Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
961-962
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961 Kaff

Kaiser 962

Kaff, n.(*s): Spreu(leere Getreidehülsen); Unwertes, Nichtiges. Mhd.(urspr. md.) kaf n.; dazu mnd. kaf, mndl. caf, ags. ceaf n., engl. chaff. Aus gleichem Stamm wie Käüfe, ahd. cheua f.«Schote, Hülses(s. Käfer).

Kaffee, m.(-S, Pl.-s): die Frucht des Kaffeebaums und das daraus bereitete Ge- tränk;(als Neutr. im 19. Jh.) das Kaffee- wirtshaus(Cafk). In der zweiten Hülfte des 17. Jh. als Coffee aus engl. coffee, ndl. X f. übernommen, im Anfang des 18. Jh. drang aus franz. café, caffé m. die Form Caffe, Caffee (bei Klopstock, Lessing, Goethe Kaffee) durch. Zugrunde liegt arab. gahva zaus Beeren ge- kochter Trank, Kaffee. ZUS. Kaffeehaus, n., Kaffeeschwester, f., 1715 bei Amaranthes.

Kaffer, m.(-n, Pl.-n): Bauer, einfältiger Mensch. In der Gaunersprache(1714), da- nach im 19. Jh. in südwestdeutschen Mund- arten und studentisch, aus rabbinisch Kaphri m.«Dorfbewohner, Bauers, von hebr. Käãphär m.«Dorfy. Verschieden von dem Volksnamen Kaffer m. in Südafrika, der auf arab. Käfir «Ungläubiger» beruht.

RKäflg, m.(-s, Pl.-e): Gitterbehälter für ein sonst wild lebendes Tier; gegitterter Ge- füngnisbehülter. Mit g statt(vgl. nhd. Ferge, ahd. fer⸗o) und Genuswechsel aus mhd. kevje, ahd. chevia f., entlehnt aus lat. cauea f. Höhlung, Küfigy, vom lat. Adj. cavus«hohl. Noch im 16. Jh. Fem. kefig, daneben schon im 14. und 15. Jh. Neutr. und Mask. kefig, auch kebig(1581 bei Fischart Bienenk. 872 käßig), im 15. Jh. kefich, mit antretendem t kefit n.(Teufels Netz 6460 Anm.), danach im 18. Jh. Keficht, Käficht n.

Kaffller, Kaviller, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schinder. Erst im 17. Jh.(bei Stieler 1691). Aus der Gaunersprache, wo Caveller, Cafäller m.«Schinder(1510 im Liber Vagatorum, abgeleitet von talmudisch kephäl, das im Sy- rischen«abdecken, abziehen» bedeutet; wohl mit Anlehnung an nd. viller m.«Schinder? (Hautabazieher) und vielleicht an bayr. Gefill n. cRecht des Abdeckers auf das gefallene Vieh» (s. fillen). 4BL. KaffIleréi, f.: Abdeckerei, 1691 bei Stieler.

Kaftan, m.(-S, Pl.-): langes Ehren- oberkleid der Türken. Aus türk. Kaftan, schon entlehnt 1647 in Olearius persian. Reisebeschr. 125 Kafytan«lang niedergehendes Unter-, Morgenkleidꝰ.

Käfter, n., auch m.(-S, Pl. wie Sg.): kleiner enger Wohnraum. In Mitteldeutsch-

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

land und Westfalen. Ahd. chaftœre, chaftere Bienenkorb⸗. Nach Ehrismann Btr. 18, 228 Lehnwort aus mlat. capisterium n.«Mulde, Trog». Unwahrscheinlich wegen der heutigen Verbreitung. Bei Goethe(an Zelter 1, 252) das Dim. Käfterchen, n.

kahl, adj.(Komp. Kahler, Sup. kahlst): haar-, federlos;(bildlich) unbewachsen, leer. Bei Luther kalh, bei Maaler und Duez Kaal, mhd. kal(flekt. kalzwer), ahd. chalo(flekt. chalawēr); dazu mnd. kal, mndl. kael, nndl. kaal, ags. calu, engl. calloa, entlehnt schwed. kal. Wohl entlehnt aus dem lat. Adj. calvus chaarlos⸗ Nach andern urverwandt mit abg. golä nackt, bloß. Vgl. Zupitza Gutt. 144. 4BL. Kahlheit, f., im 15. Jh. kalheit f. ZUS. Kahlkopf, m., bei Luther kalh-, kallcopff.

Kahm, oberd. und md. Kahn, m.(-es): Schimmel auf gegorner Flüssigkeit. Mhd. kän m., im 15. und 16. Jh. auch kõn, 1432 cham Diefenb. nov. gl. 72³; dazu nndl. kaam f., ferner isländ. käm n.«dünner Uberzug von Schmutz, Staub, Schleim», engl. coom Ruß-, Kohlenstaub. Dazu vielleicht auch mhd. adel m.«Ruf, Schmutzy. 4BL. kahmicht, kahmig, oberd. und md. kahnig, adj.: schimmelig. Mhd. kämig, känig,(Mone Anz. 7, 298) camecht.

Kahn, m.(-Lels, Pl. Kähne): muldenartiges Wasserfahrzeug, Boot. Mehr in Nord- und im östlichen Mitteldeutschland. Bei Luther Kahn, md. auch schwachflekt. xXane m.(14.Jh.); dazu mnd. im 13. und 14. Jh. Kane m., ndâl. kaan f.(woraus afranz. cane f.«Schiffy, nfranz. cane f.«Enten), anord. kᷣꝝna f.«-Boots, schwed. kana f. und dän. kane Schlitten, Schleifey. (Nicht verwandt mit Kanu s. d.).

Kai, m.(österreich. und bayr. auch noch Quai),(-s, Pl.-s): durch Mauerwerk usw. pefestigtes Ufer, Hafendamm, auch die daran liegende Straße. 1664 bei Duez Kap f., mnd. kaje f., ndl. kaai, kaaj f., bei Kilian kaeyfe, engl. quayf, mengl. kei,(entlehnt schwed. kd, dän. kai) afranz. caje«Sandbanko, nfranz. quai m. Damm?, span. cay-s Pl. Sandbänke, Riffey, wird von altir. cai«Weg, Straße» hergeleitet, was unsicher ist.

Kaiser, m.(-S, Pl. wie Sg.): Fürst der höchsten Würde. Mhd. keiser, ahd. Keisar, keisur m.; dazu asächs. késar, Késur, afries. keiser, ags. cãsere, got. käisar m., dem ei für de nach zu urteilen im Beginn unserer Zeitrechnung entlehnt aus dem römischen Familiennamen des julischen Geschlechts und

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