Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
973-974
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973 Kammer

Kampagne 974

öffentliche Kasse, sowie(fürstliche) Gerichts- stube(14. Jh.), Gericht, endlich Verwaltungs- behörde(bei Stieler 1691), einzelne Abteilung einer Behörde;(nach franz. chambre f. im 19. Jh.) Körperschaft der Landes- oder Volks- vertretung. Mhd. kamere, Kkamer f. cGemach, Schatzkammer, öffentliche Kasse, Kammergut, fürstliche Wohnungs, ahd. camara, chamara f. Gemach, Palast»; dazu and. kamera, mnd. camere f. Aus lat. camara, camerd, gr. audpo f.-Gewölbe, gewölbter Raumꝰ, wo- her auch span.-port. camara, ital. camera, franz. chambre f.(daraus engl. chamber), serb. camra, russ. kümbra. 4BL. Käümmerei, f.: Behörde, die die öffentl. Einkünfte verwaltet, Schatzamt, 1691 bei Stieler. Kümmerer, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kammerherr, Schatz- meister, mhd. kamercere, kamerer, ahd. cha- marãri, camerãri m. chöherer Hofbeamter, Aufseher über das Schlafgemach, über die Schatzkammer, Kleider, Waffen», aus mlat. camararius, camerarius m. Vereinzelt bei Goethe 1, 308 für das ital. cameriere m. Diener im Gasthof». Käümmererin, ge- kürzt Kämmerin f.(Pl.-nen), mhd. kamero- rinne, gekürzt kamerinne, md. auch kammerére, xemmerére und kamere, kemerie f. Kammer- frau, Hofmeisterin). Kümmerling, m. (J, Pl.-é): Kammerherr, Kammerdiener, mhd. kemerlinc, ahd. chamarling, davon mlat. camerlingus, camerlengus, ital. camarlingo, span. camarlengo, franz. chambellan m. ZU0S. Kammerdiener, m., bei Luther(Judith 12, 6); übertragen, leicht bewegliches Tisch- chen in der Schlafkammer, im 19. Jahrh. Kammerfrau, f.: oberste Dienerin, urspr. des Schlafgemaches, im 15. Jh. Xammer frονε f. (altd. Blätter 1, 303). Kammergericht, n.: oberstes Gericht, urspr. in des Fürsten Kammer, im 15. Jh. kamergericht. Kammergut, n. (els, Pl. Kammergüter): Gut des Fürsten als Landesherrn, Domäne, im 15. Jh. Kamergut. Kammerherr, m., 1482 im Voc. theut. d 1* kamerher m.«oberster Kämmerere. Kammer- jäger, m.:(vornehm verhüllend für) Ratten- und Maäusefänger(eig. fürstlicher Leibjäger), bei Hagedorn neue Fab. 90, nd. bereits im 17. Jh. pei dem darüber spottenden Laurem- bergs, 449 kamerjeger. Kammerjungfer, f.: Dienerin im Schlafgemach, 1691 bei Stieler, urspr. Edelfräulein im persönlichen Dienste der Fürstin, so 1664 bei Duez Kammer-Jungfrauao, ndrhein. im 15. Jh. kcmerjonffer(Prommann Ztschr. 2, 441²). Kammerjunker, m::

junger Edelmann im Hofdienst um die Person des Fürsten, 1639 bei Zincgref Apophth. 1, 106. Kammerkätzchen, n.:(neckend für) Kammerjungfer, 1670 bei Grimmelshausen Springinsfeld Cap. 1 Cammerkätzgen; aber ndl. 1598 bei Kilian kamerkatte f.«concubina quam amator sibi soli servat cellae inclusam. Kammerknecht, m., mhd. kamerkneht aniedrer Hofdiener», aber auch cLeibeigner der kaiserlichen Kammer, Judey. Kammer- lauge, f. Lauge aus dem Kammertopf, Urin, im 15. Jh.(Fastnachtsp. 92, 7). Kammermagd, f.: Kammermädchen, urspr. bei Hofe, 1654 bei Logau 1, 8, 80, nd. 1417 bei Diefenbach nov. gloss. 1222 kamermaghet. Kammer- musik, f.: Musik für kleinre Räume, urspr. Musik in den fürstlichen Gemächern, so 1629 (Anz. d. Germ. Museums 1859, 10). Kammer- präsident, m.: Vorsitzender einer fürstlichen Finanzkammer(1678 bei Krämer Cammer- president), im 19. Jh. auch einer Stände- kammer. Kammerrat, m.: Finanzrat, 1678 bei Krämer. Kammerton, m.: die gewöhn- liche Stimmung der Orchesterinstrumente, zum Unterschied vom Chorton, dem Tone der(frühern) Orgeln. 1727 bei Hübner Kammerthon hat den Namen von großer Herren Kammermusic.

Kammacher, s. Kamm.

Kammertuch, n.(-es): sehr feine Lein- wand, in der Rostocker Kleiderordn. von 1585 S. 19 Cammertuch, 1664 bei Duez Kummer tuch«toille de Cambray», 1678 bei Krämer Cammerichstuch oder Cammerleinaat, ndl. kamerijksdoek. Von der Fabrikstadt Cambrai jm französischen Flandern, vläm. Kamerijk, spätahd. Kamercha, zur Römerzeit Camara- cum. Daher im 19. Jh. als Nachahmung der feinen Leinwand Kambrikt m.(*s): feines baum- wollenes Gewebe, Batist.

Kammgarn, Kammrad, s. Kamm.

Kamp, m.(Jels, Pl. Kämpe): mit Zaun oder Graben eingefaßtes Feldstück. In Nieder- deutschland. Doch auch spätmhd. kamp m. (14. Jh.), in der Straßburger Gemma 1508 b 4 b ein pflantzt velt oder ein kamp. Von lat. campus m.«Felds, im Mlat. auch&Feldstück.

Kampägne, f.(Pl.-n): Feldzug; Dauer einer Betriebsperiode(in neurer Zeit). Das franz. campagne f.«freies Feld, dann Feld- zug», das zurückgeht auf lat. campania«offne Fläche, Flachland», eig. N. Pl. eines Adj. campanius, von canpas m. Feld». Zur Zeit des 30 jährigen Kriegs entlehnt(Simpl. 323).