Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1043-1044
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1043 Kitze

Klafter 1044

Kitze, f.(Pl.-n): weibliche Katze, Kätzchen. 1716 bei Ludwig Kitze, Kitz, 1729 bei Pi- cander 2, 206 Kietze, im 15. Jh. das Adj. kitzin(Diefenbach gl. 107 5), nd. kitte f., im Ablaut zu Katze gebildet. Engl. chit und kitten«Kätzlein», von cat«Katzes.

Kitzel, m.(-s): wie zitternde Bewegung empfundner Nervenreizs zu Lachen, Husten u. a. Erst frühnhd., 1498 bei Braunschweig Chirurgie 114 b Kützel(in der Ausgabe von 1539 auch Kitzel), bei Luther Kutzel, Küitzel, noch bei Gellert Kützel; dazu mund. kettel m. Von kitzeln, v.: zum Lachen stacheln, zu Lust oder Übermut reizen, mhd. kitzeln und kützeln, kutzeln, ahd. chizilön und chaailön; dazu ndrhein. im 11. Jh. chitilon, and. kitilon, mnd. ettelen, ags. citelian, engl. kittle, anord. kitla, schwed. kittla, dän. Kildre. Wohl laut- nachahmend. 4. kitzlich, adj., im 15. Jh. Kitzelich, Kitzlich(Diefenbach gl. 586 2), 1482 im Voc. theut. r 82 kutalich, daneben seit dem 17. Jh. Kützelicht, Kitzlicht.

klabästern, v.: schmieren; schlagen, prügeln; polternd, störend laufen. In Mittel- und(namentlich in der 2. Bed.) in Nord- deutschland. Aber auch elsäss. Klawasteren «mit Lehm verschmieren». In der 1. Bed. 1781 bei Kindleben. Dunklen Ursprungs. Vgl. H. Schröder Streckformen 150.

Klabaútermann, m.(-s, Pl.-männer); Schiffskobold. Nach Schröder Streckformen S. 161 steckt im ersten Teil ndl. Klauteren «klettern». Unsicher.

Klack, m.(-Lels, Pl.-e): Riß, entzwei geborstne Stelle;(nd.) Flecken, Fehler. Mhd. klac(Gen. klackes) m.«Riß, Schall, lautes Bersten, Knall, Krach; dazu ndl. 1599 Klack Krach, Rißy, anord. klabier m. Klecks, Wölkehen, Klumpen», dün. Klal«Flecken, schwed. Klack Hacken an Schuhens, dialekt. auch«Klumpen, Anhöhe». Dazu noch Kleck, Klecks, Klecken(s. d.) und eine Reihe andrer Worte in den germanischen Sprachen. Die Grundbedeutung und weitre Verwandtschaft ist unsicher. Vgl. Falk-Torp.

Kladde, f.(Pl.-n): flüchtiger Entwurf zur Reinschrift; Schmutzbuch, Buch der Ge- schäftsleute zum vorläufigen Eintragen. In 1. Bed. 1779 bei Lessing 13, 631, in 2. Bed. 1710 bei Nehring, 1663 bei Schuppius 2, 29 Kladdebuch. Aus nd. kladde f.«Schmutz, Unreinigkeit», dann«erstes unsaubres Nieder- schreiben», endlich die obigen Bedeutungen; mndl. kladde, ndl. klad f.«Schmutz, Konzept-

papierꝰy, Kkladboek n.«Schmutz-, Konzeptbuchy. Dazu wohl auch schweiz. chlot m.«Klecks, Kotfleck», chloten«sudeln, schmieren, und Formen mit t mnd. Xlatte«Lappeny, nhd.- dial. klatz«Schmutzfleck» u. a., vgl. klatrig.

Kladderadätsch, interj. zur schallnach- ahmenden Bezeichnung eines krachenden Falles oder Zusammenbruchs, norddeutsch; dann als m. Name eines breiten Gebäcks wie Maul- schelle, sowie Titel des 1848 gegründeten Berliner Witzblattes; Zusammenbruch. Vgl. Ladendorf. Lautnachahmend wie klatsch, xladatsch. Vgl. Schröder Streckformen 173.

Klaff, m.(els, Pl.-e): Krach, Schall; Geschwätz(schon mhd.); Spalt, schmale Off- nung(Goethe Pandora 512). In 1. Bed. mhd. Klaf, klapf m., ahd. claph in anaclaph m.«Anprall». klaffen, v.: sich spaltend, offen ohne Schluß voneinanderstehen; kläffen, v.: Wortreich, aber gehaltlos sprechen, bes. lärmend bellen(von Hund und Fuchs). Mhd. klaffen«schallen, klappern, schwätzen», d† klajffen«xauseinanderbrechens, älternhd. Klapfen cklappernꝰ, Klepfen«knallen), Kkleffen«schwät- zeny(Zimm. Chron. ² 4, 218, 25), ahd. hlaphön, claffon cklappern, knallen»; dazu ags. clappan, engl. clap«klappen, klopfen, schlageny. Dazu auch Klappe, klappen(s. d.). Die Grund- bedeutung der Sippe ist«Knall, Klatsch, woraus sich«mit einem Knall schließen oder öffnen entwickeln konnte. Die Wurzel ist wohl lautnachahmend wie abg. Klopotä m. Läürmy». 43 E. Kläffer, m.: Schwätzer; bellender Hund, bes. kleiner(1775 bei Adelung), mhd. Klaffœre, Kleffcere m.«Schwätzer, Ver- leumder, Verräter.

Klafter, f.(Pl.-n), auch n.(Goethe 34, 1, 269): das Maß der weit ausgespannten Arme; drei Ellen langer und ebenso breiter Haufen gesetzten Scheitholzes. Jetzt mit kurzem a, aber mhd. Kläfter f. n.(noch 1556 bei Frisius Dictionariolum 1342 Klaafpter), ahd. im 9. Jh. cläfdära f.«Längenmaß der ausgebreiteten Arme» als Holzmaß 1477 in den Städtechron. 4, 17; dazu mnd. in beiden Bed. Klachter n., ndrhein. im 15. Jh. gafter, zerdehnt gelafter (Weist. 2, 797). Verwandt mit ags. clyppan, engl. clip«umarmen» und weiter mit lit. glẽbĩε &Armvoll, glébti, glöbti, lett. glèbt«umfassen, umarmenꝰ, apreuß. poglabi«umarmten. Vgl. Lachter. 4BL. klaftern, v.: in Klaftermaß setzen, nach der Klafter messen, elsässisch 1529 in den Weisth. 1, 725(ge)klaftern«mit weit ausgespannten Armen messen?.