1061 Klistier
Klöpfel 1062
gesetzten Lettern, Holzschnitten, Abklatsch. Aus gleichbed. franz. cliché von clicher, einer Nebenform von cliquer, cliqueter«klatschen». In neurer Zeit entlehnt.
Klistier, in Bayern und österreich auch Klystier, n.(s, Pl.-e): Ausspülung des Afters durch Einspritzen. 1494 bei Brant Narrenschiff 81, 46 klystier, mhd. klistér, Klie- stier n. Daneben im 14. Jh. Kriestiere, cristier n. Aus gr. lat. cIysterium, gr. ucripiov n., dem Diminutiv von gr. Jat. ciyster, gr. uc-hp m.
&Klistier und Klistierspritze», von gr.«Xxοery
can-, abspülen, mittels Einspritzung in den After reinigen). 4L. klistieren, v., mhd. klistieren und kristieren, 1508 in der Straß- burger Gemma e 42 chystieren. ZUS. Klistier- spritze, f., 1678 bei Krämer Clistierspritze, dafür bei Duez 1664 Clistierstock m. oder Clistierpfeiffe f.(letzres schon 1582 bei Fi- schart Garg. 347), Ende des 15. Jh. Kristierysen bei Diefenbach gl. 127°, 1577 bei Junius 194³ nur Clistir n., 1482 im Voc. theut. ꝗ 8 b kKlister. Klitsch, m.(-es, Pl.-e): Stück weicher Masse, z. B. Butter, Teig usw.; klitschender Schall oder Schlag. Md., in der 1. Bed. 1739 bei Schnabel Felsenburg 3, 425. klitsch! interj., bei Campe, in der Verbindung klitsch klatsch 1795 bei Hupel 117, wo auch Klitsch- klatsch m. klitschen, v., bei Luther klitschen und kliteschen die flachen Hände hell er- schallend widereinanderschlagen, im 16. Jh. auch klitzen, schon 1420 unbeklitzet, wie klatschen(s. d.) aus älterm klatzen hervor- gegangen ist. klitschig, adj.: unausgebacken weich und teigig, nd. klitzig, klitsig. lklittern, v.: klecksen, unsauber, nach-
lässig schreiben, vorläufig(ungeordnet) ein-,
aufschreiben. 1534 bei Frank Weltbuch Vorr. a 5a klitteren, 1517 bei Keisersberg Brösamlin 2, 77° klüttern. Zu älternhd. Klitter m. «Fleck, Klecks»(Fischart Garg. 386), md. im 13. Jh. Kläter m.«Schmutz, Flecky, nd. kludder m., die im Ablautsverhältnis stehen zu nd. kläter, md. klader m.«Schmutz»(s. xlaterig und Kladde). 4BL. Klitterung, f.: schnell hingeschriebne Erzählung, in Ge- schichtklitterung 1590 bei Fischart Garg. Titel (dafür in der 1. Ausgabe 1575 Geschicht- schrift). ZUS. Klitterbuch, n.: Buch zu vorläufigem Einschreiben, Kladde(s. d.), 1642 bei Duez Klitterbuch, 1561 bei Maaler und noch schweiz. Klütterbech.
2klittern, v.: klappern, rasseln, im 17. Jh. klittern, bei Luther 3, 441 b klüttern, im Ab-
laut(zu md. klattern«klappern, prasseln»). ZUS. Klitterschuld, f.: kleiner Schuld- posten, 1691 bei Stieler, vgl. Klipperschuld. Klitterwerk, n.: geringe Ware, Klapper- werk, im 16. Jh. bei Fischart Nachtrab 66, Kluütterwerck 1713 bei Dentaler.
Klodke, f.(Pl.-n): Abzugskanal. Im 16. Jh. bei Franck Chronica 32 b clouck f., im 17. Jh. auch Cloac n., aus gleichbed. lat. cloãca f. ZUS. Kloãkentier, n.: niedrigste Ordnung der Säugetiere. Bildung des 19. Jh.
Kloben, m.(-s, Pl. wie Sg.): gespaltner Stock usw., zunächst zum Vogelfang;(an der Wage) Gabel, in der der Wagebalken hängt und die Zunge sich bewegt(schon mhd.); greifender Haken, Klammer(1488); Türangel (1663 bei Schottel); Gebund, z. B. Flachs, urspr. Stock mit klemmendem Spalt, in dem die Büschel usw. befestigt sind(bereits mhd.); Tabakspfeife mit dickem Kopf(studentisch, erst 1837 zu belegen). In 1. Bed. mhd. klobe, ahd. clobo, chlobo m.; dazu andd. fugullcloνo m.«Kloben zum Vogelfang», mnd. Klof, klove, klave m.«gespaltner Stock, Spalt, Wag- gabel, Gebund», ndl. Xlοof f.«Spalte, Rißy, anord. klofe m.«Felsspalte, Türfuge, Klof n. «Spalt, Riß, Schnitt», dän. Klow gespaltner Huf des Hornviehs», klove«Halsjoch für Kühe», älter auch«Bügel, Klammer», schwed. Klofye«Schraubstock, Zangey». Zu klieben (§. d.). 4BL. klobig, adj.: klotzig, unge- schlacht, erst in der ersten Hälfte des 19. Jh.
klönen, v.: fortgesetzt klagen, jammern. Norddeutsch(1743 bei Richey), dafür schweiz. klänen, auch klönen. Wohl verwandt mit ags. clynnan«tönen».
Klöpfel, m.(-s, Pl. wie Sg.): unten dickes Werkzeug zum Klopfen oder Widerschlagen, 2z. B. der Glockenschwengel. 1482 im Voc. theut. q 8a klupffel, md. 1470 Klopfel und kloppel, 1540 bei Alberus dict. u 3 Klöppel, mhd. Klüpfel und Klopfel m., 1664 bei Duez Kliiòpffel und noch schweizerisch. Von klopfen. Vgl. Klöppel und Knüppel. In Klöpfel auf- gegangen ist mhd. kleffel, klepfel m.«Glocken- schwengel, mnd. kleppel m., ndl. klepel f., abgeleitet von mhd. klaff, Klapf m.(s. Klapp). Dazu Klöpfelsnacht, Klöpfleinsnacht, f.: in Bayern und Schwaben der Abend des letzten Donnerstags vor Weihnachten, dann die letzten drei Donnerstage in der Advents- zeit, in Schwaben auch alle Nächte von Weih- nachten bis zum Dreikönigstag(6. Jan.), wo arme Leute und Kinder an die Türen Klopfen 67*


