104⁵ Klage
Klapp 1046
Klage, f.(Pl.-n): hörbarer Ausdruck des Schmerzgefühles;(gerichtliche) Beschwerde. Mhd. klage, ahd.-and. KMlaga f. Urverwandt mit aind. garhã f. Tadel, awest. gorazã- f. Klage», aind. gärhati cklagt, klagt an, be- schuldigt, tadelt, awest. gorazaiti cklagtꝰ, kaum aber mit gr. BAnxH f.«Geblök der Schafey. Davon klagen, v.: sein Schmerz- gefühl äußern; vor Gericht als Kläger auf- treten, mhd. klagen, ahd.-and. Klagön und klagen, wovon weiter Kläger, m., mhd. klager, kleger, spätahd. clagare m. ZU0S. mit Klage: klagbar, adj., mhd. Klage-, Klagbœre cbeklagenswert, Klage erhebendy. kläg- lich, adj., mhd. Klegelich, klagelich«klagend, beklagenswert, ahd. chlagalih. klaglos, adj., 1315 md. clagelôs«gerichtlicher Klage überhoben», im 18. Jh. in der Bed.«keine Klage hören lassends. Klagelied, n., mhd. lageliet n.
iKlamm, m.(Iels, Pl.-e): Krampf, Luft- röhrenkrampf. Mhd. klam(Gen. klammes) m. Krampf, Klemme, Klammer»; dazu ags. clam, clom m. Fessely. Weiter sind wohl ver- wandt lat. glomus m.«Kloß, Knäuel», aind. gulma- m. n.«Strauch, Busch, Trupp Soldaten, Geschwulst im Unterleib». Weitres bei Walde. Schweizerisch. Vgl. klemmen.
² Klamm, f.(Pl.-en): Bergspalte, Berg- schlucht mit Gießbach. Oberdeutsch, 1517 im Teuerdank clamme f., im 15. Jh. klam, glam Schluchts, mhd. wuοfklamme f.«Jammertal». Zu 1Klamm.
klamm, adj.: eng zusammengedrückt, drückend eingeengt(1663 bei Schottel); allzu spärlich, knapp(Voc. von 1429). Anders 1562 pei Mathesius Sarepta 51 2clam gold dichtes» d. h.«gediegenes, lauteres Gold, schon mhd. pei Heinrich v. Meißen 200, 6 Klamer morgen clautrer, d. h. klarer Morgen; erstarrt, kalt und feucht(norddeutsch). Zum vorigen. Vgl. klemm und verklemmen.
Klammer, f.(Pl.-n): Gegenstand zum Festklemmen. Mhd. klamere, klamer, md. auch klammer f.; daneben das gleichbed. mhd. klampfer, noch bayr. Klamper, kärnt. Klamper, Klampfer f.; dazu anord. klõmbr f. Klemmen, neunorweg. Kklomber«Klemme, enge Felsschluchts. Davon klammern, v., 1589 bei Roth christl. Hausmütter ABC J5, dafür mhd. Klamben, Klampfern, kxlemberen. Vgl. Klamm, lemmen, Klempner.
Klampe, f.(Pl.-n): an beiden Enden festhaltendes Bindeholz. Aus dem Nd. auf-
genommen, mnd. klampe f. Haken, Spanges, bildl.«Steg über einen Grabenꝰ», ndl. klamp f. «Klammer, zumal hölzerne?, 1477 clevisch clamp«Klemmwerkzeug zum Halten»; dazu dän. Klampe, schwed. Klamp Klotz, Holz- stück». Die echt hochdeutsche Form bietet bayr. Klampfe f.«Klammer der Zimmer- leutey. Dazu schweiz. Chlempe. Vgl. Klemme.
¹ Klang, m.(-els, Pl. Klänge), mhd. Klanc (Pl. klenge), ahd. bei Notker chlanch; daneben mhd. klinc(g) und xlunc(g) m. Dazu ndl. Klankt m.«Klang, Laut», engl. clankc«Gerassel, Ge- Mirr», wie ahd. mit k aus gn. Zu klingen(s. d.).
² Klang, m.(-els, Pl. Klänge): seichte von plätscherndem Wasser überfloßne Stelle im Flusse(göttingisch, 1642 in Hessen);(in und um Gießen) offne Stelle im Flußeise. Eins mit dem vor. Wort, denn md. Klanc m. das Plätschern des Bachess. Vgl. ²Klinge.
Klapp, m.(Jels, Pl.-e): Schall, Krach, 1663 bei Schottel, 1616 bei Henisch Donner- klapp, Donderkxlapp, 1590 bei Ringwaldt laut. Warh. 70 Klapp m. Schlag, Schlappe, Un- glücksfallo, nd. Klapp, ndl. Klap m., engl. clap, anord.-schwed. Klapp n., dän. Klap. Dafür mhd. klapf(s. Klaff). Wie die folgenden Wörter(mit Ausnahme vielleicht von klappern) aus dem Nd. aufgenommen. klapp! interi., 1600 bei Adrian Mittheil. 371 Klip und klap, nd. klapp, engl. clap! Klappe, f.(Pl.-n): auf. und abschlagender Gegenstand woran, beweglicher Deckel oder Verschluß(1741 bei Frisch); Aufschlag am Rock(1775 bei Ade- lung); Fliegenklatsche(bei Voß), Peitsche(1691 bei Stieler). Nd. Klappe f.«auf- und nieder- schlagender Deckels, mnd. Klape f.«Klapperꝰ, ndl. Klap f., eins mit mhd. Klaffe f.«Klapper, das Klappern, Schwaätzen». Damit 2gs. Klapp- horn, n.: Horn mit beweglichen Klappen zum Regulieren der Töne, eine Erfindung des 19. Jh.(1814); daher Klapphornvers m., scherzhafter Vers nach dem Muster einer Vierzeile, die einen das Klapphorn blasen- den Knaben schildert, erst im letzten Viertel des 19. Jhs. klappen, v.: schallend auf- schlagen(bei Luther); gleichlautend zuein- ander passen, sich zueinander fügen(es klapt bei Luther 3, 442 b). Die md. und nd. Form für klaffen(s. d.), nd. klappen«klatschend schlagen, passen, mnd. Klappen«plappern, laut schwatzen»; dazu mndl. clappen«schwat- zen», ndl. klappen«laut widerschlageny, ags. clappan, engl. clap, afries.- anord.-schwed. klappa «Schlagen, klatschens, dän. klappe, entsprechend
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