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Jot, n.: der Buchstabe J(7). 1663 bei Schottel 185 Jod. Aus lat. jöta, gr. idyra n., der Benennung des i, hebr. jod. Aus dem Griechischen entlehnt got. Jöta m.(Matth. 5, 18), als Bild für eine äußerste Kleinigkeit, wie 1631 bei Opitz Grotius 379 das minste Jodt.
Journäl(spr. Zurnäl), n.(-S, Pl.-e): Tagebuch; Tageblatt. In der 1. Bed. 1669 bei Grimmelshausen Simpl. 519 und 1672 im Vogelnest 1, 12 Journal, 1566 bei Mathesius Luther 163(322, 1 Neudr.) Zornal und teg- lich handhuch; in der Bed. Zeitung» bei Lessing 12, 16(von 1750), Goethe Briefe 2, 259 (als m.), Göckingk 2, 225. Aus franz. journal m.(im 16. und 17. Jh. livre Journal), ital. giornale m.«Tagebuch, Zeitungy, mlat. jornale n., zuerst diurnale(Diefenb. nov. gl. 139 b) «Tagebuchy», woher schon 1420 oberrhein. dyornal und etwas später diurnal(Diefenb. 188⁰), abgeleitet von lat. diurnus ætäglich» (diurnum n.«Tagebuch», Pl. diurna, nämlich acka«eine Art Staatszeitungy), woher mlat. jornus m., franz. jour, ital. giorno m.&Tagy. Journalist, m.(en, Pl.-en): Zeitungs- schreiber. Bei Günther 518, in der Bed. Tagebuchführer 1727 bei Aler.
joviãl, adj.: immer frohsinnig. Bei Schiller 10, 477. Aus gleichbed. franz. jovial, von lat. Joviãlis«dem Jovis(Juppiter) gehörig», dessen Stern nach den Sterndeutern dem Menschen Frohsinn mitteilt. Davon das gleich- bed. Adj. joviälisch, bei Wieland Amadis 11, 10 und Suppl. 1, 170. Jovialität, f.: heitre Laune, bei Schiller.
ju! Interj. der lauten, ausgelaßnen, stür- mischen Freude. Mhd. ja, stimmend mit dem lat. Ausruf der Freude wie des Schmerzes i0, gr. ich, lod.
Jubel, m.(-s): Freudenschall. 1535 im Aimon X 2 Jubel, mhd. Jubil m.(Khull Btr. 13) neben Jũbilus m., aus kirchlich-mlat. juhilus m. das langgezogne musikalische Frohlocken am Ende eines Kirchengesangs», von bäurisch-
lat. Jũbilun n.«das Jauchzen, Jodeln der Hirten», das von dem Rufe des Jauchzens Ju(s. d.) ausging. Im 15. Jh. im Deutschen auch Jjubilo n.(noch bei Goethe und Schiller), wohl aus lat. jtäbilo cich jubley. 4B L. jubeln, v.: Freudenschall, Freudenrufe er- heben, in den Fastnachtspielen des 15. Jh. 1296; in gleicher Bed. jubilieren, v., mhd. Fübilieren. jbelieren, md. jubiléren, aus vulgär- lat. jubilare. ZUS. Jubelfest, n., 1716 bei
jucken 1 95²
Ludwig. Jubeljahr, n.: Freudenjahr all- gemeinen Erlasses, mhd. beljär n., nach lat. annus jübilcuns, welches letzte Wort nach hebr. jöbél«Horn zum Blasen im Halljahr (8. d.)» gebildet wurde wie Isidor(jubilcus, remissionis munus) im 7. Jh. ausdrücklich hervorhebt. Nach alttestamentlichem Vor- bilde setzte 1300 Papst Bonifacius VIII. ein kirchliches Gnadenjahr fest, dessen Feier alle 100 Jahre wiederkehren solle(mhd. Jubileus hiez daz wunnéjär), doch spätre Päpste be- stimmten diese Wiederkehr des Jubeljahres auf 50, dann auf 30, endlich auf 25 Jahre.
Jubilär, m.(-s, Pl.-e): sein Jubelfest Feiernder, Jubelgreis. Im 18. Jh. aus mlat. Jubilarius m.«wer 50 Jahre in dem näm- lichen Stand isty, ausgehend von mlat. ũbi- lœus(s. Jubeljahr). Jubiläum, n.: Jubel- fest, 1710 bei Nehring.
juch! Interj. der lauten Freude. 1573 bei Olinger Gramm. 165 juch, 1578 bei Clajus Gramm. 198 Jauch, mhd. jhch. juchen, v.: Juch schreien, lautes Freudengeschrei erheben, bei Voß aus nd. und md. juchen(mit kurzem oder langem ⁵), mnd. juchen. Vgl. jauchzen. juchhe! juchhei! juchheisa! Interj., in den Fastnachtspielen des 15. Jh. 335, 31 Jac, heia 0, 1580 bei Krüger Anfang und Ende der Welt v. 707 Juchei, bei Lessing 1, 268 jachhe, bei Goethe Faust 955 juchheisa(s. heisa). Davon juchheſfen, v., bei Hölty 175 H.
Juchart, Juchert, m. und n.(*s, Pl.-): ein Morgen Ackerlands. Oberdeutsch. Mhd. Jiuchart, jeuchart, jachart, jächert, ahd. juchart n., neben mhd. jiuch, jeuch n. f., eig.«soviel Land ein Joch Rinder an einem Tage umzu- ackern vermag»(noch im Badischen Jeuch f.), ahd. giu. Urverwandt mit lat. jägerum n. «Morgen Landes', zugehörig zu Joch(s. d.), lat. jugum n. Den zweiten Bestandteil stellt man zu 24rt(s. d.).
Juchten, m. und n.(-s, Pl. wie Sg.), anch Jucht, m. n.(in Preußen): rotes russi- sches Leder. 1691 bei Stieler Jochten, Juchten. Niederdeutsche Form mit ³, 1785 bei Voß Ged. 1, 163 Jucht m., ndl. Jucht, jugt, aber nd. auch Juften, aus gleichbed. russ. juftu m., eig.«Paary, weil die Häute paarweise ge- gerbt werden.
juchzen, Juchzer, s. jauchzen.
jucken, v.: zum Kratzen reizenden Nerven- reiz haben; hin- und herreiben. In der 1. Bed. auch impers. mich juckt es(mhd. mich juckel), auch mir juckht. Mhd. juchen, im 15. Jh. jäücken


