel und selbst nopf hat die Bedeutung dicker Menschy u. a. Der bei Luther und noch im 18. Jh. öfter erscheinende Gen. Sg. Knabens(Gellert Fa- beln 1, 118) ist wieder außer Gebrauch ge- kommen. 4 L. Knähbchen, n., zu Anfang des 16. Jh. md. knebichen. Knäblein, n., mhd. Knebelin n. ZUS. knabenhaft, adj., 1691 bei Stieler. Knabenkraut, n.: einhei- mische Orchidee mit hodenähnlichen Wurzel- knollen, im Anfang des 15. Jh. Knabenkerdt (Diefenbach gl. 644²), nach Bock Kräuter- buch 1546 S. 141 so benannt, weil man das Kraut zur Heilung der Brüche gebrauchte, vgl. Voc. theut. 1482 Bl. q 8 b Knab cherniay.

Knack, m.(-Lels, Pl.-e): Laut des Bruches, Bruch, Riß, entzwei geborstne Stelle. Im 17. und 18. Jh. geläufig geworden, md. im 15. Jh. gnacke m.(Diefenbach gl. 245 b); dazu nndl. Knal m., engl. Knack, isländ. Knalkr m. Verstärkt Knacks, m., 1775 bei Adelung,