Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
993-994
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993 Kargo

Karnies 994

keit, Knauserei, mhd. Xarkcheit, kar ckeit f.«Klug- heit, Schlauheit, Unfreigebigkeit». kärglich, adj.: kargend, ärmlich, mhd. charchlich, kere- lich clistig, sparsam»; dazu Kürglichkeit, f., 1808 bei Campe.

Kargo, m.(-S, Pl.-s): Schiffsladung, Frachtzettel; Saumlast(von 300 Pfund); der mit dem Verkauf oder Einkauf einer Schiffs- ladung Beauftragte. Anfang des 17. Jh. Cargo m. Lasto, aber schon am Beginn des 15. Jh. karg f.«Gewichtslast von 3 Zentnern»(Städte- chr. 1, 102, 16; 5, 155, 11). Aus span. car⁹o m. und carga f.«Last, Ladung», zu lat.-Kelt. carrus m.«Wagen»(s. Karren).

l1karieren, v.: Hungerstrafe erleiden. 1728 bei Sperander cariren, aus lat. carére cnicht haben, entbehrenv.

zkarieren, v.: mit Würfel-, Rautenzeich- nung mustern, namentlich im Part. kariert von Kleiderstoffen. Aus gleichbed. franz. carrer, das aus lat. quadrãre«viereckig machem stammt, von guadr- zu lat. quattuor«vier».

Karikatür, f.(Pl.-en): Zerrbild. Im 18. Jh.(bei Lessing 6, 382 Carricatur) aus gleichbed. ital. carricatura f., eig. Über- ladung». karikieren, v.: bis zur Ver- zerrung übertreiben. Aus ital. caricare cbe- laden, belasten, überladen in Rede oder Zeichnungy, von vulg. lat. caricare«beladen, belasten(woher auch franz. charger), ab- geleitet von lat. kelt. carrus m.(s. Karre).

Karkässe, f.(Pl.-n): Tier-, Schiffs., Drahtgerippe; Bombe mit eisernem Gerippe (1672 erfunden, 1694 bei Nehring Carcasse). Uber gleichbed. franz. carcasse aus ital. car- cassa f.«&Gerippe.

Karl, ein Mannsname. Mhd. ahd. Karl, Karel, mhd. auch mit schwacher Flexion Karle, latinisiert Cärolus. Durch die Er- hebung der fränkischen Hausmeier, von denen Karl Martell der erste des Namens ist, auf den Königsthron der Franken und zumal mit Karl d. Gr. fast über ganz Europa ver- breitet; daher abg. Krali«König», poln. kroöl, russ. karöl?, lit. karälius, magyar. kiräly, alban. kralj, neugr. xpd-nc König⸗. Ur- sprünglich Appellativ: mhd. Karl, ahd. charal, karl m.«Mann, Ehemann, Geliebters; dazu anord.-schwed.-dän. karl«Mann,(freier) Bauer, Greis», mit Ablaut kerl, mnd. kerle cfreier, gewöhnlicher Mann, ndl. kerel«Kerl, Manny, fries. tzerl, ags. ceorl«Mann, Ehemann, Ge- meinfreier. Mann niedern Standes», engl. churl Bauers. Grdbed. wohl«alter, reifer Mann⸗

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

und daher zu gr. Tépoy, arm. cer m. Greisy. Vgl. auch gr. Tnpoxéoc zalt mit gleichem Suffix wie karl, Kerl(s. d.).

Karmen, n.(*s, Pl. wie Sg. oder Karmina): Gedicht, besonders Gelegenheitsgedicht. 1616 bei Henisch Carmen, aus lat. carmen n.«Ge- sang, Gedicht.

karmesin(auch karmoisin): hochrot. 1586 in den Script. rer. Siles. 4, 290 f. carmesin und kermasin, im 15. Jh. bei Ehingen Reisen 28 karmosin, 1605 bei Hulsius cramoisin, 1478 bei Nicl. v. Wyle 24, 24 cremesin, aus ital. carmesino, cremisi, cremisino m., franz. cra- moisi m. das Hochrots, von arab. girmiat cscharlachfarbigs, eig. mit Kermesfarbe ge- fürbt(s. Kermes).

Karmin, m.(-S, Pl.-e): kostbares Hoch- rot; hochrote Tinte. In der 1. Bed. 1712 bei Hübner Carmin, aus franz.-span. carmin, ital. carminio m., gleichen Stammes wie Kar- mesin(s. Kermes).

Karn, m.(-els, Pl.-e): Butterfaß. Aus dem Ndd. karne, karn. S. kernen.

Karneol, auch Karniol, m.(-s, Pl.-e): plutroter, wachsartig glänzender Edelstein, sarda rubra. Im 16. Jh.(bei Paracelsus Opera 2, 309) Carniol, 1616 bei Henisch Carneol. Aus ital. corniola f., von lat. cornéolus chornartig» (lat. cornu n.«Hornꝰ).

Karner, Kerner, auch Gerner, m.(-s, Pl. wie Sg.): Beinhaus, Fleischkammer; mhd. gerner, kerner, karncœre Beinhaus». Aus mlat. carnarium n.«Fleischkammer»(von lat. caro«Fleisch⸗). Noch bayrisch.

Karneval, m. und(veraltet) n.(-s, Pl. J,-e): Fastnachtslust. Im 17. Jh.(bei Grim- melshausen Simpl. 1, 272 Keller) Carnewal, 1694 bei Nehring Carnaval, als ital. carne- vale, carnovale m. Fastnacht», eig. die Nacht vor Aschermittwoch, wo man dem Genusse des Fleisches(ital. carne f.) für die Fasten- zeit Abschied und Lebewohl(ital. vale m.) sagte. Dies ist aber nur Volksumdeutung. Das Wort scheint vielmehr auf carrus navdlis cSchiffswagen», d. h. Schiff auf Rädern, wie es bei festlichen Gelegenheiten angewandt zu werden pflegte, zurückzugehen. Oder es steht für mlat. carnelevale Entfernung d. Fleischeso.

Karnickel, s. Kaninchen.

Karnies, n.(Gen. Karnieses, Pl. Karniese): die Figur eines 8 bildende Kranzleiste am Hauptgesimse. 1712 bei Hübner Karnieß. Aus gleichbed. span. cornisa f., franz. corniche, ital. cornce f., von dem im Romanischen mit

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