Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1015-1016
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1015 kauzen

Kehle 1016

Sg. Kauzen). In der 1. Bed. im 16. Jh. Kaatte, md. im 15. Jh. Käze, kätz m.(Diefenbach Gl. 83²), als Eigenname schon Anfang des 14. Jh. Kuiz, Käze(Baur Arnsburg. Ur- kundenb. 312; 358); dazu das Dim. Käuz- lein, Käuzchen, n., im 15. Jh. kütelin, ebenso bei Luther Kützlin, 1687 bei Hoh- berg, 2, 838a Käutzichen, 1775 bei Adelung Käuzchen, nd. kutzhce. In der 2. Bed. im 16. Jh. Kautz(II. Sachs, Frey Gartenges. 28, 23, Lindener Katziporus 78). Man ver- gleicht gr. 800 f., Bac m.«Uhuy. Vielleicht ist aber auch ags. chta m.«Rohrdommel», engl. kite verwandt und lit. gaude à, gadsti -dumpf heulen». Wood Btr. 24, 529. kauzen, v.: sich ducken, gekauert hocken. 1691 bei Stieler(auch in der Bed.«prügeln), öfter bei Goethe; nd. Küzen. Nebenform zu kauchen(s. d.), wie gleichbed. leipz. Kauaen.

Kavalier, m.(-s, Pl.-e, selten-S, Goethe 30, 71): Ritter, Mann von feinem Anstande, Hofmann. 1617 im teutschen Michel 19 cavallier, bei Opitz 2, 216 Cavalier. UÜber gleichbed. franz. cavalier aus ital. cacvliere m.«Reiter, Rittery, von lat. caballärius m. Pferdewärtery, im Mlat.«Ritter», einer Ab- leitung von lat. caballus m. Pferd.

Kavalkäde, f.(Pl.-/): Aufzug von Reitenden. Uber gleichbed. franz. cavalcade aus ital. cavalcata f., von ital. cavalcare, franz. chebaucher creiten», abgeleitet von ital. cavallo, franz. cheval m., aus lat. cahallus m. Gaul, Pferd». 1617 im teutschen Michel 9 Cavalcada.

Kavallerie, f.: die Reiterei. In der zweiten Hälfte des 16. Jh.(1616 bei Wall. hausen Kriegskunst zu Pferd schon geläufig Cavallerie und Cavallere?f) entlehnt über gleichbed. franz. cavalerie aus ital. cavalleria f.«Ritterstand, Reiterei», von ital. cauallo, lat. caballus m.«Pferdy. Davon Kavallerist, m.(en, Pl.-en): Soldat zu Pferd, im 18. Jh. (1775 bei Adelung Cavallerist).

Kaviar, m.(-s): eingesalzner Rogen des Störs. 1628 bei Hulsius Schiff. 14, 15 Caviar, aus gleichbed. franz. caviar, ital. caviale, caviaro m.(schon im 15. Jh.), neugr. oundoi, türk.(c)haujar. Nicht aus dem Russischen (dort heißt der K. ikrã).

Kebse, f.(Pl.-n): Nebenweib, Konkubine. Mhd. kebes und kebese, kebse, md. auch kebisch, ahd. Kebis, chebis und chebisa f.; dazu and. kevis, mndl. kefse, ags. Cyfes und cyfese f. Da das Wort im Ags. auch«Magdo und im Anord. kefsir m. nur«Sklave, Knecht» be-

deutet, ergibt sich als urspr. Bed.«Sklavin, Magd. Die Kebsweiber und Beischläferinnen wurden aus den weiblichen Kriegsgefangnen oder unfreien Mädchen genommen; ähnlich im Griech. Xak f.«Mädchen und Beischläüferin als kriegsgefangene, geraubte Sklaviny. Die Herkunft ist unbekannt, vgl. Zupitza Gutt. 79. 4BL. kebsen, v.: zum Kebsweibe machen, nehmen, mhd. kehesen, Mebsen, md. im 14. Jh. kebeschen, ndrhein. Keuesen. ZUS. Kebskind, n.: uneheliches, Nebenkind, mhd. Kebeskint. Kebsweib, n.: Nebenweib, mhd. kebeszwip.

keck, adj.: lebensfrisch, lebensmutig; leb- haft; rasch; zu kühn. Mhd. keck, ahd. chech, (bei Notker 1022),(eigentlich schweiz.) Neben- form von quec(s. queck), mit geschwundnem u. 4BL. Keckheit, f., mhd. kecheit cfrisches mutiges Wesen». kecklich, adv., mhd. kecliche adv.

keckern, v., lautmalend vom Froschge- schrei, bei Bürger köckern, wie Rollenhagen Froschm. 2, 4, 2, 33 f. den Frosch kekeck! kekeckes/ quaken läßt; auch vom feinen heisern Bellen des Fuchses, wie schon mhd. gekzen. Frequentativ von älterhd. Kecken(bei Luther), das den kreischenden Schrei des Raben, der Krähe usw. ausdrückt.

Kees, n.(Jes, Pl.-e): Gletscher. Nur bayrisch. Schon ahd. ches«geluy. Unerklärt.

1Kegel, m.(-S, Pl. wie Sg.): uneheliches Kind, in der stabreimenden Wendung Kind und Kegel(eheliche und uneheliche Kinder, alle Angehörigen insgemein), schon md. im 13. Jh. kindes kelcel, 1422 kint und kekrel, spätmhd. im 15. Jh. kegel m.«uneheliches Kind». Dunkler Herkunft. Verbindung mit 2Kegel ist nicht undenkbar, vgl. DWB. 5, 390. Anders Detter ZfdA. 42, 56.

*Kegel, m.(-s, Pl. wie Sg.): spitzig zu-- laufender, einen Kreis zur Grundfläche haben- der Körper. Mhd. kegel m.«Kegel im Kegel- spiel, auch«Knüppel, Stock», ahd. chegil m. «Pflock, kleiner Pfahl»; dazu mnd. kegel, mndl. keghel m., schwed. kägla f.«Kegel im Kegelspieb,, mndl. kegghe und nndl. keg Keilo; aus dem Germanischen entlehnt franz. quille f. «Kegel». Vgl. Uhlenbeck Btr. 26, 300(zu abg. Fezlu m.«Rute, Stab» gestellt). 4L. kegeln, v.: Kegel schieben, mhd. kegelen.

Kehle, f.(Pl.n): äußerlich der vordre gebogne Teil des Halses, innerlich die Luft- oder die Speiseröhre;(übertragen, schon mhd.) Einbiegung; die innre offne Seite eines Festungswerks(1678 bei Krämer); Hohlkehle