Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1023-1024
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1023 kentern

Kern 1024

16. Jh. cder etwas kennty, namentlich im 18. Jh. verbreitet. kennbar, adj., 1691 bei Stieler, ndl. 1599 Kenbaer; dafür im 17. und 18. Jh. Kenntbar, im 16. und 17. Jh. kantbar, 288. mit dem Part. von kennen(s. oben), ebenso wie die beiden folgenden Ableitungen: kennt- lich, adj., md. im 14. Jh. kentlich, 1537 bei Schaidenreißer Odyss. Vorr. S. 7 unkantlich, neben mhd. kenmelich, kenlich, und Kenntnis, f, mhd. und zumal md. kantnusse, kentnisse f., im 17. u. 18. Jh. auch Neutr. und bisweilen, 2. B. bei Herder, Känntniß geschrieben. Kennung, f., frühmhd. chennunge f.«Erkennung, Er- kenntnis». ZUS. Kennzeichen, n., 1581 bei Fischart Bienenkorb 135 b, ndl. 1599 bei Kilian kenteycken; davon kennzeichnen, v., bei Herder 1, 400.

kentern, v.: auf die Seite legen oder sich umlegen. Nd. Seemannsausdruck, ndl. Kan- teren, kenteren, auch ins Skandinavische ge- drungen, schwed. kantra, dän. Kantre, käntre. 1741 bei Frisch kentern den Walfisch auf die andre Seite legen, um dem toten Fisch dort den Speck abzuschneiden». Von Kante(s. d.).

Kerbe, f.(Pl.-/): spitzwinkliger Ein- und Ausschnitt. Mhd. kerbe f. und kerp m., md. im 14. Jh. kerbe f. und karp m., ahd. nicht nachweisbar, ndrhein. im 14. Jh. kerph m., nd. im 15. Jh. Kerve, Karf f., daneben ker; n.; dazu(entlehnt afries. Kerf) ags. cyrf «Einschnitty; aus dem Nd. auch hd. schon im 15. u. 16. Jh. Kerfe, Kerf f. Zu kerben, V.: einschneiden, spätmhd. Kerben, auch aufs Kerbholz einschneidens», seit dem 15. Jh. auch kerfen nach dem mnd. kerven; dazu ndl. kerven, afries. kerwa, ags. ceorfan, engl. carve. Das Verb ist in die schwache Biegung überge- gangen, die urspr. starke liegt noch vor in dem mnd. Part. gekorven, im Ndl.(Prät. korf Part. gekorven), Ags.(Prät. cearf, cur fon, Part. corfen) und Afries.(Part. kurven). Urver- wandt gr. vpdqeiv«schreibens, eig. ceinritzen 9, lett. grebt«schrapen, aushöhlen, eingraben mit einem Grabstichel», apreuß. girbin LZahl⸗, abg. Ere bai m.«Loos». ZUS. Kerbholz, n.: Hälfte eines zugeschnitzten, der Lnge nach gespaltnen kurzen schmalen Stäbchens, um in dessen beide Hälften, zusammengelegt, Kerben zur Zählung und Abrechnung zu schneiden, im 15. Jh. kerbhole, im 14. Jh. md. kerbeholz. Kerbstock, m.: Kerbholz, besonders in Niederdeutschland, 1477 clevisch und um 1400 mnd. kervestock. Kerbtier, n., von Campe gegen 1794 für Insekt gebildet.

Kerbel, m.(-s): die Suppenpflanze an- thriscus cerefolium. Mhd. Kervele, kervel f., ahd. kervila f. und andere Schreibungen(vgl. Zfd W. 6, 183); dazu mnd. Kervele, kervole, im 15. Jh. carvel, jetzt meist karwel, ndl. kervel, ags. cerfille f., engl. chervil. In früher Zeit, wie das anlautende x zeigt, entlehnt aus dem gleichbed. lat. cerefolium, caere- folium n.(von gr. Xauiρ εονυο n.), woher auch gleichbed. franz. cerfeuil, ital. cerfoglio.

kerben, Kerbholz usw., s. Kerbe.

Kerf, m.(-els, Pl.-e): Insekt, Kerbtier, Kerflarve, zuerst 1833 bei Jahn Merke z. d. Volksth. 253 und 1835 bei Oken Naturgesch. 5, 10. Künstliche Neubildung für Kerbtier.

Kerker, m.(-s, Pl. wie Sg.): hartes Ge- füngnis. Mhd. Karkecere, Kerkœre, Karker, kerker, auch Karkel, Kerkel, ahd. charchari, karkari m.; dazu asächs. Karkari m., ags. carcern, cearcern n., got. karkara f. Wie das zweite x zeigt, in sehr früher Zeit ent- lehnt aus gleichbed. lat. carcer m., woher auch air. carcar und ital. carcere m., span. carcel f., afranz. chartre f.

Kerl, m.(-s, Pl.-e): derbe Mannsperson; Geliebter. Md. kerl m.«Mann», auch schon mit verächtlichem Nebensinne, mnd. kerel, kerle, 1477 clevisch kerle m. Dorfmannꝰ, mndl. Keerle m.«Bauer», im Ablaut zu mhd. karl, ahd. charal m.«Mann, Ehemann, Ge- liebtery, welche sich im Mannsnamen Karl (s. d.) erhalten haben. Es entspricht weiter mnd. Kerle«Mann von niedrigem Stand, kräftiger Mensch, Herrscher», ndl. kerel, afries. tzerl, ags. ceorl m. Unfreier, engl. charl«Bauer, Kerl, Tölpely». K. ist md. ndd. und im Oberdeutschen Lehnwort. Der im 16. und 17. Jh. gebräuchliche Nom. Sg. Kerles, Kerls(noch schweiz. kerlis, schwäb. kärles, thüring. Kerls) ist wohl aus Karlus hervor- gegangen, der Plur. Kerls ist nd.(auch bei Goethe 8, 104).

Kermes, m.(Gen. u. Pl. ebenso): hochrotes Farbeninsekt, Scharlach-Schildlaus; Farbstoff daraus. 1712 bei Hübner Kermes, Alkermes, aus gleichbed. span. alguermes, von arab. girmiz(mit dem Artikel: al-) nach pers. Kirm, aind. Kmig m. Wurmꝰ, krmijas«wurmer- zeugty. Vgl. Karmin, karmesin.

Kern, m.(-Lels, Pl.-e): Fruchtkörper der Pflaanzen im Gegensatz zur Schale; festes Holzinneres;(bildlich, schon mhd.) Innerstes und Stoffhaltiges; Hauptsache, Bestes, Vor- züglichstes. Mhd. kern neben älterm schwach-