Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
963-964
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963 Kajüte

Kalb 964

Titel der römischen Imperatoren Caesar, gr. Kacap, woher auch abg. cisarl, cesarl, russ. car. Die Schreibung al stammt aus der Kanzlei der Kaiser Friedrich III. und Maximilian I, vgl. Frankf. Reichskorresp. 2, 135. 160. 232 vom J. 1457 f.; bei Luther und noch bei Aler 1727 Keiser. 4L. Kaiserin, f., mhd. keiserinne, im 12. Jh. eiserin, ags. cãsern f. kaiserlich, adj., mhd. keiserlich, ahd. Keisur-, cheisar-, chaisarläh, ags. cãserlic. Kaiserling, m., an Geruch, Geschmack und Farbenpracht der edelste unter den eßbaren Schwämmen, amanita caesarea. 1540 bei Alberus dict. Dd 3 keyserling. Kaisertum, n., mhd. Keisertuom, ahd. cheisertuom n.; dazu asächs. Késuυπα³ονν, ags. cãserdöm m. Z0S. Kaiserkrone, f., 1581 bei Fischart Bienk. 127à Keyserskeron; Zwiebelgewächs mit einer Krone glockenförmiger hängender Blüten, fritillaria imperialis, aus Persien stammend, 1657 bei Harsdörffer Gespr. 2, 199 Käüisers Krone. Kaiserreich, n., mhd. keyserriche n. Kaiserschnitt, m.: Kreuzschnitt in die Seite und Gebärmutter einer Schwangern, um das Kind herauszunehmen. 1789 in Stillings häusl. Leben 43. Ubersetzung von sectio caesarea, vgl. Melber(1482) D 62 Cesar keiser, sie dictus, guod ex ventre matris cesus.

Kajüte, in Bayern und ésterreich auch Kajütte, f.(Pl. n): Schiffszimmer. Im 15. Jh. bei Beheim Kajute f., aufgenommen aus mnd. Kaiute, nd. kajtte, ndl. kajuit, schwed. kajuta, franz. cajute f. Dazu auch afranz. chahute, cahzette, nfranz. cahate f. «Baracke», aus denen sich erklärt dän. kahyft, vläm. bei Binnaert cahugyfte, cahute«Kajütes. Die Herkunft ist unbekannt. Literatur bei H. Schröder Streckformen 35.

Kak, m.(Lels, Pl.-e): Schandpfahl, Pranger. In Norddeutschland. Md. im 14. Jh. kak m., aufgenommen aus mnd. kx, 1420 ndrhein. Kuech m.(Diefenbach gloss. 353 ²). Der urspr. Begriff scheint nach der pommerschen Neben- bedeutung bei Dähnert 212 Stock, Pfahls. Dazu ndl. kaak, entlehnt schwed. käk, dän. kag«Schandpfahl». Verwandt sind lit. 2aginds m. Pfosteny, 2Agré f.«Pfluge, Zagaras m. cdürrer Asts.

Kakadu, m.(-S, Pl.-s und-e): der ost- indische Schopfpapagei. Im 18. Jh. aus ndl. alcketoe f., von dem malayischen Namen Käka- kaaod, der den Schrei des Vogels nachahmt.

Kakädo, m.(-s): Frucht des Kakaobaumes. Aus franz. ital.-span.-port. cacao, das auf

gleichbed. mexikanisch cacao zurückgeht. Bei Seb. Münster Cosmogr. 1628 S. 1607 Cacao.

Kake(Spr. kéx), m.(-s, Pl.-s): Art Ge- bäck. Aus engl. cale«Kuchenꝰ, das viel- leicht dem Nordischen entstammt, schwed. kaka flaches Brotv, dän. kage, im Ablaut stehend zu d. Kuchen.

kakeln, v.: gackern; schwatzen. In Nord- deutschland. In eig. Bed. mnd. Kakelen, dazu ndl. Kakelen, bei Kilian kaeckelen, engl. cackle, schwed. Kkackla, dän. kagle; in übertragner Bed. bei Luther*, 68 b Jen., 1495 in der Kölner Gemma J 7d Kakelen, 1477 clevisch gakelen. Lautmalend. 4BL. Kakelei, f. Geschwätz, 1588 bei Ringwaldt Eckart K 3.

Kakerlak, m.(-s,-en, Pl. wie Gen.): licht scheue Schabe; dann auch lichtscheuer Mensch, Albino(bei Campe). Ndl. kakerlak m. Mit dem Tier aus Südamerika, wo man kakerlallei sagt. Als Schimpfwort nd. schon im 16. Jh. bei Soltau Volksl. ² 283.

Kaktus, m.(Gen. und Pl. wie Nom. und Pl. Kaktéen): Fackel-, Rankendistel. Aus Südamerika stammend, benannt nach gr. xdxroc f. m., eine stachlichte Pflanze.

Kaland, m.(-s, Pl.-e): Brüder-, Ge- nossenschaft andächtiger Personen. Md. im 13. Jh. kalant m.(Konemann 94. 271. 617), afries. kalende f. Der Name daher, daß sich die Brüderschaft regelmäßig am ersten Tage jedes Monats(lat. calendae, daher ahd. im 11. Jh. kalend erster Monatstagy, s. Kalender) zur Fürsorge für Begräbnis und Seelenheil Verstorbner und zu gemeinschaftlichem Mahle zu versammeln pflegte, welches zum üppigen Schmaus gewordne Mahl selbst md. kalant, nd. kaland benannt wurde, daher dann Kaland überhaupt s. v. a.«üppiger Schmaus» und (bei Stieler 1691)«gesellschaftliche Zusammen- kunfty, kalendern«schmausen und zechen» (bei Frisch 1741 caländern).

Kalauer, m.(-s, Pl. wie Sg.): schlechter Witz. Wahrscheinlich in Berlin aus franz. calembour() m.«Wortwitz» umgebildet, das von dem deutschen um 1500 erschienenen Schwankbuche Philipp Franckfürters zu Wien cder Pfaff vom Kalenberg» herstammt. Wohl mit Anspielung auf Leder und auf die ge- ringere Sorte Schuhe und Stiefel, die das Städtchen Kalau in großer Menge nach der 13 Meilen entfernten Reichshauptstadt liefert.

Kalb, n.(-Lels, Pl. Kälber): Junges vom Rindvieh und Rotwild. Mhd. Kkalp, ahd. chalp n.; dazu anfränk. calf, ndl. kalf n., ags. cealf