Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
987-988
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987 Kapitulation

kaputt 988

m., dem als Subst. gebrauchten Mask. des Adj. capitulãris czum Kapitel(der Ordens- versammlung) gehörig», von lat. capitulum (§. Kapitel).

Kapitulatiön, f.(Pl.-en): Vergleichung auf Bedingungen. 1577 bei Henriepetri Gene- ralhistoria 360 und 1616 bei Henisch Capi- kulation, aus franz. capitulation f.«Vertrag, vertragsmäßige UÜbergabe im Kriege, aber mlat. capitulatio f.«Verzeichnis der Haupt- stückey.(S. d. folg.)

kapitulieren, v.: über gestellte Haupt- punkte verhandeln; wegen Ubergabe unter- handeln, sich durch Vertrag ergeben(1703 im Zeit.-Lex.). 1571 bei Rot capitulirn«ver- handelny». Aus franz. capituler, von mlat. capitulare«ein Übereinkommen treffen, einen Vertrag schließen».

Kaplän, m.(-S, Pl. Kapläne), in Oster- reich und Bayern auch Kapellan: ange- stellter untergeordneter Hilfsgeistlicher. Mhd. kap(p)el(?)n m., aus mlat. capellanus m. «Geistlicher, der den Gottesdienst an einer Kapelle(s. d.) zu versehen hats.

kapöres: tot, entzwei, zugrunde gerichtet. 1774 bei Bürger 185 kapores. Jüdische Aus- sprache des rabbinisch-hebr. kapporeth f. Ver- söhnung, Sühnopfer», eig.«Deckel der Bun- deslade». Unsre heutige Bed. daher, daß am großen Versöhnungstage mancher Jude einem Nichtjuden seine Sünden auferlegen wollte mit den Worten«Sei du meine kappöreth!, d. i. mein Sühnopfer, was dann den Sinn hatte«Stirb du für mich zur Versöhnung mit Gott!

Kappe, f.(Pl.-/n): Art Kopfbedeckung; Kutte. Mhd. kappe, ahd. kappa f.«Mantel, der mit einer Kapuze zugleich den Kopf bedecktev. Dazu and. kappa f.«Kappe, Um- hang», mndl. cappe f.«Kopfbedeckung», ndl. cap Kapuzey, ags. cœppe f.«Kappe, Mantel⸗, engl. cap«Mütze», anord. käpa f.«Überkleid, Mantel, aus mlat.(um 600) cappa, capa f. Mantel mit Kapuzen, das vielleicht dem Keltischen entstammt. RA. Etevas auf seine Kappe nehmen:«die Verantwortung oder die Folgen tragen»(eig.«die Schläges, vgl. einem etzas auf die Kappe geben). Es setzt Kappen, d. h.«Schläge, Zurechtweisungen»(1641 bei Scherffer Ecloga 96).

1Kappen, v.: abhauen(den Anker k., d. h. das Ankertau); die Spitze abhauen. 1716 bei Ludwig, aus gleichbed. nd. und ndl. kappen; mndl. cappen, mengl. chappen zerschneiden,

engl. chap«spaltenꝰ, schwed. kappa, dun. Kappe

cdie Spitze abhaueny». Herkunft unklar. ²kappen, v.: verschneiden, kastrieren.

Mhd. Kappen, von mhd. kappe m. s. Kapaun.

Kappes, m.(Gen. ebenso): weißer Kopf- kohl, Weibßkraut, lat. brassica capitata. Um 1480 im Voc. incip. teut. f 4 b gabaßleraut, mhd. Koννρα, Kappiz, kabez, kabaz m., spät- ahd. kabuz, capaz. Wie gleichbed. franz. cabas m., ital. capzaccio m. aus lat. caput n.«Kopfꝰ, mlat. caputium n.«Kopfbedeckung».

Kapphahn, m., s. Kapaun.

Käppi, n.(-s, Pl.-s): niedriger Soldaten- schako. Seit etwa 1830 in deutschen Bürger- wehren eingeführt, schweiz. Verkleinerungs- form von Kappe(s. d.).

Kappzaum, m.(-s, Pl. Kappzäume): Zaum mit Nasenband. 1689 bei Lohenstein Ibr. 20 und 1691 bei Stieler Kappzqum, 1664 bei Duez Kappezan, mittels Anlehnung an Kappe und Zaum aus gleichbed. franz. caveçon, ital. cavezzone m., von ital. cavezza f.«Halfters, afranz. cheuez, chevece«Kragens, die auf lat. capitium n.«Mieder, Kopfloch des Kleides», später«Haube», von lat. capaut n.«Kopf⸗ zurückführen.

Kaprice, Caprice(in ésterreich), f. (Pl.-n): steifsinnige Laune. Im 17. Jh. aus franz. caprice m.«wunderlicher Einfall», ital. capriccio m., span.-portug. capricho von lat. caper m. Bock», in Beziehung auf das Be- nehmen dieses Tieres. kaprizieren, v. refl.: eigensinnig auf etwas bestehen. 1813 bei Campe. Kapriziös, adj., 1687 bei Hohberg 2, 8543 capriccios.

Kapriöle, f.(Pl.-n): Bocks-, Luftsprung. 1576 bei Mathesius Luther 19 b Capreole, aus gleichbed. ital. capriola f., von lat. caper m. Bock).

Kapsel, f.(Pl.-n): Gehäuse, etwas hin- einzutun. Anfang des 15. Jh. kapsel(Diefen- bach nov. gloss. 74², auch aus gleicher Zeit nd. capsel), and. Koapsilin«Kästlein», aus lat. capsala f.«Küstchen», Dim. von lat. capsa f. cKiste», woher mhd. Kafse, Kefse, ahd. kafsa, kefsa f.«Reliquienbehälter», and. Kaps, kefsa Behältnis, Gefängnisy. Ahd. auch capselin n. Kästchen», von mlat. capsella f.

kapütt, bayr. auch kaput, verloren, zu- grunde gerichtet, hinfällig, kraftlos, tot, ent- zwei. 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 462* capot, bei Seb. Bürster 174(vom J. 1643) caput. Aus den franz. Kartenspielausdrücken (im Pikettspiel Duez 1664) il est capot«er