Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
953-954
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953 Jucks

jung 954

(Diefenbach nov. gl. 307 5b von 1486, auch bei Luther, Wieland, Schiller), ahd. Jucchan: dazu and. jucid«œes juckty, mnd. jucken, joken, mndl. joocken, jeucken, ags. giccan, engl. itch cjucken». Alem. auch in der Bed.«springen', schon 1513 bei Liliencron 3, 117 b jucken. Da diese Bedeutung alt sein wird, so läßt sich vielleicht got. jinka m.«Streit, Zanks, Jiukan ckämpfen» heranziehen. 4BL. Jucker, m.: Kleineres, meist ungarisches Wagenpferd. Schweiz. elsäss., eig. der Springerv.

1 Jucks, m.(-es, Pl.-e): lustiger Scherz. In den obd., md. und nd. Mundarten; dazu mndl. und clev. 1477 Jock, engl. joke«Scherzs. Aus gleichbed. lat. Jocus m.(woher ital. gioco, franz. jeu m.«Spiels), wahrscheinlich durch die fahrenden Schüler verbreitet, wie mudl. und clevisch 1477 jocken«scherzen» aus gleich- bed. lat. jocãri. Davon Juekserei, f.: lustiges Scherzen, bei Lessing 11, 592; jucksig, adj.: zu neckendem lustigen Scherzen aufgelegt, bei Voß Juæig.

2 Jueks, m.(-es, Pl.-e): Schmutz, Nichts- wertes. Nd. und ostmd. Bei Goethe 3, 54 Jux. Mit ableitendem s von spätmhd. iuck Juckendes»(Diefenbach nov. gl. 307 b von 1466), 1482 im Voc. theut. r 3 b Kretzighaut oder der iuch oder die kretze. Von jucken (s. d.). Bei Kindleben 1781 Gucks, gucksig «Schmutz, schmutzigs, gucksen cgeizig sein, Profit machen, Gucksmacher«Wuchererꝰ, daher nd. Jufcs«Schwänzelpfennige, unrecht- mäͤßiger Gewinn»(1767 im Brem. Wb.).

Jude, m.(-n, Pl.-n), Volksname. Mhd. jude, jüde, ahd. judo, judeo m.(auf dem e= i beruht der Umlaut i im Mhd., auch älternhd. bei Luther ücke, bei Alberus 1540 und noch mundartlich Jüd); dazu asächs. judeo, jucteo, afries. jotha, ags. Pl. judéas, aus

gr. Jat. Jädœxus, wie got. Iudaius, Judaius Aus lat. Juli, dem Gen. Sg. von Julius, wie

aus gr. loudoioc. 4BL. Jüdin, f., mhd. jüdinne, jüůdin. jüdisch, adj., mhd. jüdisch, ahd. judeisc, judiisg, judisg, got. iudaioisks, Adv. iudaiwisko, nach dem gr.-lat. Adj.- daious, gr. loudaioc. ZUS. Judeneman- zipatiön, f., Schlagwort seit den 20 er Jahren des 19. Jh. Vgl. Ladendorf. Judengasse, f., 1366 judengagzen(Mon. Boica 42, 439), md. 1387 judengaße(Baur hess. Urk. 1, 787). Judenharz, n., Judenleim, m., Juden- pech, n.: Asphalt, im 15. Jh. Judenlym, dleym (Diefenbach-Wülcker 681), mlat. bitunten Jju- daicum. Judenkirsche, f.: die Pflanze LPhysalis alkekengi, im Liber synon. von 1440

juden kersen(Diefenbach-Wülcker). Juden- schaft, f., mhd. Juden-, judeschaft, im 12. Jh. judischaft f. Judenschule, f., mhd. juden- schuole f. Judenspiefß, m., 1494 bei Brant Narrensch. 76, 11 Juden spyeß, im Volkswitz bildlich von einer unlautren Waffe in der RA. mit dem Judenspieß rennen(laufen), d. h.«gleichsam mit einem Turnierspieß alles niederwerfend wie ein nach Wucher laufender Jude, großen Wucher treibeny. Den Juden war das Waftentragen verboten. Judentum, n., bei Luther Gal. 1, 13 Jüdenthum, 1540 bei Alberus dict. N3 Judentumm.

Jugend, f.: das Jungsein und die Zeit desselben. Mhd. Jugent f., sehr früh auch jungent, junget, ahd. jugund f., zuweilen Jun- gund, jungend, dazu asächs. jugud, mnd. joget, mndl. jeughd, ags. géogup, géõogoß f., engl. oulh, got. junda f.«Jugendꝰ, urverwandt mit gleich- bed. lat. juventa f., air. õitiu f.«Jugend», aind. juvati; f.«jung». Das g ist wohl aus ent- standen. Abstraktbildung zu jung(s. d.). 4B L. jugendlich, adj., mhd. jugentlich, ahd. jugundlih. ZUS. Jugendstil, m. Schlagwort für eine neue Stilrichtung, seit 1897. Vgl. Ladendorf. Jugendzeit, f., bei H. Sachs4, 321.

Jul, m.(-S): Weihnachtsfest. In Nord- ostdeutschland. Mnd. iul m., nach anord. 70 n. pl.«Fest der Wintersonnenwendes, schwed.- dän. jul. Dazu ags. geohhol, géol n.«Christ- festy, engl.ule und got. Jiuleis m.«Jul- monat», anord. Fler, ags. géola m.«Dezembery. Grundform* jehala. Herkunft unsicher. Vgl. Uhlenbeck Btr. 30, 295.

Julep, m.(-S, Pl.-e): Kühltrank. 1575 bei Fischart Garg. 19 Julep. Aus franz. Jaley, span. julepe, ital. giulehbo m., von arab. déolab, das aus pers. gulãb«Rosenwasser»(gul cRosey, äb«Wasser) entlehnt ist. Noch ostpreußisch.

Juli, m.(-s): der siebente Monat im Jahr.

der Monat Quintilis von den Römern zu Ehren des die Zeitrechnung berichtigenden, unter die Götter versetzten Feldherrn Cajus Julius Cäsar benannt wurde. Ahd. hewwimänôth«Heumonat».

jung, adj.(Komp. jünger, Sup. Jjüngst), Gegensatz von alt. Mhd. junc(Komp. junger, jünger, Sup. jungist, jungest, jungst), abd. jung(Komp. jungiro, bei Kero Jugiro, Sup. jungist); dazu asächs. jung, ndl. jong, afries. jong, jung, ags. geong, engl. οung, anord. ungy, schwed.-dän. ung, got. juggs(Komp. Jãhiza). Urverwandt mit lat. juvencus«jung, junger Stier, Jüngling», air. öac, Oc«jung», aind.