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Kanonier 980
um sich fressende Krankheits, kaum aber urverwandt mit gr. rérypoc m.«Knorren an Bäumeny, TdfTypatva f. ckrebsartiges Gie- schwür trotz Kluge KZ. 26, 86 u. a.
Kanne, f.(Pl.-n): hohles Gefäß zu Flüssig- keiten;(veralt.) Maß für Flüssigkeiten, Hülsen- früchte, Butter. Mhd. kanne, ahd. channa f.; dazu mnd.-mndl. kanne, ags. canne, engl. can, anord.-schwed. kanna f., dän. kande. Daneben älternhd. Kante, Kande f., noch schweiz.- elsäss. Mante f., mhd. Kante, ahd. chanta(10. Jh.), canada(742), auch canneta, später kannite f. Vielleicht echt germanisch und mit Kahn verwandt. Dazu dann mir. gann«Kanney. ZUS. Kannenbäcker, m.: Töpfer, der Kannen fertigt. Im nassauischen Westerwald das nach seiner Tonwarenindustrie benannte Kannebeckerland. Kannegießer, m., mhd. kannen-, kannelgiezer, mnd. Kannengeter m.; Kannegießer in der Bed. cüber Staats-, über- haupt öffentliche Angelegenheiten nach seinem Verstande Schwatzender» erst im 18. Jh.(Ra- bener 6, 265 vom J. 1760 politischer Kannen- Reßer) nach dem 1742 erschienenen Lustspiel der Politische Kanngießer, unter welchem Titel Detharding zu Altona ein 1722 zum ersten- mal gespieltes Stück des Dunen Holberg über- setzte, in dem ein politisierender Zinngießer die Hauptperson ist. Davon kannegießern, v.: politisierend schwätzen, 1780 bei Goethe Briefe 4, 215. Kannenkraut, n., lat. equi- setum, 1561 bei Maaler Kantenlcraut, im 15. Jh. kandelkrut(Voc. inc. teut. m 7⁴), so benannt, weil es zum Blankscheuern der zinnernen Kannen gebraucht wird.
Kannel, s. Kandel. 4BL. kannelieren, v.: mit Rinnen oder Riefen versehen. 1791 bei Roth canelierte Saulen.
Kännel, s. Kanal.
Kannibäle, m.(-n/, Pl.-n): Menschen- fresser; wilder grausamer Mensch. 1534 bei Seb. Franck Weltb. 224 b der Pl. Canibalen, aus span. Canibal m., umgebildet aus Caribal, Caribe, bei den Franzosen Galibi, dem ein- heimischen Namen der menschenfressenden Karaiben auf den kleinen Antillen; als Wohn- sitz dieser Menschenfresser beschr. S. Franck 221² die Insel Candbali, jetzt Dominica. Noch 1628 bei Münster Cosmogr. S. 1723 Caribes oder Canibales. 4 BL. kannibälisch, adj.: höchst roh und grausam. 1575 bei Fischart Garg. 68 canihalisch, Flöhh. 3546 caniblisch.
Kannichts, m.(unfiekt.): Nichtswissen- der, Nichtsvermögender. 1669 bei Grimmels-
hausen Simpl. 1, 407(Kz.) Kannix, bei Luther Tischr. 194b Kan nicht. Zusammengefügt aus(er) kann nichts.
Kanoe, s. Kanua.
Kanon, m.(-S, Pl.-s): Maßstab, Richt- schnur, Vorschrift; Kirchengesetz;(römisch- katholische) Litanei der Heiligen; Kettenge- sang(von den Kontrapunktisten des 16. Jh. Canon d. i.«Richtschnur, Vorschrift» genannt). Aus gr. lat. canon m.«Regel, Richtschnur, Verzeichnis maßgebender religiöser Schriften», gr. kuviwy m.«gerade Stange, Stab, Maßstab, Norm, Muster, kirchliche Bücher der Glaubens- regel, Monochord(ein einsaitiger Tonmesser), kirchliches Lied außer den Psalmens.
Kanonãäde, f.(Pl.-n): wiederholtes Schießen mit Kanonen, 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 308 b Canonade, aus gleich- bed. franz. canonnade f.
Kanne, f.(Pl.-n): grobes Geschütz mit längerm Rohr. 1558 bei Rivius Büxen- meisterey 332 ein Canon oder Karthaunen, so 20 Pfund scheusset, und Schauch lang ist, wigt das Ror 2500 pfund, im Laufe des 16. und 17. Jh. als Canon m.(später n.) ein- gebürgert, 1691 bei Stieler Kanone f., aus gleichbed. franz. canon, ital. cannone m., Ver- größerungsform zu franz. canne, lat. canna f. Rohro; Fronsperger(1596) 2, 312 nennt als Geschützart Kana, die wigt an jhrem Rohr- 75 Centner schwer. Studentisch sind Ka- nonen asteife röhrenförmige Reiterstiefel⸗ (Kluge Studentenspr. 98, vom J. 1813); im 17. Jh. hießen Canonen«leinene Strümpfe, deren Enden man als Zierat in die über- geschlagnen Kappen der hohen Stiefel legte und ausbreiteten(bei Stieler 1691), bei Lau- remberg Scherzged. 2, 627 nach den Canonici benannt, die sie trugen. RA. Unter der Kanone unter aller Kritik, sehr schlecht», eine scherzhafte wortspielende Umformung von Kanon(s. d.),«Maßy. ZUS. Kanonen- fieber, n.: fieberhafte Aufregung im oder vor dem Kanonendonner der Schlacht. 1792 bei Goethe 33, 72 f. Kanonenfutter, n.: scherzhafte Bezeichnung für schlechte Sol- daten. Vgl. Futter für Pulver bei Shakespeare König Heinrich IV1 4, 2. Kanonenschlag, m.(Pl.-schläge): Feuerwerkskörper, wie ein Kanonenschuß krachend. 1757 in Eggers Kriegslex. 1, 445.
Kanonier, m.(-s, Pl.-e): der zu kano- nieren versteht, Artillerist. 1617 bei Wall- hausen Corpus militare 204 Canonir, 1616


