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mit hornhartem Fruchtkernen(gr. képac n. «Horn», vgl. Hornkirsche, Kornelbaum), mit Steinfrucht, der besonders um die westlich von Trapezunt am Schwarzen Meer gelegne Stadt Kerasunt(gr. Kepocoòc, lat. Cerasus) wuchs und dieser nach Eustathius(zu Hom. Ilias 2, 853 und zu Dionys 456) den Namen gab, nicht umgekehrt. Aus vorauszusetzendem mlat. cerasia, ceresia stammt auch franz. cerise, prov. serisia, ital. ciriegia f.«Kirschey, sowie abg. resinja f.«Kirschey. ZUS. Kirsch- baum, m., mhd. Kerse-, kers-, Kirsboum, alemi. Kriesboum, ahd. cherse-, Kirs-, chresi-, chriesiboum, and. Kirsilchöm m.; davon das Adj. kirschbaumen, ahd. im 11. Jh. Kirse- hbouman, 1664 bei Duez Kirschbüumen. Kirsch- blüte, f., 1691 bei Stieler Kirschbläüt. Kirsch- geist, m.: Kirschbranntwein, 1775 bei Ade- lung. Kirschkern, m., 1540 bei Alberus dict. Ff 2 b. kirschrot, adj., 1670 bei Grimmelshausen Springinsfeld 1 Kirschenroth. Kirschwasser, n.: Kirschbranntwein, 1741 bei Frisch, aber bei H. Sachs Kirschenzwasser.
Kirsei, m.(-s, Pl.-e): grobes geköpertes Wollenzeug. 1716 bei Ludwig Kirsey, 1664 bei Duez Kirscheyrf, 1616 bei Henisch Carisey, schon vom J. 1404 bei Schirrmacher Urkunden- buch v. Liegnitz 267 Kirsey als Handelsware der ostpreußischen Kaufleute, 1482 im Voc. theut. q 4 b und 5a kyrsat, kirsat; dazu gleich- bed. engl. kersey, ndl. karsaai n., 1599 bei Kilian Kkarseye, franz. carise m., ital.-span. eawrisea f. Dunkler Herkunft.
Kismet, n.(5): unabwendbares Schicksal. Türkisch. Aus arab. gisma Anteil, Losy.
Riß, m. n.(Kisses, Pl. Kisse) und Kisse, f. (Pl.-n): langgestielte hölzerne Scharre, die Kohlen aus dem Backofen zu scharren, auch wohl Frucht auf der Tenne zusammenzu- scharren. In Westfalen, im Westerwald, in der Wetterau. Ahd. chissa, amd. Kissa f. Unerklärt. 4BL. kissen, v.: mit dem Kisse heraus-, zusammenscharren.
Kissen, n.(, Pl. wie Sg.): Art Polster zum Daraufliegen. Im 18. Jh. noch häufig Küssen(Adelung, Schiller Tell 4, 2); Kissen taucht 1462 in houpthkissen Mone Anz. 7, 157, 114 auf, bleibt aber bis ins 18. Jh. vereinzelt und wird erst in diesem nach und nach vor- wiegend. Mhd. Küssen, Küsson, ahd. chussin, cussin, gekürzt mhd. Küsse, ahd. chassi n. (noch 1716 bei Dentzler Küsse); dazu ndl. kassen, mndl. culssin. Uberkommen aus afranz. cuissin, nfranz. coussin(woher auch engl.
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
cushion, älter quishin), ital. cuscino, span. cojin m., von spätlat. coæinus m. Kissen für die Hüfte, Sitzkissen). ZUS. Kissen- zieche, f.: Kissenüberzug, 1616 bei Henisch 669, aber md. 1410 küssenzieche f.
Kiste, f.(Pl.-n): trag- und verschließ- barer Kasten zum Aufbewahren oder Ver- senden. Mhd. Kiste, ahd. Kista f.; dazu mnd. kiste, Keste, mndl. Kiste, ndl. Kist, ags. yst, cist, cest f., engl. chest. Wie das anlautende X zeigt, sehr früh entlehnt aus gleichbed. gr. Jat. cista, gr. kicrn f. Nebenform seit dem 15. Jh. Käste, noch bei Lessing 12, 170.
Kitt, m.(Lels, Pl.-e): fettes Bindemittel zum Zusammenkleben. 1598 bei Rollenhagen Froschm. 1, 2, 17 Kyt, daneben bei Hulsius, Duez und 1734 bei Steinbach Kiet, aber ur- sprünglich Kütt, so noch Rädlein 1711 und Kramer 1719, im 15. Jh. Küt m., spätahd. cuti, quiti n.«Leim, leimartiger Klebstoffs; dazu ags. cebadu, caidu n.«Baumharz», mengl. code Pech», anord. Wwãda f.«Harz». Ver- wandt mit lat. bitumen n.«Erdpech», aind. Jãtu n.«Gummi, Lack». Eine Nebenform Kitte f. bei Rückert 2, 296, bei Krämer 1678 Kütt f. 4B2. kitten, v.: mit Kitt leimen, 1605 bei Hulsius kitten, 1562 bei Mathesius Sar. 812 und noch bei Goethe 6, 230 Vütten.
Kittel, m.(-s, Pl. wie Sg.): hemdartiges Oberkleid. Mhd. kitel, kittel, auch kietel, md. Kidel, 1477 clev. kedel, mnd. keddele m., ndl. Keel. Im 15. bis 18. Jh. mitunter Küttel mit falscher Ableitung von Kutte. Dunklen Ursprungs. Man hat an Zusammenhang mit
gr. Xrrüv«Leibrock» gedacht, was unmittel-
bar nicht möglich ist, aber vielleicht indirekt?
kittern, v.: heimlich lachen, Anfang des 15. Jh. Kittern, wyfttern, noch thüring fränk., hessisch-oberdeutsch.
Kitz, n.(-els, Pl.-e): junges Reh im ersten Jahre, mhd.(réch)kitze, ahd. réchkizzi n. Eigentlich identisch mit Kitze, f.(-n): junge Ziege, mhd. Kiz, kitze n. Junges von der Zieges(auch vom Reh, der Gemse), ahd. kiz, Kizzi choedus». Das Wort ist a-Ab- leitung von anord. Kidh n., schwed.-dän. kid Zicklein». Dazu ein Diminutivum norw.-dial. kidla, nhd.-tirol. Kittele, mhd. chetele«capellas, anord. kidlingr m., schwed. Kidling, dän. Killing. Engl. Kid Ziegey ist entlehnt. Eigentlich wohl Junges» zu as. Kid, ags. cid Spröß- lingy, s. u. Keim. Vgl. Palander D. ahd. Tier- namen 118. 4 BL. Kitzlein, n.(-S, Pl. wie Sg.), im 16. Jh. Kitalin, kützlin, mhd. Kitzelon.
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