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hüllender Ausdruck im Gedanken an das von xaHapöc abgeleitete gr. xdapua n. Rei- nigung, Auswurfy.
Kathéder, m. und n.(-S, Pl. wie Sg.): erhöhter Lehrstuhl. Im 18. Jh. auch Fem. (Günther 642, Lessing 10, 105), 1678 bei Krämer Catheder m., aus gr.-Jat. cãthedra, gr. kaédpa f.«Stuhl, Armsessel», dann«Lehr- stuhl» und im Lat. bildlich«Lehramts. Z0S. Kathedersozialist, m., Spottname für Professoren der Volkswirtschaft mit soziali- stischen Anschauungen. 1871 von Oppenheim gebraucht und zum Schlagwort geworden. Vgl. Ladendorf.
RKathedräle, f.(Pl.-n): bischöfliche Hauptkirche. 1710 bei Nehring Cathedral, 1541 im Cod. dipl. Sax. reg. II, 3, Nr. 1422 Cathedralkirche, abgeleitet von lat. cathedr dlis czum Sessely, d. h.«zum Bischofssitze ge- hörig», zu lat. cathedra f.(s. Katheder), im Mlat.«Bischofssitzy.
Kathéter, m.(-s, Pl. wie Sg.): chirur- gisches Instrument. Im 17. Jh.(1694 bei Nehring) Catheter, aus gr. lat. catheter, gr. xagerip m. Sonde, feines Röbrchen zum Einlassen in die Harnröhre, von Kobievai cherablassen, einsenkeny.
Hathöde, f.(Pl.-n): elektrischer Strom- ausführer. Von gr. xde-odoc f. der Weg hinaby. In der neuern Elektrizitätslehre.
Katholik, m.(en, Pl. Sen): Anhänger der katholischen Kirche(bei Goethe[Egmont] 8, 204 der Katholile, auch sonst md.). 1762 im Nouv. dict. kathölisch, adj.: allgemein christlich, rechtgläubig. Von kirchenlat. catholicus, gr. kaokuxòc callgemein, dann «kirchlich rechtgläubigy, von K⁴⁶‿αS u, adv. cim ganzen, im allgemeinen», 2gs. aus xord«durch hin» und öxoc adj.«ganz, ungeteilt».(1547 in der Zimm. Chron. ² 3, 377 die Catollischen.) Hatholizismus, m.: der römisch-katholische Glaube. Ende des 18. Jh. aufgekommen.
Kätner, m.(-s, Pl. wie Sg.): Besitzer einer Kate; s. unter Kote.
Kattün, m.(-s, Pl.-e): mit Mustern bedrucktes dünnes leichtes Baumwollenzeug. Schon mhd. cottun m.(Walther von Rheinau 31, 30), 1691 bei Stieler Kadun, Kattun, aus ndl. kottoen(1598 bei Kilian), kattoen, katoen n. Baumwolle, Baumwollenzeug, das wie franz. coton, ital. cotone, span. alcoton, algodon m. Baumwolley überkommen ist aus arab. (al-qüton«Baumwolle, Kattun». In Schlesien und Brandenburg mit eingeschobnem-(wie
in Karnickel) Kartun, 1699 im schles. Helicon 1, 349 cartun. 4 BL. kattünen, adj.: aus Kattun, 1647 bei Olearius 392 cattunen, ndl. 1598 bei Kilian kottoenen«baumwollen?.
katzbalgen, v. refl.: sich lärmend balgen (8. d.) gleich den Katzen. 1508 bei Keisers- berg Predigen 144d, abgeleitet von Katæzbalg m.«lärmender Zank»(1531 bei S. Pranck Chron. 122 Katzpalg). Davon Katzbalgerei, f.: lärmender Streit, 1659 bei Butschky Kanzell. 416.
Kätzchen, n.(-s, Pl. wie Sg.): walzen- förmige Baumblüte. Mrhein. im 15. Ih. ketzgin(Diefenbach gl. 165 4), um 1480 im Voc. inc. teut. p 2a palmketzel; dazu nd. kãttjen, ndl. katte und kattexen bei Kilian(sonst auch kattenstaarten Katzenschwänzes, mengl. chatt, engl. cathin. Das Weiche, Wollige der Blütengestalt verglichen mit dem zarten Fell der jungen Katze.
1Katze, f.(Pl. n/): Geldgurt. Erst 1731 in der Insel Felsenburg 1, 353 Katze, 1, 360 Geldkatze. Nd. katte f. clanger lederner
Geldbeutel, den reisende Kaufleute um den Leib binden⸗(1767 im brem. Wb.), mund- artlich-schwed. katt f. Geldbeutel, gewöhn- lich von Katzenfell»(Rietz 3135).
*Katze, f.(Pl.-n): das holle Werk des Bollwerkes Mhd. katze f.«bewegliches Schutzdach der Belagerer zum Untergraben der Mauern»(ebenso mndl. catte, mlat. cattus m. und catta f., urspr.«Katers und&Katzey, benannt wohl nach der Gestalt und dem Heranschleichen des Tieres, s. Schultz höf. Leben 2, 406 f.), auch der«Sturmbock» selbst, dann das Gerüst», worauf die Steinschleuder (mhd. blide) steht; daher übertragen seit Anfang des 17. Jh. eine besonders erhöhte Schanze zur Beherrschung der übrigen Fe- stungswerke(1602 bei Kirchhof Militaris disciplina 11 und 175).
¹Katze, f.(Pl.-n): das Haustier zum Fangen der Mäuse; Raubtierart. Mhd. katae, ahd. kazza f.; dazu mnd.-mndl. afries. Katte, ndl. kat, engl. cat, anord. ketta, nnorw. Kjetta, katta, schwed. katta f., anord. kottr, schwed. katt dän. Kat m. Ein weitverbreitetes Wort, dessen Herkunft unsicher. Vgl. lat. cattus, catta, ir. cat, kymr. cath, bret. kaz, franz. chat m., chatte f., lit. katé f. Vgl. Sainéan La création métaphorique en français et en roman 5 ff. Die Form kater scheint aus s zu enthalten, vgl. das ndd. kãzæ. RA. Das ist für die Katze: das ist wertlos. Bei


