Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1063-1064
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1063 klopfen

Klotze 1064

und unter Hersagen von gereimten Sprüchen um Geschenke bitten. Das Anklöpfeln ge- schieht meist mit hölzernen Hämmerchen. Im 15. Jh. in den Fastnachtspielen 1346 klofplis nechte; die Reimsprüche oder Neu- jahrswünsche hießen im 15. Jh. nach den Anfangsworten Klopfan n.

klopfen, v.: mit kurzem Ton antreffend schlagen. Mhd. Klopfen, selten Kloffen, ahd. clophõn, clofön, md. und mnd. kloppen, mndl. cloppen. Im Ablautsverhältnis zu Klapfen, klappen(s. d.) stehend. 4L. Klopfer, m.: der Klopfende(mhd. Klopfœre m.); Klopfring an der Türe(1561 bei Maaler). ZUS. Klopf- fechter, m.: zum Klopfen(Schlagen) um- herwandernder Fechter, 1691 bei Stieler, im 17. und 18. Jh. unter die Landstreicher ge- rechnet, schon mhd. beim Teichner S. 167 vehler m. umherziehender Edler, der die Ritterkünste erwerbshalber übty; dann gegen Ende des 18. Jh. bildlich, Raufbold im lite- rarischen Streit. Klopfhengst, m.: nicht völlig entmannter Hengst, dessen Samenstrang durch Klopfen mit einem hölzernen Hammer von außen zerquetscht ist, worauf die beiden Hoden oder nur eine vertrocknen, 1741 bei Frisch, nd. Klopphengst, in der Uckermark daneben Klopper m.

Kloppe, s. Klappe.

Klöppel, m.(-s, Pl. wie Sg.): an einem Ende kugelig gedrechseltes Stäbchen zum Schlingen der Spitzen, Kanten usw., die md. Form für oberd. Klöpfel(s. d.), 1741 bei Frisch Klöppel und Klippel, 1715 bei Ama- ranthes Kleppel, 1691 bei Stieler Klöpfel, Klipfel, Klöpel, nd. knuppel m. 4BL. klöppeln, v.: Spitzen schlingen oder wirken, bei Goethe neben klöppeln auch Klippeln(30, 145), 1715 bei Amaranthes und 1616 bei Henisch Kleppeln, 1691 bei Stieler Klöpfeln, nd. nuppeln, 1718 im Accademischen Frauen- zimmerspiegel 27 Spitzen knlüppeln. Das Spitzen- klöppeln wurde 1561 im Erzgebirge durch die Annaberger Patrizierin Barbara Uttmann nach Brabanter Vorbild eingeführt.

Klops, m.(Gen. Klopses, Pl. Klopse): Braten aus dünnen, mit hölzernem Hammer mürbe geklopften oder statt dessen fein ge- hackten Fleischstücken, 1759 bei Bock preuß. Wb. Klops, 1775 bei Adelung Klopps m. Vielleicht identisch mit schwed. kalops n. cdünn geschnittne Scheiben Rindfleischy, engl. collop«Fleischschnittey, mengl. collope«Ge- röstetes, Karbonadey.

Klosétt, n.(-Lels, Pl.-e): verschließbares Gemach, Kabinett(1778 bei Musäus physiogn. Reisen 1, 151 Kloset); Abtritt. Diese Bed. erst in neurer Zeit. Das gleichbed. engl. closet, in 2. Bed. besonders water-closet, zu close «verschließen, verschlossen», von afranz. Glos, lat. clausas(Part. von claudére«schließen) «geschlossen.

Kloß, m.(-es, Pl. Klöße): sich zusammen- ballende oder zusammengeballte Masse, rund- licher Klumpen. Mhd. Klöz m. n., ahd. clöz m.&geballte Masse, Ball, Kugel, Kreisely, im Mhd. auch«Schwertknauf, Keil zum Ver- sperren der Türe von außen, Knebely; dazu mnd. klôt und klat, kläte m.«Klumpen, Kugel, Bally, mudl. löt, engl. cleat«Keil». Ab- lautend mit Klotz(s. d.) und weiter wohl mit aind. gudäs m.«Kugel»(aus*grudas), Bartholomae Idg. Forsch. 3, 175. Der Plur. Klöõße erst nhd.(Klößer bei Steinbach 1734 vom Neutr.), dafür mhd. Klöze, ahd. chlöza, noch im 16. Jh. Klo(Soltau Volksl. 2, 108). Als Speise schon ahd. dzZ, 4BL. kloßig, adj., 1775 bei Adelung, aber schon 1420 kKloschig ckugelartig», 1691 bei Stieler Klößig.

RKloster, n.(s, Pl. Klöster): abgeschloßnes Gebäude zur Wohnung für Mönche und Nonnen. Mhd. löster, ahd. chlöster, afries. Kläster n., aus lat. claustrum, alt- und volkslat. clostrum n.

«Riegel, Verschlußy, im Mlat. Kloster, von lat. dlaudére«schließen, verschließen?. Klaaster.

Vgl. 4BL. klösterlich, adj., mhd. klõsterlich. ZUS. Klosterbruder, m. Mönch, md. im 14. Jh. clostirbruder m. Klosterfrau, f.: Nonne, mhd. lôsterurouabe f.

Klotz, m.(es, Pl. Klötze): fest zusammen- hängende unförmliche Masse; abgetrenntes un- förmliches Holzstück;(bildlich) roher, plumper Mensch(bei Keisersberg, Luther). Mhd. und md. Kloz m. n., Gen. Klotzes, Ablautsform von klõôz(s. Kloß); im 14. Jh. Klotz«Kugel, Ge- schützkugel», und zwar als Neutr. mit dem Pl. Klotzer, blilotzer(Böhmer Urkundenb. von Frankfurt a. M. 766 f. von 1391). im 15. Jh. bei Behaim Wiener 378, 15 puchsenkxlocæ Pl.

«Geschützkugeln». 1691 bei Stieler als Neutr.,

ebenso bei Lessing 1, 194. 7, 200, mit dem Pl. Klötzer(Günther 426). 4BL. klotzig, adj.: pPlump, grob, im 16. Jh. bei Fischart Pract. (Kloster 587) klotzig, 1691 bei Stieler klotzicht, 1711 bei Rädlein Klötzicht; aber schon Ende des 15. Jh. loceig ckugelig»(Diefenbach gl. 265b).

Klotze, Kletze, f.(Pl.-n): gedörrte Birne. Bayrisch. Unerklürt.