9⁵7 Jurte
Kabel 958
Jurte, f.(Pl.-n): Hütte nomadischer Völker. Aus dem Türkischen durch russische Vermittlung in neurer Zeit.
just, adv.: richtig; genau, gerade. Bei Rot 1571 und Fischart Hütl. 345; dazu nd. im 17. Jh. just, ndl. 1598 juyst. Aus dem lat. Adv. juste«gerecht, gehörigs, franz. Juste, vom lat. Adj. justus«gerecht, rechty, zu lat. jüs n. Rechty. Bei Goethe 12, 99 auch als Adj.(es ist nicht just) crichtig, geheuer», wie bei Grimmelshausen Simpl. 523 und Hars- dörffer Gespr. 2, 92.
justement, adv.: mit Recht, eben recht. Bei Bode Jones 6, 434. Aus gleichbed. franz. justement, aber ohne die franz. Aussprache vom Volk im letzten Viertel des 17. Jh. aufgenommen.
justieren, v.:(Münzen usw.) ausgleichen, berichtigen; eichen. 1574 bei Höniger Narren- schiff 279 b einjustiren, dazu 1598 ndl. iustéren, aus mlat. justäre, von lat. justus crechto.
Justiz, f.: Rechtspflege. 1586 bei Fischart Bodinus 3 Justici f., 1571 bei Rot Justitz f., aus lat. jãstitia f.«Gerechtigkeit)y. ZUS. Justizmord, m., von L. v. Schlözer 1782 als Schlagwort für die Hinrichtung Unschul-
diger geprägt. Vgl. Ladendorf. Justizrat, m., 1716 bei Ludwig Justite-Raht.
Justus, Mannsname. Gekürzt Just, Jost. Aus lat. justus gerechty.
Jute, f.(Pl.-n): feiner glänzender ost- indischer Hanf oder Flachs zu Geweben. Im 19. Jh. aus engl. Jate, das aus dem Benga- lischen stammt.
Juwél, n.(-S, Pl.-en): Kostbarkeit ersten Ranges, Edelstein, 1495 in der Kölner Gemma E33 iulν‿εᷣel, zu Anfang des 16. Jh. md. Jabel (Diefenb. gl. 126 c); dazu ndl. 1598 iuνεel, Jou- weel. Aus gleichbed. afranz. joiel, Jobl, nfranz. joyau, span. Joyel, ital. giojello m., mlat. jocale n., die vermutlich auf lat. jocus m.«Scherz, Kurzweil⸗, zurückgehen. Davon Juwelier, m.(-s, Pl.-e): Juwelenhändler, Goldarbeiter der sich mit der Fassung von Edelsteinen beschäftigt, 1495 in der Kölner Gemma E 3⁴ iuuelier, 1505 in der Straßburger Gemma e 3 iubelier, md. zu Anfang des 16. Jh. iubelierer (Diefenb. gl. 126(), noch im 18. Ih. Jubilirer; dazu ndl. 1598 uzweellier, aus franz. joaillier, jouaillier, im 16. Jh. Joylier, mlat. Jocalarius.
Jux, s. Jucks.
K
Wörter, die man hier nicht
Rabäche, Kabäcke, f.(Pl.-n): bau- füllige Hütte, schlechte Schenke. Norddeutsch, im 17. Jh. bei Olearius pers. Reisebeschr. 3, 6 Kaback f. Vgl. bei Nehring 1710 «Kabacks werden in Moskau die Schenken und Wirtshäuser genannty. Also wohl aus russ. kabaki m. Anders H. Schröder Streck- formen 23.
Kabäle, f.(Pl.-/): fein angelegte ge- heime Gegenwirkung, arglistige Ränke. 1716 bei Ludwig, aus gleichbed. franz. cabale f. von hebr. qabbãlã, rabbinische«Geheimlehres, in letzter Bed. 1581 bei Fischart Bienenk. 32 b der Juden Kabalen vnd Thalmud.
kabbeln, verb.(auch refl.): hadern, sich streiten. Wie gleichbed. md. nd. kibbeln, nd. kebbeln, mnd. kevelen«schwatzen». Wahr- scheinlich zu asächs. kafl, ags. céafl m.«Kiefer der Tieres und weiter zu air. gop«Mund. Verwandt mit Kiefer(s. d.). Norddeutsch (Voß 2, 182), schon mnd. kabbelen.
1 Kabel, n.(-S, Pl. wie Sg.), früher f.
findet, suche man unter C.
(Pl.-/): dicker Strick, Schiffsseil;(seit 1849) unterseeische Telegraphenleitung. Mhd. kabel, 1477 clevisch, ebenso ndl. kabel f., mud.- schwed.-dän. kabel m.«Ankertau», aus gleich- bed. franz. cäble, afranz. chable, span.-port. cable m., und diese aus mlat. capälus m. und capulum, caplum n.(mgr.«ankiov n.).«Fang- seil, von lat. capére cfassen.
²2 Kabel, f.(Pl.-n): Los, Losteil, Anteil, Reihenfolge. In Norddeutschland. 1598 bei Colerus Hausb. 6, 27 Kabel m., mnd. Kavele f. Los», eig. czugerichtetes Holz zum Losen, gewöhnlich mit einem runenartigen Zeichen, pesonders dem Namen des Mitlosenden ver- sehen, anord. kafli m. clängliches Stück Holz, Teil, Stücks, schwed. kafle m.«Rolle, Walzen, dun. Kaul, Kaule«Holz im Fischgarn», ndl. kavel m. Los, Teil». Dazu wohl lit. Zabas Reis, 2uobris m.«Pfluggestell. Vgl. auch Kufe. 4BL. kabeln, verb.: losen, durchs Los abteilen, bei Frisch kabeln(vom J. 1652), mnd.-ndl. kavelen.


