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kjelle«Bandschlitten», von ahd. chela f. Kehley. Noch oberhess.-wetterauisch Kelch, Kalch, Kalk, henneberg. kelch, in Sonneberg kãlich, elsäss. kälk«gestielte Geschwulst am Hals, Art Doppelkinn», schweiz. kelchen ceinen Kropf bekommen», bayr. kelch«Auswuchs an der Kohlpflanzey.
Kelle, f.(Pl.-n): breiter, tiefer Löffel mit langem Stiele; Schöpfgefäß; Maurerwerk- zeug zum Auffassen, Anwerfen und Streichen des Kalkes usw. Mhd. und mnd. kelle, ahd. Kella. Unerklärt. Im Ags. cyll, cylle, oille f., cylle m.«Lederschlauch, Flasche, Gefäßy hat Vermischung des germanischen Wortes mit, einem Lehnwort aus lat. cülless m.«lederner Sack, Schlauch), stattgefunden.
1Keller, m.(-S, Pl. wie Sg.): unter- irdischer Aufbewahrungsort für Speisen, Ge- tränke usw. Mhd. keller, ahd. kellari m.; dazu and. kelleri, ndl. Kelder, anord. kellari, Wiallari m., schwed. källare, dän. Kjelder. Entlehnt in sehr früher Zeit(vgl. Kelch) aus lat. cellärium n.«Speisebehältnis», von lat. cella f.«Wirtschafts-, Vorratskammery». ZUS. Kellerassel, f.: Assel(s. d.), die in feuchten Kellern lebt, 1716 bei Ludwig Keller- essel. Kellerhals, m.: vorspringender ge- wölbter Eingang des Kellers, spätmhd. Keller- hals. Kellermeister, m.:(oberster) Auf- seher über den Keller, mhd. im 14. Jh.
²Keller, m.(-S, Pl. wie Sg.): Keller- beamter, der die herrschaftlichen Gefälle an Wein und an Lebensmitteln erhebt und ver- rechnet(seit dem 18. Jh. veraltet); Keller- meister, Kellner(Schiller Kabale 1, 2). Mhd. kellœære, keller und kellerer, aus lat. cellãrius m. Keller-, Küchenmeister», von lat. cella f.«Vor- ratskammer». S. Kellner. 4BL. Kellerei, f.: Amt, Amtswohnung und Amtsgebiet des Kellerbeamten(spätmhd. Kellerie, im 14. Jh. kelnerie f.); Gesamtheit der Kellerräume(im 16. Jh. bei Fischart Garg. 83, der Plur. im Glückh. Schiff 898).
Kellerhals, m.(halses, Pl.-halse): die Holzpflanze Daphne mezeréum. Spätmhd. im 15. Jh. Keller-, kellershals und mnd. kelder-, kershals(Diefenbach Gl. 321 b), 1482 im Voc. theut. e 5 2 kelershalß und q 2 b kelrßhalß; der erste Bestandteil ist dunkel, vielleicht zu mnd. kellen«Qual oder Schmerzen verur- sachen⸗, mhd. queln, keln, kellen quälen, martern⸗, weil die Beeren, ein starkes Purgier- mittel, im Halse heftiges Brennen verur- sachen(vgl. Luther 8, 1135).
Kellner, m.(-s, Pl. wie Sg.): der den Keller, d. h. das Getränk in einem Gast- oder Wirtshause zu besorgen hat. Mhd. kelncre, ahd. kellnäri, kelnäri m.«Kellermeister, herr- schaftlicher Steuerbeamter»(s. ² Keller), aus gleichbed. mlat. cellenarius m., von lat. cella f.«Vorratskammer». Dazu Kellnerin, f., mhd. Kelnœrinne, kelnerin f. Schaffnerin, Hausmagdy.
Kelter, f.(Pl.-n): Wein-, Essig-, Ol- presse. Mhd. kelter f.«Weinpressey, daneben kalter, Kaltur(noch in Franken Kalter f.), ahd. calctüre, calcatura f., aus lat. calcãtãra f. «das Treten?, von lat. calcäre«treteny, denn urspr. wurde der Wein in der Kelter ge- treten, später gepreßt. 4B. keltern, v., im 15. Jh.(Diefenbach Gl. 589), davon Kelterer, m., im 15. Jh. ZUS. Kelter- baum, m., mhd. kelterboum.
Kémſe)nate, f.(Pl.-/): das die Wohn- zimmer des Burgherrn enthaltende Wohn- gebäude innerhalb der Ringmauer der Burg, früher aber das heizbare Wohngemach am Hofe. Mhd. kemenũte, kemnäte, mnd. keme- nãde, ahd. cheminãta f., aus altromanisch und (schon 584) mlat.(camera) caminata f. cheiz- bares Zimmery, ital. camminata f. Saalꝰ, von mlat. caminare«mit einer Feuerstätte (lat. caminus m.) versehen?.
Kengel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Rinne, Röhre, Röhrenähnliches. Oberdeutsch. Mhd. kengel m. Röhre, Stengel, Federkiel»; ent- weder mundartliche Nebenform zu Kennel m. cRinne, Röhre»(s. Kanal) oder aus lat. cannula f. ckleines Rohry.
kennen, v.(Prät. kannte, Konj. kennte, Part. gekannt, älternhd. bis ins 18. Jh. Prät. auch Kennete, Kennte, Part. gekennet, gelcennt): im Bewußtsein haben. Mhd. wenig gebräuch- lich kennen(Prät. des Ind. und Konj. Xante, kande, md. auch kente, Part. gelcant, kant und kennet), ahd. nur in Zusammensetzungen bichennen, irkennen und Part. unchennento cnicht erkennendꝰ, asächs. in antkennian«er- kennen?, afries. kenna, kanna anerkennen, untersuchen, bekennen⸗, anord. Kenna kennen lernen, erkennen, gewahr werden, kennen lehren, zurechnen, benennen», schwed. Känna, dän. Mjende«kennen, erkenneny, ags. cennan und got. kannjan cbekanntmachen, kundtun?, eig.«wissenmachen», urspr. Faktitivum zum got. Prät. Präs. Kann, Inf. Kunnan wissen» (s. können). 4BL. Kenner, m., md. im 14. Jh. Kenner Erzeuger, Erkenner', im


