975 Kämpe
Kandel 976
¹Kämpe, m.(-n, Pl.-n): Kämpfer, Held. Bei Frisch 1741 als alt bezeichnet, aber von Mylius(1777), Voß, Pfeffel(1783) erneuert. Mnd. kempe, kampe m.«Kämpfer, Krieger-, bes.«Zweikämpfer im gerichtlichen Kampf, den man für Geld dazu mietete», auch md. kempe, ags. cempa, afries. kampa, kempa m., anord. kenpa f. und kappi m. Dafür mit Lautver- schiebung mhd. kempfe, ahd. chemphjo, kempfo m. ZLweikämpfer, Kunstfechter, Kriegery, mlat.(um 600) campio, daher ital. campione, span. campeon, franz. champion m.«Kampf- heldy. Zu lat. campus(s. Kampf. Kümpe, m.(-n, Pl.-n): zahmer Eber, Zuchteber(bei Klamer Schmidt kom. Dicht. 263 Kempe). Nd. im 16. Jh. kempe m., im engl. Suffolk-Dialekt Kemp«Kämpfer, Ebers. Wohl, wenn man die bekannte, z. B. in Lam- prechts Alex. 4505, im Lanzelot 3546 hervor- gehobne Kampflust des wilden Ebers erwägt, aus dem vor. Wort hervorgegangen. kampeln,, v. refl.: sich hin und her zanken, sich balgen. Md., auch norddeutsch 1657 in Schochs Studentenleben A 6 b sich kherumb kampeln, mrhein. kämpeln; dazu northum- brisch cample«hin und her streiten». Das Verbum scheint abgel. von spätmhd.(15. Jh.) kempel m.«Streitigkeit Zank». Urspr. wohl eins mit kabhelm(s. d.), aber an Kampf. Kämpe angelehnt. Davon Kampelei, f.: Hin- und Hergezänke, 1775 bei Adelung. Kampf, m.(-els, Pl. Kämnpfe): feindlicher Gebrauch der Waffen oder Kräfte gegenein- ander, dann überhaupt gegen einen Wider- stand. Mhd. kampf, ahd. camph m. Zwei- kampf; dazu mnd. kamp m. n., nnd. kanmp, ags. und mengl. caup, afries. Xamp m., urspr. «der fechtkunstgemäße Zweikampf». Auf- genommen aus lat. campus m.«Feld, dann (nach dem campus Martius in Rom, Mainz, Trier usw.)«Tummelplatz, Kampfplatzy, im Mlat. auch«Zzweikampfs», besonders der ge- richtliche. 4 BL. käümpfen, v., mhd. kenxpfen, ahd.(nicht häufig) chanafan, chemfan ceinen Zweikampf bestehn»; dazu mnd. und md. kenopen, ags. campian. Kümpfer, m.(, Pl. wie Sg.), spütmhd. kenpfer, dafür ge- bräuchlicher kempfe(s. Kämpe). Kampfer, m.(-s): das destillierte weiße starkriechende Harz des ostasiatisch. Kampfer- lorbeerbaums. Mhd.(13. Jahrh.) gaffer und canpher, 1556 bei Frisius Gampher, 1565 bei Paracelsus Wundartzney 104 Ganffer, 1616 bei Henisch Capher, noch bayr. Gaffer, schweiz.
Gamfer, aus mlat. cafura und damphora, neugr.«aqoupc;, ital. cafura und canfora, span. alcanfor, vom gleichbed. arab. und pers. kũfãr, ind. kanpura, kapür.
¹ Hämpfer, s. Kampf.
Kümpfer, m.(8, Pl. wie Sg.): Kragstein (s. d.), Balkenkopf; Oberschwelle über dem Türpfosten; Querbalken beim Fensterkreuz. Seit dem 18. Jh. umgebildet aus Käpfer, mhd. kepfer(13. Jh., bei Graff 4, 369). Dazu mndl. keper. Vermutlich lat. Ursprungs, vgl. lat. capréeolus m. chervorragender Strebe-, Stütz- balken», eig.«Böckchen», zu lat. caper m. Ziegenbock.
kampieren, v.: zu Felde liegen, sich im Felde lagern. Aus dem gleichbed. franz. camper, von camnp m. Feldlager», aus lat. campus m.«Feld». 1617 im teutschen Michel 8.
Kanäl, m.(·s, Pl. Kanäle): Wassergraben, Kunstflußt. Schon md. im 13. Jh. kanãl m., eig.«Röhre, Rinne». Wie ital. canale m. (woher franz. canal m.) aus lat. canãlis m. «Wasserrinnes, woher auch ahd. känali, mhd. kanel, kenel, kener, noch schweiz. Kännel, tirol. Kannel, schwäb. Känner m.«Rinne, Gosse.
Kanapee, n.(*s, Pl.-s, bei Wieland Mask.): Polsterbank zum Widerlehnen und Ruhen. In einem Lied vom Anfang des 18. Jh. bei Erk Volksl. 1, 48 Kanapee, entlehnt aus gleich- bed. franz. canapé, ital. canopé m., dies aus mlat. canapeum, lat. conôpéum n.«Mücken- nétz, Himmelbett, gr. kvwreiov n.«Mücken- netzy, dann cein nach ägyptischer Weise mit einem solchen Netze versehnes Ruhebett», von gr. Kkvyoip m. f.«Stechmücke».
Kandrienvogel, m.(-s, Pl. wögel): der zahme, gelbe, von den kanarischen Inseln stammende Singvogel. 1603 bei Schwenck- feld Theriotroph. 298 Canarienvogel, 1612 bei F. Platter 344 Canarienvögelin, 1616 bei He- nisch auch Canarienzeißle, schon 1555 bei Geßner canaria avicula Zuckervõgele, span. port. canario m.
Kanaster, s. Knaster.
Kandäre, f.(Pl.-n): die Gebißstange an den Pferdezügeln. Im 19. Jh. aus dem Ungarischen(kautär«Zaun, Zügel») entlehnt (1839 bei Immermann Münchh. 4, 144 das abgeleitete Zeitwort abkandaren«die Kandare abnehmen).
Kandel, f.(Pl.-n): Kanne. Oberdeutsch. Alternhd. und spätmhd.(15. Jh.) kandel f., mit naturgemäß eintretendem d aus ahd. chanala, mhd. chanele, kanel, Kanl f.«Kannen(s. d.).


