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ahd. xlapfon czusammenschlagen». Klapper, f.: W9erkzeug zum Klappern, im 15. Jh. rhein. clapper und nd. clappir bei Diefenbach gl. 125(. 254 b, dafür mhd. Xlepfer, klaffe, md. (bei Eilhart 7029 L.) Klepper f.; davon Freund Klapperbein: der Tod. Im 18. Jahrh. Klapperschlange, f.: mit einer Klapper am Schwanze versehne giftige Schlange in Amerika, 1741 bei Frisch. klappern, v., mhd. Klappern, auch kleppern, klepfern, md. und nd. Klappern. Mittels-s abgeleitet, wie Klecks, Knichs, schnapps: Klaps, m.(Gen. Klapses, Pl. Klapse und Kläpse): schallender Schlag, 1734 bei Steinbach Klaps m.; RA. einen Klaps haben: etwas dumm sein. Sächsisch- Norddeutsch; klaps! interj., nd. 1767 im
brem. Wbch. 2, 788; Klapsen, v.:(intr.) klatschen, knallen(1778 bei Hermes Sophiens Reise 1, 242);(trans.) schlagen, md. und nd. klar, adj.(Komp. klarer, Superl. klarst): das Licht in allen Teilen durchlassend, hell, deutlich; fertig(aus der Seemannssprache). Mhd. Klär, clär chell, lauter, glänzend», mnd. dlãr, mndl. qlaer, spätanord. Rlärr, schwed.- dün. Klar, aufgenommen aus lat. clärus chell, leuchtend»(von dessen Fem. clãra auch der weibl. Eigenname Klara). Der Komp., mhd. clärer, bisweilen mit Umlaut, im 16. Jh. klerer, bei Wieland, Lessing, Herder, Goethe klärer, der Superl. klärst bei Goethe, klärest bei Schiller. 4L. Kläre, f., mhd. klœre f. cKlarheity. Klären, v.: klarmachen, mhd. Klœren, md. kléren und klären, dagegen mhd. Klãren chell werden, sich klären». Klarheit, f., mhd. Klärheit f. klärlich, adj., mhd. klär-, Klœrlich, bei Luther Klerlich, galt gegen 1800 veraltet, als Adverb aber wieder auf- genommen. Klärung, noch nicht bei Campe. klarieren, v.: ein Schiff, die Schiffsgüter verzollen. 1791 bei Roth. Nd. een schip kla- reeren, entspr. Ausdrücke sind dän.-schwed.- engl.'span. portug. Von klar«fertig» s. o. Klarinétte, f.(Pl.-n): 1690 erfundnes Holzblasinstrument. 1791 bei Roth Clarinett (1813 bei Campe Clarinettist m.). Aus gleich- bed. franz. dlarinette f., ital. clarinetto m., dem Dim. des ital. clarino m. chellgellende Trompetenart», von lat. Adrus chell schallend. Klasse, f.(Pl.-n): ordnende Abteilung. 1610 bei Gödeke Gr.² 2, 61, 18 und 1616 bei Henisch Claß f., aus lat. classis f.«Ab- teilungy, woraus auch das gleichbed. franz. classe f. ZUS. Klassenkampf, m., 1848 von Marx gebraucht. klassifizieren, v.:
Klatsch 1048
in ordnende Abteilungen bringen. Von nlat.
classi-ficatio f.«Einteilung in Klassen», aus
classis und-ficatio, einer Ableitung von facere cmachenn. Goethe Br. 8, 3. 79. Klassiker, m.(-s, Pl. wie Sg.): mustergültiger Schrift- steller. Im 18. Jh. nach dem franz.(auteur) classique, von lat. classicus m.«Bürger ersten Ranges»(ciwis classicus), dann Schriftsteller vom ersten Range(scriptor classicus bei Gellius 19, 8, 15). klassisch, adj.: ersten Ranges seiner Art, mustergültig, nach gleich- bed. franz. classigue vom lat. Adj. classicus cdie(ersten) Bürgerklassen betreffendy. Be- leg von 1748 bei Danzel Gottsched 230. klat(e)rig, adj.: unsauber, kläglich, er- bärmlich, schmutzig. Im 18. Jh.(bei Hermes Soph. Reise 6, 587, Wieland 18, 233 vom J. 1776) aufgenommen aus dem nd. Kläterig, klatterig
«schmutaig, zerlumpt, verwirrt in den Haarenꝰ,
dann cübel, wenig Erfolg versprechend», von nd. Klãter m.«Fetzen, zerlumptes Kleidungs- stück, angespritzter Schmutz, Kotklunker,
Klunker von Augenbutter», zu mnd. Mlatte
f. m.«Kleiderfetzen, Verworrenes, verwickelter
Rechtshandel», das vielleicht mit Kladde zu-
sammenhängt. Das Wort istauchschweizerisch.
Klatsch, m.(-es, Pl.-e): klatschender Schall oder Schlag, Fleck(1711 bei Rädlein); Geschwätz(bei Goethe 5, 133). In 1. Bed. ndl. 1599 klets, kletse. klatsch! interj., 1803 bei Kosegarten Jucunde 155, vgl. litsch. Laut- nachahmend. klatschen, v.: intr. schallen, schallend schlagen(1691 bei Stieler, Klateschen 1651 bei P. Fleming 1, 23 L., Natschen 1668 bei Prätorius Anthropod. Plutonicus 499 und 1674 bei Abele künstl. Unordnung 5, 29); schwatzen (1663 bei Schottel). Hervorgegangen aus älterm klatzen in 1. Bed.(bei Luther Tischr. 327 b, vgl. 1562 bei Mathesius Sar. 208 2 klata- mühle, aber 1578 klatzschmühle 146 ²), mhd. kletzen in bekletzen«beschmieren, beschmut- zen», ndl. 1599 Kletsen«klatschend schlagen (Gvgl. klitschen). Davon Klatsche, f.: Werk- zeug zum Klatschen(1691 bei Stieler); klatsch- haftes Weib(1663 bei Schottel); Klatscher, m.: der Klatschhafte, 1691 bei Stieler, Klät- scher 1734 bei Steinbach, und hiervon Klat- scherei, f. bei Stieler, Klätscherei bei Stein- bach. klatschhaft, adj.: schwatzhaft, bei Stieler. ZUS. Klatschbase, f.: schwatz- hafte Person. Erst im 19. Jh. Klatsch- büchse, f.: Knallbüchse von ausgehöhltem Fliederholz(1691 bei Stieler); schwatzhafte Person(1775 bei Adelung). Klatschrose, f.:


