959 Kabeljau
Kabeljau, auch Kabliau, m.(-es, Pl.-e): der frische Seefisch gadus morrhua(vgl. Laberdan, Stockfisch, Klippfisch. 1563 in Forers Fischbuch 132 Kabhelomzo, im 15. Jh. mrhein. cabeliau(Diefenbach 358), aus mnd. Mabelo(1377), Kaplaus(1350), cahbelyau(Dief. 317 b vom J. 1420), 1477 clevisch cabliauave, ndl. bei Kilian kabeliau, kableau, jetzt kabel- jaauao, mlat. in den Niederlanden seit Anfang des 12. Jh. cabellauawus, schwed. kaheljo, dän. kabliau. Daneben steht nd. bafckeljaus aus
span. bacallao, port. bacalhao m.«Stockfisch,
zu lat. baculus m.«Stock». Doch tritt dies viel später auf und wird eher aus kabeljau umgestellt sein. Herkunft unklar. Vgl. Uhlen- beck Btr. 19, 328.
Kabine, f.(Pl.-n): Schiffskammer. 1618 bei Hulsius Schiff. 15, 21 Cabbin, aus gleich- bed. franz. cabine f., dies aus engl. cabin Hütte, Kajüte», altengl. caban, cabane, das dem franz. cabane entstammt, letzteres von
mlat. capanna f.«Hüttey(600 bei Isidor).—
Kabinétt, n.(-es, Pl.-e): kleines Gemach, Nebenzimmer; Geheim-, Ratszimmer eines
Fürsten; Staatsministerium; Zimmer für eine
Sammlung von Seltenheiten. 1644 im Sprach- verderber aus gleichbed. franz. cabinet m., von cabine f.
Kabriolétt, n.(els, Pl.-): leichtes Bei
zweirädriges einspünniges Wägelchen. Gotter 1, 49. Aus gleichbed. franz. cabriolet
In, von franz. cabriole, ital. capriola f. Bocks- sprung»(zu lat. caper m.«Ziegenbocks), be-
nannt nach den Luftsprüngen, die ein solches Fuhrwerk leicht macht. Vgl. Kapriole.
Kabrüsche, f.: Kameraden, besond. zu Schlechtigkeiten. Aus der Gaunersprache, in der es als Chabrusse 1735 belegt ist. Aus dem Hebräischen. Elsässisch Kafruse“. Auch in der nordd. Umgangssprache.
Kabüse, f.(Pl.-n): schlechte Hütte, Zümmerchen, Verschlag; Kernhaus des Obstes (brem. Wb. 2, 713). Norddeutsch. In einem Breslauer Vocab. von 1422 kablise f.«Ver- schlag auf dem Schiffy, aus mnd. kabäse f. ckleines, niedriges Gebäude, Verschlag»; hier- 2u ndl. Kabuis und entstellt kombuis f., franz. cambuse f., schwed. kabyYsa f., engl. caboose «Schiffsküche». Unklarer Herkunft trotz Schröder Streckformen 28.
Kachel, f.(Pl.-n/): irdenes tiefes Ge- schirr; irdene Ofenröhre, um darin zu kochen; Ofenfliese. Mhd. kachele, kachel f. irdenes Gefäß⸗, im 15. Jh. auch«Nachttopfy und
Räfer 960
Ofenkachel», ahd. chachala f.«irdener Topfs. Aus einem nicht belegten lat. caccalus m. cKochgeschirry, mlat. cachus m. cGefäß, Schale», vgl. port. caco m.«Scherbe», tarent. käkkalo. Belegt ist nur caccabus. 08. Kachelofen, m., spätmhd. Kacheloven m.
kacken, verb., frühnhd.(1495 in der Kölner Gemma, bei Luther 8, 24 b Jen.), wohl aus der Schülersprache, von gleichbed. Iut. cdcãre, gr. koxwdv.
Kadäver, m.(-s, Pl. wie Sg.): Leichnam. Im 17. Jh. aus gleichbed. lat. cadaãver n., von lat. cadére«fallen». ZUS. Kadävergehor- sam, m.: unbedingter Gehorsam. Seit etwa 1880 belegt. Der Ausdruck geht auf die Jesuiten zurück. Vgl. Ladendorf.
Kadénz, f.(Pl.-en): der Tonfall, der Schlußlauf im Gesange. Im 18. Jh. aus gleich-
bed. ital. cadenza f., von mlat. cadentia f.
«Fally, abgeleitet vom Part. Präs. cadens (Gen. cadentis) zu lat. cadére cfalleny. Kadétt, m.(-en, Pl.-en): junger Mensch, der in den Heeresdienst tritt, um sich zum Offizier auszubilden. 1703 im Zeit.-Lex.«der jüngerey, aus franz. cadet m.«der Jüngere
unter Geschwistern), dann«junger Adeliger,
der seine Laufbahn im Kriegsdienste be- ginnty, aus gaskog. ccõdet, provenz. capdel «Haupt», einer Ableitung von lat. capuat n. Haupts.
Kadi, m.(-s, Pl.-): Richter. Aus gleich- bed. arsb. dd, türk. Kadi. 1703 im Zeit.-Lex.
kadük, adj.: hinfällig; niedergeschlagen. Aus franz. cadnc, das aus lat. cadãcaus«fallend, heimgefallen, von cadere«fallen» stammt. 1703 im Zeit.-Lex. cadac«ab- und hinfülligy, 1673 bei Chr. Weise Erzn. 63.
Käfer, m.(-s, Pl. wie Sg.): nagendes
Insekt mit hornigen Flügeldecken. Bei Maaler, Duez, Stieler usw. Käfer, bei Luther Kefer,
mhd. kever, alld. chevar m., woneben auch schwachflekt. mhd. kevere, ahd. chevaro m., selbst noch bei Luther Nahum 3, 17 der schwache Pl. Kefern; dazu and. Keuera f. «Küfer, Art Heuschrecke», ndl. kever, ags. ceafer m., engl. chafer, nd. säver, zúver (Brem. Wb. 4, 592), mnd. Sever, zever m. Wohl zu mhd. Kifen, kifelen, schweiz. Käfen, kaflen«nagen», wozu auch Käfe, mhd. Keve, ahd. cheva f.«Fruchthülse, Schote», eig.«die mit den Zähnen abgenagte leere Hülsey und in gleicher Bed. Kiefe, Kife mit den Neben- formen Schäfe und Schiffe f.(Diefenb. 534 ²)
gehört.


