Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
1011-1012
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1011 kauern

Kaule 1012

kauern, v.: hocken. Erst 1727 bei Aler käueren, 1734 bei Steinbach sich kauern, aber lange im 18. Jh. als niedrig angesehen. Neben der weit ältern Form hauren(1556 bei Frisius 398 2), schweiz. 1561 bei Maaler und sputmhd. hüren, wie kauchen(s. d.) neben hauchen, die vielleicht durch den Einfluß von hocken entstanden ist. Dazu mnd. Kuren spühend schauen?(?), mengl. couren, engl. cower ckauern», mundartlich-schwed. kura sich kauern, bes. um zu faulenzen oder sich zu verbergen», dän. Kacre«still sitzen oder liegen?. Wohl urverwandt mit gr. vöõpöc«krumm, gebogen)?, TOpoc m.«Kreis», arm. cuỹ«schief, krumm, gebogen.

Kauf, m.(-Lels, Pl. Käufe): Ertauschung oder Erwerbung gegen bares Geld. Mhd. kouf m. Handel, Geschäft, Kauf und Ver- kauf, Ware, Kaufpreis»(daher nhd. leichten Kaufes,«billig, ohne Schadens, eig.«mit Zah- lung eines geringen Kaufpreises»), ahd. Kouf m. auch«Tausch, Wechsel»; dazu asächs. côp m., mnd. Kõp m., ndl. Xoο, ags. céap m.«Kauf, Kaufpreis, Habe, Vieh»(wie denn in ältester Zeit aller Kauf ein Tausch und das Haupt- tauschmittel, Vieh, die bedeutendste Habe war), engl. checp«billigs(eigentlich good cheap cals guter Kaufp), afries. kãp m., anord. Kaup n. Ersatz, Bezahlung, Preis, Tausch, Kauf- handel», schwed. Köp, dän. K5b. Davon ahd. Koufo m.«Handelsmann, Aufkäufer und Ver- käufer», und weiter kaufen, v., mhd. oufen, ahd. koufön«Handel treiben, erkaufen und verkaufen, eintauschen»; dazu asächs. cöpon cerhandeln), got. Käuon Geldgeschäfte treiben». Die noch in md. Mundarten(kefen) übliche Nebenform Keufen, käufen(15.17. Jh.) beruht auf mhd. Keufen, ahd. choufan; dazu and. cõgiαν, afries. Kapia, ags. céapian chandeln, erkaufen», chpan«verkaufen», anord. Kaupa (Prät. Kegpli). Die Herkunft des Wortes ist umstritten. Man nimmt jetzt gewöhnlich an, daß ahd. oufo aus lat. caupo«Schenkwirt, Händlerꝰ stammt(glossiert mit«dnnXoc, mavdoxebc, negotiator). Davon wäre got. kaupon abgeleitet und Kauf zurückgebildet. Wegen der got. Form, und da das Wort auch ins Slavisch-Litauische gedrungen ist (abg. Kupiti«kaufen, upi m.«Kaufs, Mupic! m.«Kaufmann», daraus wohl lit. Kypeiss m., kupéuti«Handel treiben», apreuß. νσανρνεααν «Handel) müßte die Entlehnung sehr früh angesetzt werden, und trotzdem ist es nicht sicher, ob man damals nicht schon coõpο

sprach. Außerdem war es ein niedriges Wort, das auch nicht ins Romanische gedrungen ist. Wegen der starken Verbreitung im Germanischen und der Bedeutungsentwicklung ist Hildebrand DW. 5, 324 für deutschen Ursprung eingetreten, und Franck hat Anz. fdA. 21, 299 auf die Flexion als Stütze hin- gewiesen. Grimm hat got. Kaupatjan ohr- feigen?, eig.«schlagen» verglichen, wobei an die Besiegelung durch Handschlag zu denken ist, vgl. mhd. Kouf-sSlac m.«Abschluß eines Kaufs, Kaufhandel», Koufslagen v., mnd. kõpslagen, anord. slã Maupi einen Handel abschließen»y. 4L. Käufer, m.(-s, Pl. wie Sg.), bei Luther Keuffer, spätmhd. Xeufer, mhd. Koufer, ahd. choufari m.«Kaufmann, Kleinhändlery; dazu Käuferin, f., mhd. kouferinne. käuflich, adj., mhd. kouplich, ahd. chorflih, mnd. kKõpli; dazu Käuflich- keit, f., 1482 im Voc. theut. q 1 b kauflicheit. 2Z0S. Kaufbrief, m.: schriftliche Urkunde über einen Kauf, im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 536 ckauff brieff. Kauffahrer, m.: Handels- schiffer, Handelsschiff(1607 in Scheible's flieg. Bl. 11), aus nd. köpfarer. Kauffahrtei, f.: Handelsschiffahrt, im 17. Jh. Covardei, noch 1775 bei Adelung Kauffahrdey, aufgenommen aus nd. Köpfardije, ndl. koopvaardij f., einer Ableitung von mnd. kõpuart f.«Kauffahrt, Handelsreisen, md. 1304 koyfpart(Germania 20, 45), anord. kaupferd f.; dazsu Kauf- fa(h)rteischiff, n., im 17. Jh. Cowardei- schiff, 1678 bei Krümer Kauffalrdeyschifp, ndl. Koopvaardijschip. Kaufhaus, n., mhd. koufhäs«Kaufhalle. Kaufherr, m.: vor- nehmer Kaufmann, mhd. im 14. Jh. Kauwfherre. Kaufladen, m., 1494 bei Brant Narrensch. 102, 32 Xouflad m. Kaufmann, m.(, Pl. Kaufleute), mhd. und ahd. koufman, mnd. kõpman, afries. kãp-, kõöpman, ags. céap-, cpman, anord. Kaupmadr, dän. Kjöbmand; im Pl. mhd. Kourliate, ahd. choufliute, mnd. köp- lude, afries. kdpliude; dazu kaufmännisch, adj., 1575 bei Fischart Garg. 288, und Kauf- mannschaft, f., mhd. koufmanschaft, mnd. kõpmanschapf. eHandel, Handelswarey. Kauf- schilling, m.(-s, Pl.-e): Drauf-, Kaufgeld, bes. bei Ankauf von Grundstücken, im 16. Jh. Zimm. Chron. 1, 168, 2).

Kaulbarsch, s.*Kaudle.

1 Kaule, f.(Pl.): Grube. Mitteldeutsch. Mhd.-(md.) Küle, im 14. und 15. Jh. rhein. käle, im 16. Jh. Kaule, mnd. Kãle f. Nieder- deutsch weit verbreitet. Wohl zu 1Kaufe.