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Joseph 950
(mhd.), im Bergwerk die im Viereck zu- sammengesetzten absteifenden Schachthölzer (Schladminger Bergbrief von 1308), bildlich Gebirgsrücken, der zwei höhre Bergspitzen verbindet(mhd.-ahd.); viereckiges hölzernes Geschirr um den Hals des Zugochsen, dann bildlich eine aufgelegte Last, Bedrückung, Dienstzwang(mhdâ.-ahd.); zwei zusammenge- jochte Ochsen, Gespann, sowie als Feldmaß soviel Ackerland als mit einem Ochsenge- spann an einem Tage gepflügt wird(mhd.- ahd.). Mhd. joch n., ahd. joh, juh n.(Pl. joh und jahhir); dazu and. julc, mnd. jock, juck n. m., mndl. jock, jogh, ags. geoc n., engl. goke, anord.-'schwed. ok n., dän. aag, got. julc n.(Paar Zugtiere), woneben ahd. jocho m.«Bergjoch», anord. oki m.«hölzerner Querbalken». Urverwandt mit lat. Jugum n., gr. zwrév n. und Curôc m., lit. jungas m., abg. igo n.«Joch», air. ughaim Pferdegeschirry, kymr. ixu, korn. iou αᷣ]och, air. caing«Joch⸗ (aus*com-jugos n.), aind. jugäm n.«Joch, Gespann», zu lat. jungere«verbinden?, gr. Teufvövoi anschirren, lit. jungin cich spanne ins Joch», aw. jaog-, aind.»ν-«anspannen». ZUs. Jochgeier, m.: auf Gebirgsjochen lebender Geier, 1583 bei Thurneyßer.
Jochem, m.: Wein. Bei Hebel 2, 226, Grimmelshausen Simpl. 2, 341, 30 Kllr., rot- welsch im 15. und 16. Jh., aus hebr. jajin Wein». Vgl. Finkeljochem.
Jockei, m.(-s, Pl.-s): Reitknecht. 1813 bei Campe, aus gleichbed. engl. Jockey, eig. Hänschen»(wie noch schottisch), von Jack Hans, der Abkürzung des Namens Jakob.
Jod, n.(-s): chemischer Grundstoff. 1811 von Courtois entdeckt und nach dem Aus- sehen(gr. loedic«veilchenfarbigy) benannt.
jodein, v.: jo schreien oder singen; durch akkordierende Töne auf- und abwurtssingen mit dem Schlußsprunge vom Grundton in seine Oktave. Bei Goethe 24, 362. Aus bayr. tirol. jodlen, johlen(s. d.), kärnt. joudeln. Davon Jodler, m.
Johann, Mannsname. Wie Hans(s. d.) gekürzt aus Johannes, gr. lwdvvnc, hebr. Jochänãn«dem Gott hold ist». ZUS. Jo- hannisbeere, f: ribes rubrum, 1618 bei Schönsleder S. Johans beer, 1542 bei Fuchs new Kreutéerb. 663 S. Johanns beerlin, weil um St. Johannistag(24. Juni) reifend. Jo- hannisbrot, n.: die Frucht des Baums Ceratonia siliqua, 1567 bei Schmiedel Reis. 47, 26 Johannesprot, 1538 bei Schaidenreißer
Odyss. 36 S. Johannsbrot. Johanniskäfer, m.: Johanniswürmchen, 1594 bei Frischlin Nomencl. Cap. 48 Johannskefer. Johannis- kraut, n.: die Pflanze Hypericum perforatum, 1500 bei Brunschwyg Destill. 100 St. Johannis- krut. Johannistag, m.: der(tedächtnistag Johannes des Täufers(24. Juni), aber auch der Gedächtnistag Johannes des Evangelisten und Apostels(27. Dezember), dieser auch der Winter-, jener der Sommerjohannistag genannt. Johannistraube, f.: Johannis- beere, 1546 bei Bock 2, 22 b Sant Johans- treübel, Johanstreiblin. Johannistrieb, m.: der zweite Trieb der Pflanzen zu Johanni. Auch auf den Menschen übertragen. Vgl. Ladendorf. Schlagwort seit 1878. Johannis- würmchen, n.: der um St. Johannistag (24. Juni) erscheinende Leuchtkäfer Lampyris, 1566 bei Mathesius Luther 141, 20 Neudr. Johans Würmlein.
Johanni: der Johannistag(s. o.), nach lat. dies Johanni.
johlen, v.: Jo schreien, wild lärmend singen oder schallen. 1556 bei Frisius 231 2 jolen, mhd. Jôlen claut singen»(verächtlich), mnd. jolen«jubelny». Vgl. joddeln. Entlehnt schwed. Jjodla, dän. jodle.
Jolle, f.(Pl.-n): kleines vorn und hinten spitzes Ruderschiff. 1741 bei Frisch Jol, Jelle. Aus dem Ndd. Mnd. jolle f.«kleines Boot», ndl. jol, engl. ο⁸, jolly--boat, franz. ole«Boot. Unbekannter Herkunft.
Jongleur(spr. 20 ör), m.(-s, Pl.-): Taschenspieler, Gaukler. Aus franz. jongleur m. urspr. fahrender Sängers aus lat. ioculdtor m. Spaßmacher» von Jocas m.«Scherz». 1813 bei Campe.
Joppe, f.(Pl.-ʒ): Uberkleid des Ober- körpers mit Armeln, aber ohne Schöße, für Münner, während Joppel, m.(*s, Pl. wie Sg.) die Benennung eines solchen Kleidungsstückes für Frauen ist. Mhd. jope, joppe, Juppe f., auch als Stück der Rüstung, daneben gippe f., ebenso mnd. Jjope f., entlehnt aus dem Ro- manischen, mlat. j̈νσα, juppa, prov. jepa, franz. jupe, ital. giubha, giuppa f.«Wams, Jackey, span. aljuba f.«maurisches Oberkleid» von arab. al-dzubba cbaumwollnes Unterkleid. Joppel mhd. jopel, joppel(Diut. 3, 150), Juppel n.(Sumerl. 33, 76), aus mlat. jupellaune n., Dim. von Jupa. Vgl. Schaube.
Joseph, Mannsname, aus hebr. Jat. Jo-
sephus, hebr. Joôsεph cer fügt hinzu»(1. Mos.
30, 24 so aus jãsaph chinzufügen» erklärt). 60*


