Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
965-966
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965 Kaldaunen

Kalfakter 966

n. m., engl. calif, anord. kalfr m., schwed. alf m., dän. kalv. Nebst mhd. Kilbere, ahd. chil- burra f.«Mutterlammy, ags. cilforlamb n. «weibliches Lamm» wohl urverwandt mit, aind. gärbhas, awest. garowa- m. Mutter- leib, Leibesfrucht», und vielleicht auch weiter zu gr. dekqοc f.-Gebärmutters. Doch macht der Guttural Schwierigkeiten. Oder zu gallo- lat. galba f.«Schmerbauch». Im Germ. finden wir auch die Bedeutung«Wade», anord. Kälff- m., engl. calf, anord. kalfabôt f. Lendes. 4BL. Kalbe, f.(Pl.-n): junge Kuh bis zum ersten Kalben. Mhd. kalbe, ahd. Kalba f. «weibliches Kalb», got. Kalbõ f.«junge Kuhs. Auch Kalbin f. bei Stieler 1691, im Voc. opt. (Leipz. 1502) Ff Kalben. kalben, v.: ein Kalb gebären, mhd. kalben; dazu ndl. kalwen, ags. cealfian, engl. calve, anord. kelfa. kälbern, v.: springen wie die Kälber, alberne Possen machen(1528 bei H. Sachs kelbern, ndl. kalveren); sich erbrechen, wohl mit Anspielung auf das ähnlich klingende Blöken der Kälber(1797 bei Heynatz, ndl. bei Kilian kalven). kälbern, adj., mhd. kelberin. ZUS. 1) mit Kalb-: Kalbfell, n., mhd. kalpvel; bildlich«Trommel» 1602 bei Kirchhof Militaris disciplina 209. Kalb- fleisch, n., mhd. kalpuleisch; bildlich von ungewitzigter Jugend, im 15. Jh. bei Keisers- berg(Euangelia 35). 2) mit dem Gen. 8g. Kalbs-: Kalbsbraten, m., 1561 bei Maaler. Kalbsbrust, f., im 16. Jh.(Anz. d. Germ. Mus. 1860, 401). Kalbsfuß, m., mhd. Kalbs- fuo;(Buch v. guter Speise 27, 89). Kalbs- gekröse, n., im 15. Jh. Kalhsleroes(Nürnb. Pol.-Ordn. 229). Kalbskopf, m., Anfang des 15. Jh.(Germania 28, 371). 3) mit dem Gen. Plur. Kälber-: Külberkern, m., wilder Kerbel, chaerophyllum silvestre, anthriscus silvestris, auch Kälberkropf m. genannt, 1540 bei Alberus Dict. DD 2 b kelberkern, im 15. Jh. kelbkernen(Mone Anz. 8, 103, 40), gleichsam Kernen d. i. Getreide der Kälber, weil das Rindvieh die jungen Blätter frißt. Umdeutung von Kerbel(s. d.).

Kaldäunen, Pl.: die Gedärme, besonders die eßbaren. Schon 1616 bei Henisch nur der Pl. Caldaunen; der Sing. ist unüblich, aber md. im 15. Jh. caldäne, koldun f.(Diefenb. Gloss. 556), mnd. Kaldane, koldäne, auch kallãne, kolüne(noch md. Kallaunen). Ins Mhd. aufgenommen auch kaltän. Aus dem gleichbed. mlat. calduna f., woher auch afranz.

chaudoun, von lat. calidus, caldus«warm», urspr. wohl«das noch dampfende Eingeweide frisch geschlachteter Tiere». Dem Deutschen entlehnt schwed.-dän. Kallan, ferner tschech. kaldoun, kaltoun, poln. Kaldun m.

Kalebässe, f.(Pl.-n): Flaschenkürbis; Birnenart. Uber gleichbed. franz. calebasse aus span. calabaza, port. cabaca, einer Ent- stellung von lat. cecurbita f.«Kürbisy. 1632 bei Kilian.

Kalekut, m.(-s,-en, Pl.-en), auch Kaleküter, m.(-*s, Pl. wie Sg.): Truthahn. 1558 bei Heußlin 103 kalekattisch Hun, 1711 bei Rädlein calelcutischer Hahn, Calecutsch- Hahn, bei Voß Idyll. 13, 125 im Pl. Kalkuten. Der in Nordamerika einheimische Vogel wurde zuerst von den Spaniern 1524 aus Florida nach Europa gebracht und, da Amerika zu Anfang des 16. Jh. noch für einen Teil In- diens gehalten wurde, nach der damals be- kanntesten Handelsstadt Vorderindiens Calicut benannt, franz. cog d' Inde, dindon, ital. gallo d' India, 1715 bei Amaranthes Türckischer oder Indianischer Hahn, engl. Turken cock.

Kalénder, m.(-s, Pl. wie Sg.): Zeit- weiser durchs Jahr. 1482 im Voc. theut. p 8 5b kalender, sonst im 15. Jh. Kolender, collender, aus den gleichbed. spätmlat. calendarius m., calendarium n., einer Ableitung von dem lat. Plur. calendae cerster Monatstag», dann «Monaty. Mhd. hatte man die Form kalen- denœære, md. calendenär m. RA. Kalender machen sin tiefen Gedanken, nachdenklich sein, Grillen fangen». 1664 bei Duez.

kaléndern, s. Kaland.

Kalésche, f.(Pl.-n): leichter offner Reisewagen. 1636 bei Möhner 54(hgb. v. Czerny) Calleche, bei Grimmelshausen Simpl. 2, 195(Keller) Calesch f., 301 m., 1664 bei Duez(ales f., 1734 bei Steinbach Kalesse und noch bei Goethe 31, 28 Calesse f. Aus dem Slawischen, tschech. Kolesa(Poln. olaska, russ. Koljäska) f.«Räderfuhrwerk», urspr. Plur. von kolo f.«Rad». 1604 bei Colerus Hausb. 3, 109 ein klein Wegelein mit vier xleinen Raden, da man nur ein Pferd vor- spannet, in Polen nennet mans eine Kolesse. Aus dem Deutschen franz. caleche f., ital. calesse, calesso m.

Kalfäkter, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schmeich ler, Aushorcher, eig. Stubenheizer. Im 16. Jh. Calfactor, von Lehrern wie Schülern zu allerlei niedrigen Diensten gebrauchter Ein-

chaucdun, cauldan, engl. chaaodron, im 15. Ih. heizer in Schulen(1524 bei H. Sachs vier

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