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Juvacãs«jugendlich», Weiterbildungen von lat. juvenis«jung, Jünglings, aw. juvan-, aind. Jüwan- cjung», lit. jãunas, abg. Junũ cjung». 4BL. Junge, m.(-n, Pl.-n und nd.-ns): junger Mensch, Knabe, mhd. junge, ahd. jungo m. Junge, n.(-n, Pl.„n): junges Tier im Vergleiche zu seinem alten, mhd. Junge, ahd. jungi n. jungen, v.: Junge gebären, 1482 im Voc. theut. p 7°, anders mhd. jungen jung werdeny. jüngen, v.: jung machen, mhd. Jjungen, ahd. jungan, nhd. in verjüngen, auch refl. mhd. sich jungen, jüngen. Jünger, m. (Cs, Pl. wie Sg.): Lehrling, Schüler, mhd. junger m.(in starke Biegung übergehend),
aber schwachflekt. ahd. jungiro, jungoro m.; dazu asächs. jungaro, jungro, afries. jon-
gerd, ags. geongra m., zunächst von Christi Schülern, gebildet als Gegensatz zu Herr (ahd. herro, eig. hériro«der ältre». Jüng- ling, m.(-s, Pl.-e): junger Mensch zwischen der Knaben- und Manneszeit, mhd. Jungelinc, ahd. Jungeling m.; dazu and. Jungling, mndl. jonghelinck, ags. geongling, engl. Youngling (veraltet), anord.„nglingr, schwed.-dän. ngling m., dafür got. juggalaups m. jüngst, adv.: zuletzt, in letzter Zeit, bei Luther Briefe 1, 571 jungist, 1663 bei Schuppius 466 Jüngst, mhd. Jungist, jungest, neben ze jungist, ahd. 2a jungist, ze jungest, der Superl. hier in gleicher Bed. wie der Jüngste Tag«der aller- letzte Tagy, ahd. der jungiste tac. ZVUS. Jungbrunnen, m.: verjüngender Brunnen, mhd. Junchrunne. Jung(e)magd, f. Stuben- mädchen, in Obersachsen, 1715 bei Amaran- thes, 1696 bei Chr. Reuter Schlampampe 46, zusammengerückt aus junge Magd mit Ver- legung des Haupttons auf die erste Silbe. Jungfrau, f.: junges lediges Frauenzimmer, insbes. lediges Frauenzimmer von unbefleckter Keuschheit(Offenb. Joh. 14, 4 auch von einer solchen Mannesperson), mhd. juncvrourbe, vrou, ahd. Juncfrouawa f.«junge Herrin, Edelfräu- lein, im Mhd. auch«unverheiratete vornehme Dienerin, lediges Frauenzimmer von unbe- fleckter Keuschheits(im 14. Jh., dafür ülter maget, s. Magd), bildlich auch von Männern. Daraus gekürzt(ähnlich wie mhd. ver, vir Frau?, vor Namen und in der Anrede) Jungfer, f.(Pl.-n): lediges Frauenzimmer, insbes. von unbefleckter Keuschheit, dann Dienstmädchen höhren Ranges, im 17. und 18. Jh. Ehrenbezeichnung eines noch unver- heirateten bürgerlichen Mädchens vor dem Namen oder der Standesbenennung, entspre-
chend dem jetzigen Fräulein(1774 bei Goethe 19, 43 die Jungfer Pfarrerin, 1664 bei Duez Jungfrauo ein Ehrentitul, mademoiselle»). 1691 bei Stieler Jungfer, Jumpfer, Jumfer (doch schon im 15. Jh. jumpffrauabe Diefen- bach gl. 622 4), bei Luther 8, 241 b Jungfer, köln. im 15. Jh. jonffer, ndrhein. im 14. Jh. junffer. Davon jüngferlich, adj., bei Wie- land, Jungferlich 1663 bei Schuppius 472, köln. im 15. Jh. junfferlich(Frommann 2, 440b), mhd. Juncvrouwelich; Jungfernschaft, f., 1654 bei Logau 1, 8, 80, köln. im 15. Jh. junffer-, jonfferschaff f.(Frommann a. a. O.), ndrhein. im 14. Jh. Junfferschafpt, als edlerer Ausdruck Jungfrauschaft, f., bei Luther Jungfrawschafft, 1494 bei Brant Narrensch. 92, 70 jungfrowschafft. Jungfernrede, f., Ubersetzung des engl. maidenspeech, studen- tisch 1836 geläufig. Junggesell, m.(en, Pl.-en): lediger heiratsfüähiger Mann, urspr. junger, 1496 bei Liliencron 2, 341 b junggeselle, bei H. Sachs 5, 28 der Pl. Jung Gselln.
Juni, m.(-s): der sechste Monat im Jahre. Aus lat. Junii(so noch im 16. und 17. Jh.), dem Gen. Sg. von Junius, wie die Römer den Monat nach der Göttin Juno benannten. Deutsch Brachmonat(s. d.). ZUS. Juni- käfer, m.: der im Juni fliegende, dem Mai- käfer ähnliche, aber kleinere Käfer Scarabaeus Solstitialis, 1722 bei Frisch Insecten 4, 29 Funius-Kefer oder Brach-Kefer.
Junker, m.(-s, Pl. wie Sg.): junger Adeliger, dann als Ehrentitel; ostelbischer adliger Grundbesitzer(im 19. Jh.). Im 16. Jh. Junlcer(bei H. Sachs usw.), 1482 im Voc. theut. p 7² junckher, köln. im 15. Jh. junker, jonkter(Frommann 2, 440 a), gekürzt aus mhd. Junchérre, herre m.«junger Mann von hoher Geburt, Edelknabe»; dazu ndl. Jonxer, jonlcheer. Die Flexion war bis ins 17. Jh. schwach (Gen.-n, Pl.-en), noch bei Wieland 21, 12 der Pl. Junkern. 4BL. junkerhaft, adj., 1691 bei Stieler. Junkertum, n., Schlag- wort seit den 20 er Jahren des 19. Ih., ge- richtet gegen das herausfordernde Auftreten der Junker. Vgl. Ladendorf.
Jurist, m.(-en, Pl.-en): Rechtsgelehrter, kundiger, beflissner. Mhd. juriste m., im 15. Jh. Jjurist, aus mlat. jurista m., von lat. Jũsn.(Gen. jũris)«Recht. Davonjuristisch, adj., bei Luther 6, 39 J., verschieden von Juridisch, das nach lat. Jãridicus«gerichtlich» gebildet ist. Juristerei, f., bei H. Sachs Fab. 240, 128.


