Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
947-948
Einzelbild herunterladen

947 jemals

Joch 948

Nachtschattens, Bittersüß, Solanum dulcamara, 1500 bei Brunschwyg Destill. und 1546 bei Bock 309 Ve lenger ſe lieber.

jemals, adv.: zu irgendeinem Zeitpunkte.

Bei Luther Hes. 27, 32 neben jemal Ephes. 5, 29. Mit sekundärem genetivischen§. Zgs. aus je, s. jes und mal.

jemand, zuhlendes Pronominalsubstantiv: irgendein Mensch. Gen. jemands, Dat. und Akk. jemand, daneben seit dem 18. Jh. im Dat. jemandem(jemanden), Akk. jemanden. Md. im 14. Jh. imand und dann mhd. in der zweiten Hälfte des 14. Jh. iemant. Mit sekun- därem d aus mhd. ieman, iemen, ahd. eoman, ioman, zgs. aus ahd. eo, io s. jet und man m. (s. Mann); dazu asächs. eoman, mnd. iemant, mndl. eman, afries. ammon, immen, ammant.

Jemine! den Namen Jesus versteckender Ausruf. Bei Grimmelshausen Simpl. 2, 624 Kllr. ach Jemini, obersächs. bei Weiße Op. 2, 34 f. o Gemine. Gekürzt aus lat. Jesu domine«Herr Jesu». Ahnlich bei Klamer Schmidt kom. Dicht. 293 0 Jerum S. Jei.

jener, auf Entfernteres hinweisendes De- monstrativpronomen. Mhd. jener, auch ener, md. gener, geiner, ahd. genér, jenér und(bayr.- alem.) enéry; dazu mndl. die ghone, ags. Dat. gõonre, engl. on, anord. enn, inn, got. jains. Mit dem Artikel frühmd. der jene (s. derjenige). Die Herkunft ist unsicher. Man ist vorläufig gezwungen, verschiedene Stämme anzunehmen. Vgl. Hoffmann-Krayer KZ. 34, 144. Jedenfalls gehört aber jener, got. jains zu dem idg. Stamm Jo-, der urspr. demonstrative Bedeutung hatte, während aind. Jas, gr. öc, phryg. ioc relativisch geworden sind wie unser der. Schwierig ist die J-lose Form ahd. enér, weil es nicht sicher ist, daß diese ein verloren hat. Ist dies nicht der Fall, so gehört sie zu einem idg. Pronominal- stamm eno-, abg. onü cer.

jenisch, adj.: der Gauner- und Spitzbuben- sprache angehörig. 1800 bei J. Paul kom. Anhang 2. Titan 1, 108 Jänisch(aus Schwaben). Adjektivbild. zu dem Stammwort von Joner, Gauner(s. d.).

jenseit, adv. und präp. mit Gen.: auf jener Seite. Bei Luther jenseid(mit Gen. oder Dat., Jos. 5, 1 u. 17, 5), mhd. Jjensit und jene site. Mit sekundärem s jenseits, bei Luther jenseids 1. Sam. 17, 3. Davon jenseitig, adj., 1718 bei Kirsch.

Jerum, wohl als lat. Gen. Pl. von 1.Je in der Studentensprache aufgekommen.

Jeremiäde, f.(Pl.-n): Klage. 1791 bei Rot, aus franz. jérémiade f., nach den Klage- liedern des Jeremias.

Jesuit, m.(-en, Pl.-en): Mitglied des von Ignatius von Loyola 1534 gestifteten Ordens der Gesellschaft Jesu. Im 16. Jh. Jesuit und Jesuiter, aus mlat. Jesuita m. Davon jesuitisch, adj., im 16. Jh.

Jett, n.(-Lels): schwarzer Bernstein, auch dessen Nachbildung. Aus engl. jet«Gagat, schwarzer Bernstein», das über afranz. jaiet auf gr.-lat. gagãtes(s. Gagat) zurückgeht.

jetzt, adv.: zu dieser Zeit. Bei Duez 1664 jetzt, bei Luther itzt, und im 13. Jh. ieit, Nebenform von mhd. 1εαο, ieze, izuo, ind. iezi, itzn(noch bei Alberus ietz au), aus ie zu(Windberger Psalm., 12. Jh.), der Ver- bindung des mhd. ie(s. Je ³) und des auf eine Zeitdauer wie einen Zeitpunkt gehenden 2ο, 20(s. 2u), woher auch die volltönendre alter- tümliche Form jetzo, mhd. iezô, 1385 ietzo, im 16. Jh. bei Ayrer Dramen 1153, 32 jetzo, im 17. Jh. itzo. Mit neuem Suffix jetzund, nur altertümlich und im gemeinen Leben, älternhd. itzund, mhd. iezunt, iezent, lezen, md. ikzunt, itzent, erweitert im 15. Jh. itz- under, etzunder(noch bei Gellert Fab. 2, 37 ikzunder, bei Fischart Garg. 322 jetzunder). 4BL. jetzig, adj., im 16. Jh. itzig, ietzig, jetzig(Dasypodius 1537), md. im 13. Jh. iezic.

jeweilen, adv.: zu irgendeiner Zeit, dann und wann. 1663 bei Schuppius 424 neben je 2uweilen 525; weilen ist Dat. Pl. von Weile (. d.). Davon jeweilig, adj., 1775 bei Adelung.

Jingo, m.(-s, Pl.-s): kriegslustiger Chau- vinist. Seit 1878, aus dem Englischen über- nommen. Vgl. Ladendorf.

jo, interj., sehr lebhafter Freudenruf. Im 15. Jh. bei Wittenweiler Ring 39⁰, 26 f., aber als Klageruf md. um 1300 36. Vgl. johlen.

Joachim, Mannsname. Gekürzt Jochim, Jochem. Aus hebr. Jöjäkim den Gott auf- richten wird?.

Jobber, m.(-s, Pl. wie Sg.): gewerbs- mäßiger Börsenspekulant. 1801 bei Campe. Aus engl. jobber Makler, Aktienkrämer, Zwischenhändler», eig.«Akkordarbeiter, Tage- löhnerꝰ, stochjobher«Aktien-, Effektenhändler, der auf eigne Rechnung spekuliert», von engl. J05 Akkordarbeit, Unternehmen, Geschäft), eig. wohl«Schlagy, von Job«stoßen, stechen?.

Joch, n.(-es, Pl.-e, im Bergbau Jöcher): ein mit Pfählen verbundner wagerechter Trag- balken, insb. das Gerüst an hölzernen Brücken