Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1025-1026
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1025⁵ kernen

Kette 1026

biegenden kerne, ahd. kerno m.; dazu and. kerno m., mnd. Xerne f.(wie 1691 bei Stieler 121 und 1663 bei Schottel 508 Kern f., ahd. nuzcherna f.), anord. Kjarni m., schwed. Kärna, dän. ljerne. Kern und Korn(s. d.) stehen im Ablaute zueinander. Oberd. mit bewahrter schwacher Form Kern(Gen.-en) oder Kernen m.«ausgedroschnes und gereinigtes Getreides, bes. Spelzs, wie schon mhd. kerne m. 4BL. kernen, v.: die Kerne ausmachen, mhd. kirnen, kernen, auch«Kerne ansetzen, Kern bilden⸗, ahd. Kirnan causkernen, dreschen». kernicht, kernig, adj., 1556 bei Frisius 610

kernãchtig, 1576 bei Mathesius Luther 151² Beutelnetz, Handfischnetz. Ein in Ostdeutsch-

kirnig, 1691 bei Stieler kernicht. ZUS. Kern- beißer, m.: der Kirschfink, 1517 bei Trochus H 52 kernbyßer, 1556 bei Frisius 935 b kern- beyß. kerngesund, adj., seit der zweiten Hälfte des 18. Jh. kernhaft, adj., 1549 in der Berner Tragödia Joh. d. Täuf. D5. Kern- haus, n.: Samenbehälter im Kernobst, in Vokab. des 15. Jh. Kernhas, 1422 Kernhaaos. Kernobst, n., im Gegensatz zum Steinobst 1709 bei Dentzler Kernobs; im Gegensatz zu gepropftem Obst 1731 im Oconom. Lex. Kernschuß, m.: Schuß in gerader Richtung auf das Ziel, unterschieden vom Bogenschuß, 1741 bei Frisch. Kernspruch, m., 1663 bei Schottel 508 b.

kernen, v.: zu Butter rühren. 1616 bei Henisch 573, 23 u. 1581 bei Apherdianus, sowie oberpfälz.-mrhein. Kernen, westfäl.-ndrhein. kirnen, nd. karnen, ndl. Kernen, karnen, ags. cernan, engl. churn, schott. kirn, anord. Kirna, schwed. kärna(dial. Kjorna), dän. Kerne cbuttern». Vielleicht(vgl. oberpfälz.nürnb. Kern m. Milchrahm zum Buttermachenꝰ, mndl. kerne, islund. Kjarna«Milchrahmo) eig. Kern, d. h. Fettes, Bestes der Milch(s. Kern). Doch kann auch ganz etwas andres darin stecken. Dazu Kerne f. Butterfaß, 1616 bei Henisch 574, Kirne bei Kramer 1719, west⸗ fül. kirne, mrhein. Kern, kirn, ndrhein. im 14. Jh. kirn, nd. karne, karn, mnd. kerne, karne, ndl. kern, Karn, ags. ceren, cyrin, engl. churn, anord. kirna, schwed. kärna f., dän. kjerne Butterfaß. ZUsS. Kernmilch, f.: Rührmilch Buttermilch, im 15. Jh. Kerne-, kerenmilch, ndrhein. im 14. Jh. Kirnmilch, nd. karnmell, mnd. Karne-, Kernemelk, ndl. Kerne- melk, schott. kirnmilk, schwed. Kärnmjölk, dän. Kjernemellc.

Kerner, s. Karner.

Kerze, f.(Pl.-/): gerades Wachs-, Talg-

weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

licht usw. Mhd. kerze, ahd. cherza f.«Kerzey, charza f.«Dochty, charz m.«Docht, Werg, aus dem der Docht der Kerze gedreht wurde⸗; and. kerzia f.«Kerzes, md. im 15. u. 16. Jh. Kirze, kirz, nd. kors, ars, mnd. kerte, kerse, karse, kersche, ndl. kaars, mndl. keersse f., entlehnt anord. Kerti n., dän. Kerte. K. ist Ableitung von ahd. karz«Docht, Werg», für das Kluge Entlehnung aus lat. charta f.«papyrus» an-

nimmt. Doch ist dies noch nicht in der Be-

deutung«Docht» gefunden, und die Ver- mutung daher sehr unsicher. karz kann auch einheimisch sein.

Kescher, m.(-s, Pl. wie Sg.): kleines

land namentlich an der Küste verbreitetes Wort. 1562 bei Mathesius Sar. 78 b und ost- preuß.-schles. kescher, pomm.-mecklenb. und mnd. kesser, holstein. hamburg. ketscher, alt- märk. ketzer m. Daneben dän. Ketser, schwed. katsa f.«Fischerzaun am Flußufer, um Fische zu fangens, engl. catcher«Ketscher, Reuse». Letztres von to catch«greifen». Wie die Worte zusammenhängen, ist nicht klar.

Kessel, m.(-s, Pl. wie Sg.): rundbauchiges Koch- oder Braugefäß aus dünnem Metall und ohne Füße; dem ähnliche Vertiefung. Mhd. Kezzel, ahd.(nur in urspr. Bed.) chezzil, chezil m.; dazu and.* ketel in ketelari«Kessel- macher», Ketelköp m.«Kesselkauf», ndl. Ketel, ags. ytel, citel, cetel(engl. kettle), anord. ketill, schwed. kettel, kittel, dun. Kjedel, got. katils m. Mit Übergang des n in!(vgl. Esel) aus lat. catinus m. Topf, Tiegel, Schüssel, Windkessel am Druckwerk, Höhlung». Aber auch ohne jenen UÜbergang aus lat. calinum n. im Ahd. chezzin, chezzi, chegze, mhd.(bes. alemann.) kezzi n.«Kessel, noch schweiz. chessi, elsäss. Kessi n. Aus dem Deutschen entlehnt abg. kotili, lit. kütilas m.«Kessel). 4BL. Keßler, m.(-S, Pl. wie Sg.): Kupfer- schmied; Kesselflicker(bei Frisch 1741), mhd. kezzelœre, kezzeler, and. ketelari m.«Kessel- schmieds. ZDS. Kesseljagen, n.: Jagd, wobei das Wild in einen rund eingeschlossnen Platz zusammengetrieben wird, 1719 bei Fle- ming Jäg. 2, 108. Gleichbed. Kesseltreiben, n. In neurer Zeit auch übertragen.

Ketsche, f.(Pl.-n): Kernhaus der Apfel, 1781 bei Jung-Stilling, mfränk., auch westfäl. kitsche f., aachen. ketsch, kitsch f.

1 Kette, f.(Pl.-n): Volk jagdbarer Hühner (die Jungen samt den Alten). Ein Jäger- wort, 1775 bei Adelung Kette, in 2 Kette(s. d.)

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