Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1051-1052
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1051 klecken

klein 1052

(1663 bei Schottel); noch fränk. Kleck m. «Riß, Sprung in Glas usw.y. Vgl. Klecks.

klecken, v.: weiche Masse wohin werfen oder fallen machen; verunreinigende Flecke machen;(übertragen) wozu ausreichend förderlich sein. Mhd. xlecken, ahd. Kleken claut reißen, platzen, ausreichen, genügen, wirksam seiny, im Md. auch«Klecke werfen, einen Fleck machen». 43L. Klecker, m.: Schmierer, 1691 bei Stieler. kleckern, v.: in einzelnen Klecren fallen lassen, bei Stieler.

Klecks, m.(Gen. Kleckses, Pl. Kleckse): wie Kleck. 1734 bei Steinbach, Klex 1727 bei Stoppe Ged. 1, 207, Klecksgen bei Günther 217. 4 BL. klecksen, v., erst nach der Mitte des 18. Jh. bei Hölty, Voß, Claudius.

Klee, m.(s, Pl.-e, besser Kleearten): die Futterpflanze Trifolium; Trefle, Treff im franz. Kartenspiel, entsprechend Eicheln im

Deutschen(1591 bei Fischart im Kloster 10,

920, aber s. v. a. Grün). Selten Fem., 1652 bei Rist Parnaß 694 Klee f., aach. klie f. Mhd. Kl m., Gen. kléwwes, ahd. chléo m. n., Gen. chléwes«mit Kleeblumen untermischter Rasen», and. cle; dafür mnd. xlever, klãveren, nnd. klever, klaver(auch kleve) m., ndl. klaver f., ags. clcfre m., engl. clover, entlehnt schwed. klõfver, dun. Klever, klöver. Echt nordisch ist norw. schwed. smäüre, isl. smäüri. Die Her- kunft von K. ist unklar. Vgl. Björkmann 2fd W. 2, 227 f. ZUS. Kleeblatt, n., im 15. Jh. der Pl. klebleter und das Dim. kKlebletelein; bildlich, Verbindung von dreien(bei H. Sachs 12, 370 und Opitz 1, 440). Kleesalz, n.: aus Bitter- oder Sauerklee bereitetes Salz, 1776 bei Hübner 2323 Sauerkleesalz. Klei, m.(-es, Pl.-e): der züheste Ton. 1691 bei Stieler Kley, 1557 bei G. Agricola 90 roter Kle m., bei Voß tausend und eine Nacht 6, 1 ff. Klei f., bisweilen auch Klei, Klai n. Aus nd. Klei m. f., im 14. Jh. cley n.; dazu ndl. klei, klai f., 1598 Kleye, afries. Klai, ags. clcõg, engl. clay, dän. Kläg, mit Ablaut norw.-dial. li«schlamm, aufgespülter Kot, züher Lehm». Nebenformen Kleit(1574 bei Fischart onomast. 44 b), wie engl. clayt(in Kent), und ditmars. Klen m. Urverwandt mit lat. glus und gläten n.«Leimy, glis chumus tenax», gr. ivn, IRia und Xoud f. Leim, VXOiGc m.«klebrige Feuchtigkeit», abg. glina f.«Tony, gléni m.«Schleim». Des- selben Stammes sind ahd. chleimen aus Ton oder Lehm formenꝰ», ahid. Klenan, mhd. klenen ckleben, schmierenꝰ, ags. cläman«schmieren,

ferner Kleiben und Kleister(s. d.). Vgl. noch Zupitza Gutt. 147 und Walde s. v.

kleiben, v. trans.: aufstreichend haften machen(jetat verdrängt durch kleben, s. d.). Mhd.-ahd. Kleiben mit schwacher Flexion; Kausativ zum starkbiegenden intrans. mhd. kliben«fest anhangen, haften(Prät. kleip, Pl. klipen, Part. gekliben), noch älternhd. kleinh und bekleiben(s. d.), ahd. Klihan, ags. Iifan chaften). Zu dem gleichen Stamm wie Klei. 4B L. Kleiber, m.: Lehmwand- macher, Tüncher; Spechtart. Mhd. im 13. Jh. kleiber m. Z0S8. Kleibscheibe, f.: Maurer- kelle, 1663 bei Schottel, noch in Nassau und der Wetterau.

Kleid, n.(-els, Pl.-er): was der Mensch zur Bedeckung des Körpers, insbesondre des Rumpfes anhat. Mhd. seit Mitte des 12. Jh. kleit(Pl. kleit und kKleider); dazu ndl. 1598 Kleed, mnd. Nxled, afries. Kxläãth, Kléth, ags. seit 8. Jh. clãh, engl. cloth,(entlehnt) anord. Klcdi n.«Tuch, Zeug, Kleidy, schwed.-dän. Kläde. Die älteste Bed. ist«zeug, Tuch», daher noch siegerländ. ⁶chlead Taschen- tuch», eig.«Wischtuch). Im Ablaut dazu steht ags.-hida m. Pflaster, Salbe, Geknetetes», so daß K. eigentlich«Gewalktes, Gestampftes» bedeutet und mit kleiben, Klei usw. zu- sammenhängt. 43L. kleiden, v.: an dem Körper oder einem Teile desselben mit einem Anzuge versehen; putzen, schmücken, einem gut stehen. Mhd. Kleiden; dazu mnd. kléden, ndl. Kleeden, engl. clothe, anord. lᷣ⁴a. Kleid- sam, adj., neuere Bildung aus der ersten Hälfte des 19. Jh. Kleidung, f.: Kleidungs-

stücke, die zu einem Anzug gehören, im 15. Jh.;

damit zgs. Kleidungsstück, n., nach 1770. ZUS. Kleidermacher, m., 1678 bei Krämer.

Kleie, f.(Pl. ,/): abgemahlne Getreide- hülsen. Mhd. Klie, Klige, ülter Klawe, ahd. Kloôwa, klia f.; dazu mnd. klie, klige f., ent- lehnt schwed.-dän. Kli n. Wohl desselben Stammes wie Klei(s. d.), vgl. lett. gloe «Schleimy, gr. TXio, Aivn Leimꝰ.

klein, adj.: nach Ausdehnung oder Mabß nicht viel. Bei Goethe 3, 303 noch Kleine, mhd. Kleine, Klein, mit den Nebenformen klin und Klin rein, zierlich, niedlich, fein, dann «dünn, schmächtig, mager, schwach, gering, nicht viel, fein-, scharfsinnig», ahd. Kleini, chleini, chléni, im Adv. Kleino, chleino«sauber, glänzend, zierlich, genau, sorgfältig, gering; dazu and. cléni«klein, scharfsinnig», mnd. kléne, kleine«dünn, zierlich, wenig», afries.