Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
981-982
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981 Kanonikus

Kanton 982

im Kriegsmanual 117 Canonier, aus gleich- bed. franz. canonnier m. kanonieren, v.: mit Kanonen schießen. 1648 bei Kem- nitz schwed. Krieg 1, 308 b canoniren, aus gleichbed. franz. canonner.

Kanönikus, Kanoniker, m.(*s, Pl. wie Sg.): Chor., Stiftsherr. Mlat. canonicus m., das als Subst. gesetzte Mask. des gr.-lat. Adj. canonicus(s. kanonisch), eig.«der nach einem Kanon(s. d.), nach einer geistlichen Vor- schrift Lebende». Daraus schon spätmhd. kanonike, ndrhein. im Karlmeinet kanonke, 1678 bei Krämer Canonich.

kanönisch, adj.: dem Kanon(s. d.), der Regel gemäß, den Kirchengesetzen gemäß, als kirchlich beweiskräftig anerkannt. 1709 bei Hübner canonisch. Nach dem gr. Jat. Adj. canonicus, gr. xavoviòc regelrecht.

kanonisieren, v.: in den Kanon, d. i. die(katholische) Litanei der Heiligen auf- nehmen, heiligsprechen. 1605 bei Hulsius Dict. 522 canonisiern, md. um 1300 canoni- zieren, aus gleichbed. mlat. canonizare, von gr. lat. canon m.(s. Kanon).

Kanonissin, f.(Pl.-nen): Stiftsfrau, Stiftsfräulein. Aus mlat. canonissa f. die nach geistlicher Vorschrift(dem Kanon) Lebende, von gr.-lat. canon m.(s. Kanon). 1709 bei Hübner.

Kanonist, m.(en, Pl.-en): Kundiger und Lehrer des kanonischen oder Kirchen- rechts. Bei Luther J. 8, 642 Canonist, aus roman.(ital.) canonista, von gr. lat. canon m. (s. Kanon). Kanot, s. Kanu.

1 Kantäte, f.(Pl.-n): in Arien, Rezita- tiven, Chören, Chorälen bestehende kirchliche Singdichtung. 1712 bei Hübner Cantata, aus dem gleichbed. ital. cantata f.(1638), von mlat.(1314) cantata f.«Kirchengesang», das als Subst. gesetzte Fem. des Part. Perf. Pass. von lat. cantare«singen».

2 Kantäte, m. n.: Gesang(bei Luther 8,318² Cantate n.), bes. der 98. Psalm(dessen lat. Text mit cantãte beginnt), dann der vierte Sonntag nach Ostern, an dem dieser Psalm bei der Messe gesungen wird. Es ist der Imperativ«singts von lat. cantäre«singen?.

1 Kante, s. Kanne.

² Kante, f.(Pl.-n): scharfer Rand; scharf zulaufende Ecke. Im 17. Jh.(Opitz, Schottel) aufgenommen aus nd. kante f.«Rand, Ecke, Seeküsten, kant m.«Brodranfty, mnd. kante f. und kant m.«Ecke, Winkel, Randꝰ, ndrhein. im 14. Jh. kant m. Schildrands; dazu mndl.

cant m.«Rand, ndl. kant m.«Ecke, Seite, Küste», afries. kant«Seiten(in fuuzwerkant cauf der vierten Seite»), isländ. Kkantr m. Rand, von afranz. cant Ecke⸗, ital.-span. canto m. eWinkel, Ecke, Spitze, Seiten, lat. canthus m.«eiserner Reifen um das Rad (nach Quintilian urspr. afrikanisch oder hi- spanisch), gr. kavéöc m. Radreif, Augen- winkel», kymr. cant«Radschiene, Kreis, Um- züunung, Rands, abg. Xqtu m.«Winkel?. Vgl. Walde. Der Plur. in der Bed.«feine, meist am Rande gezackte Spitzen als Schmuck» im 17. Jh.(Canten bei Wigand Btr. 237, aus Minden von 1658) entlehnt aus ndl. kant f., Pl. kanten«Schmuckspitzen», die in Brabant gefertigt wurden. 4BL. Kantel, n.(, Pl. wie Sg.): vierkantiges Lineal(1833 bei Jahn Merke z. d. Volkstum 196). kanteln und kanten, v.: auf die Kante stellen, um- drehen(1775 bei Adelung; 1691 bei Stieler kanten szackicht machen»). kantig, adj.: eckig, 1741 bei Frisch, aber 1691 bei Stieler kanticht; ndrhein. 1495 in der Kölner Gemma SSe viercantich. ZUS. Kanthaken, m.: eiserner Haken der Auflader, um Lasten an der Kante fest anzupacken und fortzubewegen. 1775 bei Adelung, nd. 1743 bei Richey, ndl. kantshaak.

Kanter, s. ² Ganter.

Kantille, f.(Pl.-n): Gold- oder Silber- drahtröhrchen, in Stickereien, Epauletten. 1715 bei Amaranthes Canetille, aus gleichbed. franz. cannetille f., und dies aus ital. cannettiglia, einer Ableitung von lat. canna f.«Rohry.

Kantine, f.(Pl.-n): Flaschenfutteral, Flaschenkeller(Lessing Minna 3, 7); Soldaten- schenke in der Kaserne. Aus gleichbed. franz. cantine f., von ital. span. cantina f.«Keller, Winkeb, zu canto m. Ecke, Winkel(s. Kante).

Kantön, m.(-s, Pl.-e): Landbezirk. Aus gleichbed. franz. canton m., eig.«Landwinkel», ital. cantone m., zunächst«Ecke», abgeleitet von afranz. cant(s. Kante). Der schwäb. Ritterbund 1422 bestand aus fünf Cantonen. In der Schweiz seit Anfang des 18. Jh.(die dreuzehn Cantons als Name der Eidgenossen- schaft), im Zeit.-Lex. 1703. Dafür früher und noch bis Ende des 18. Jh. das Ort(s. d.), das ebenfalls von der Bed.«Spitze, Ecken zu der Bed. Landesabteilung» überging. 4BE. kantonieren, v.: in einem Land- bezirk Einlager halten, 1703 im Zeit.-Lex. cantoniren, aus gleichbed. franz. cantonner, ital. cantonare. Kantonist, m.(-en, Pl.-en):

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