Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1055-1056
Einzelbild herunterladen

1055 klempern

klieben 1056

Klemmer, m.(-é, Pl. wie Sg.): Augenglas. Diese Bedeutung erst im 19. Jh. klempern, v.: Metall(Blech) hämmern, einen Blechton hervorbringen(vgl. Kklimpern). 1691 bei Stieler Klemperen. Mhd. Kklemberen neben Klampfern«fest zusammenfügen, ver- klammern). 43L. Klempner, m.(-, Pl. wie Sg.): Blechschmied. 1734 bei Stein- bach. Umgestaltet aus Klemperer m.(1691 bei Stieler, auch bei Rädlein und Ludwig); dafür obd. Klamperer(schon im 16. Jh., Fischart Pract. Großm. 1572, 8), bayr. östr. Klampferer(schon im 17. Jh., aber im 15. Jh. bei Behaim Wiener 312, 6 clampfer m). klenken, v.:(bei Fichten-, Tannenzapfen usw.) durch Hitze die Samenhülsen sprengen und so den Samen ausfallen machen. In Mitteldeutschland. Eig. cklingen machen), was mhd. Klenken neben klengen. kleppen, v.: in kurzem Tone läuten. In Norddeutschland; dazu ndl. kleppen«klappern, die Glocke anschlagen», von Klap m.«Schlag (s. Klapp); dafür mit pf oberdeutsch Klepfen cknalleny(vom Schuß usw., schon 1432).

Klepper, m.(-s, Pl. wie Sg.): Lauf- pferd geringer Art; Reise-, Paßgänger. Ur- sprünglich ohne üblen Nebensinn, 1561 bei Maaler, aufgenommen aus dem Md., wo Ende des 15. Jh. Klepper m.«Reitpferd»(Michelsen Mainzer Hof in Erfurt 32), im 16. u. 17. Jh. Klöpper, aber auch Kleppher m.«sehr kleines Pferd, 1517 bei Trochus G 6 b und Klöpffer, 1611 bei Colerus Haußbuch 4, 109. Benannt entweder von der besondern Gangart des kleinen schnell laufenden Pferdes(dem klop bei Fischart Garg. 203), oder nach dem kurzen Anschlag der Schellen, die dies Pferd am Geschirr trug. Vgl. Buschlelepper.

kleppern, v.:(Eier) mit dem Rührlöffel schlagen, zerquirlen. In Mitteldeutschland, Nebenform von kläppern, im 14. Jh. cläppern vom Klappern des Storches und kleppern von Schmiedearbeit, Hämmern, dafür spät- mhd. Klepfern«klappern?.

Kleptomanſe, f.: krankhafte Neigung zum Stehlen. Aus gr. Kémreiv stehlen» und pavic f.«Hang». In neurer Zeit.

klerikäl, adj.: streng kirchlich, päpstlich gesinnt. Von nlat. clericäãlis, abgeleitet von clerus s. u. In neurer Zeit. Kleriker, m. (*s, Pl. wie Sg.): Geistlicher, Priester. Mhd. cleric, Klerkee m., mnd.-mndl. Klerken. Aus gleichbed. kirchlich-mlat. dlericus m., dem als Subst. gesetzten Mask. des kirchlich-gr.

Adj. xAnpixòc«zur Geistlichkeit gehörig», von mlat. clerus m. Geistlichkeity, gr.«xpoc m. Los, zugelostes Besitztumꝰ, im Pl. biblisch die zur Leitung der Christen Vorerwählten (1. Petr. 5, 3). Dazu Kleriséi, f.(Pl.-en): Priesterschaft, 1562 bei Mathesius Sarepta 216 b, 234² Clerisei f., 1541 im Cod. dipl. Saxon. reg. II, 3 Nr. 1428 clerisey, aus roman. (span.) clerecia, mlat. clericia f.; auch mnd. kleresye, klerilcie, klerkesie f.

Klette, f.(Pl.-n): Pflanze mit sich an- häkelndem Fruchtknopfe, sowie dieser selbst. Mhd. Klette f., ahd. chletta, chledda f. und chletto, chleddo m.; dazu and. Kleddo, clevisch 1477 clette neben clesse f., nndl. Klis, klisse f., ags. clãte f., engl. clotbur. Urverwandt mit lat. glüten n.«Leim». In der Wurzel muß der Begriff des Anhaftenden, Klebrigen liegen, was dadurch bekräftigt wird, daß die Klette im Ahd. noch Kliba, chlipa, amd. kliua, ags. clife f. heißt(s. kleben, Klei). Aus dem Germ. stammt franz. glouteron, afranz. gleteron. ZUS. Klettenkraut, n., 1540 bei Alberus.

klettern, v.: woran haftend(klebend) auf- oder absteigen. 1482 im Voc. theut. q 7, dann bei Keisersberg und Luther; nd. Klattern, nndl. Klauteren. Frequentativum zu älter- nhd. kleten(Zimm. Chron. ² 4, 203, 37), noch schweiz. Kletten, von derselben Wurzel wie Klette(s. d.), was dadurch bestätigt wird, daß im Voc. theut. von 1482 und schweiz. zugleich klebern«klettern»(von mhd. Kleber cklebrigꝰ, s. d.) vorkommt. 4L. Kletterer,

m., 1691 bei Stieler. ZUS. Kletterstange,

f., 1775 bei Adelung; bei den Vogelfängern ist sie nach Frisch 1741 eine 10 Fuß lange, oben mit Leimruten besteckte Stange.

Kletze, s. Klötze.

Klicker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schnell- kügelchen. 1549 im Renner Bl. 75 und 1664 bei Duez Klicher, 1575 bei Fischart Garg. 265 der Pl. Klackern Schnellkugeln?, spätmhd. 1429 klacker neben gluckern«mit Kugeln spieleny, 1540 bei Alberus klich m.«Schneller mit den Fingern, Schnippchen». Vielleicht zu ahd. cliueveli, claceli, glueli n.«Kügelchen»

von ahd. kliuwα f.«Knäuel, Kugel». S. Knicker.

klickern, mundartlich neben Kleckern.

klieben, v.(Prät. klob, Konj. klöbe, Part. gekloben): intr. sich gewaltsam voneinander geben; tr. voneinander hauen. Mhd. Klieben (Präs. Klüche, Prät. Kloup, Pl. Klaben, Part. gekloben), ahd. chliopan, clioban; dazu asächs. klioban, ndl. Klieven, ags. cléofan, engl. cleave,