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Katafalk
(-en, Pl.-en), aus nlat. casuista«der über Gewissensfragen liest oder schreibt». Im 17. Jh.
Katafälk, m.(JLels, Pl.-e): Leichen-, Trauergerüste. 1709 bei Hübner Catafalco m., 1773 bei Amaranthes Catafalque, aus gleich- bed. ital. catafalco m.,(daraus franz. catafulque m. echt franz. chafaud). Herkunft unklar.
Katakömbe, f.(Pl.-n): Leichengewölbe, Felsenhalle. 1728 bei Sperander Catacombe, aufgenommen aus ital. catacomba, franz. cata- comhe f., von lat. catacumba f. Grabgewölbey.
Katalög, m.(lels, Pl.-e): Verzeichnis, Bücher-, Stundenverzeichnis. Catalog 1531 bei Hedio Josephus Titel, aus gr.-lat. cata- logus, gr. xœrdkoſoc m., urspr. Aufzählung, Aufzeichnungy, von gr. karoXeéei cherer- zühlen, auslesen. Früher der Plur. Katalogen (noch bei Goethe 47, 143). Dazu katalogi-
sieren, v.: ein Verzeichnis anfertigen, erst im 19. Jh., dafür bei Goethe 33, 255 und schon bei A. Grypbius(1698) 1, 757 katalogiren.
Kataräkt, m.(Tes, Pl.-e): großer Wasser- fall. 1566 bei Paracelsus Baderbüchlin 6, 6 Cataracten m., aus gleichb. lat. cataracta f., gr. xorad m., von cœropdccetv cherabstürzem.
Katärrh, m.(-ſels, Pl.-e): Schnupfen. Durch die Arzte des 17. Jh. in Umlauf ge-
kommen(Catarr 1616 bei Albertinus Lucifer 367 Liliencr.), aber schon 1516 bei Pinicianus prompt. G 24 catarr, aus gleichbed. gr. Jat. catarrhus, gr. ordppouc m., eig.&Herabflußy, von xaroppeiv cherabfließeny. Die einheimi- schen Namen waren: ahd. tampho, dempho, mhd. dampfe m.(abgeleitet von Dampf), mhd. vlöze f. und strüche f., noch bayr. Strauchen f. Vgl. auch Pfnäsel. 4 BL. katarrhälisch, adj., im 18. Jh., dafür 1678 bei Krämer catharrisch.
Katäster, n.(*, Pl. wie Sg.): Steuer-, Flur-, Lagerbuch. 1694 bei Nehring Catastrum n., ital. catastro m. Zins-, Steuerregister». Herkunft unsicher.
Kataströphe, f.(Pl.-n): eintretender Wendepunkt in etwas; trauriges Preignis
(meist elementarer Art). 1710 bei Nehring Catastrophe, durch franz. catastrophe f. aus gr. Aat. catastropha f., gr. xoτεοσεοꝙ f. Um- kehr, Wendung, im Drama der Wendepunkt der Handlung zur Auflösung des geschürzten Knotenss, zsg. aus kœrd«nieder, wider, um?, und crpooh f.«das Drehen, Wendeny.
RKate, f.: Tagelöhnerhütte auf dem Lande, chen.
in Norddeutschland, 1652 bei Lauremberg Kate m.,(s. Kote.)
Katharine
Katechése, f.(Pl.-/): Unterricht in Frage und Antwort, besonders solcher Re- ligionsunterricht. 1710 bei Nehring Catechesis. Aus gleichbed. kirchenlat. catechesis f., von gr. xorixncic f.«Unterrichts.— Katechét, m.(ten, Pl.-en): fragweise unterrichtender Lehrer, bes. in der Religion. 1714 bei Wächtler Katechete, 1728 bei Sperander Catechet, aus gr. karnxntnc m. Unterrichtender, Lehrer?. Davon katechétisch, adj., kirchenlat. cate- cheticus zum mündlichen Unterrichte ge- hörigy.— katechisieren, v.: fragweise in der Religion unterrichten, 1576 bei Mathesius Luther 158 b catechisiren, aber schon mhd. cathezizieren, aus kirchenlat. catechizare, von gr. ormtixeiy«unterrichten». Davon Kate- chisatiön, f., mlat. catechiaatio f.— Kate- chismus, m.(Gen. ebenso, Pl. Katechismen): Religionsbuch in Frage und Antwort, im 16. Jh. aus kirchenlat. catechismus m.«Reli- gionsbuch zum ersten Unterricht⸗, gr. karn- Xxicuéc m. Unterrichts, von kornxiLety«unter- richten». Allen diesen Wörtern liegt zugrunde gr. xorrxetv«wider-, entgegentönen?, dann (zuerst bei den Stoikern)«mündlich belehren, unterrichteny, zsg. aus kard«wider, ent- gegen», und Fxetv«schallen, tönenꝰ, wovon Echo(s. d.).
Kategorie, f.(Pl.-n): der allgemeinre Begriff, unter den etwas gefaßt wird, Begriffs- fach. Im 18. Jh. aus gr. Jat. categõria, gr. xarmfopio f.«Anklage, einer Person oder Sache beigelegte Eigenschaft, Prädikato, zu xarnfopeiv gegen jem. reden, anklagenꝰ, von Kkord wider» und d'τopebetv redenv». Dazu kategörisch, adj.: unbedingt und entschieden, rund heraus, ohne Umschweif,
bei Londorp 1, 459² vom J. 1619 categorisch,
von gr. Jat. catégoricus, gr. xœ⁵OpibC zur Anklage, zum Prädikat gehörigy.
Kater, m.(ds, Pl. wie Sg.): Männchen der Katze. Mhd. katere, kater, spätahd. chatere m.; dazu mnd. und ndl. kater m., anord. köttr m. S. Katze. In der studenti- schen Bed.«Katzenjammery»(erst um die Mitte des 19. Jh.) wohl umgebildet aus Katarrh.
Katharine, Frauenname, gr. Jat. Catha- rina, d. i.«die Reinliche, Sittenreine», von gr. Kapòc crein, unbefleckt, sittlich reins. Das Dim. ist Katharinchen, Kathrinchen (Goethe Faust 3684), gewöhnlich aber Käth- Die schnelle Katharina ader Durch- fally, 1669 bei Grimmelshausen Simpl. 117; es scheint entstanden als Schulwitz und ver-


