Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
945-946
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945 jaulen

Jelüngerjelieber 946

von der mhd. Interjektion Jüch(s. juch), wie mhd.(12. Jh.) Jlawen zeinen Jubelgesang singen und jüzwezunge f.«das Jubeln vom mhd. Jubelruf ji. Für weniger edel gilt juchzen, 1507 bei Wilwolt v. Schaumb. 68 juchzen, 1540 bei Alberus dict. Qd und bei H. Sachs juchtzen, 1571 bei Rot 732 juchitzen. 4 BL. Jauchzer, m.: der Jauchzende(Luther 5,68 b J.), dann ein einzelnes Jauchzen(Günther 838), wie Juchzer m.(im 16. Jh. Diefenbach nov. gl. 2232 juchzer, 1562 bei Mathesius Sar. 20 2 Juchtzer, 1571 bei Rot Juchitzer).

jaulen, v.: heulen. Bei Voß Idyll 8, 125, aufgenommen aus nd. jaulen, dazu engl. ⁷οο⁶ cheulen, schreien». Wohl lautnachahmend.

Jause, f.(Pl.-n): Zwischenmahlzeit, Vesper. Bayr. öster. Aus slow. jusina«Mittagessen», zu den unter Jauche behandelten Wörtern.

Jawort, s. ja.

1 Je! den Namen Jesus durch Kürzung versteckender Ausruf, in o Je, ach Je. 1742 bei Rost Vorspiel 7 A h Herr Je! S. Jemine.

2je, Adv., das fragend, zweifelnd, bei Be- denklichkeit steht. Mitunter geschrieben, Nebenform von Ja(s. d.). Bei Luther Matth. 19, 25, Schiller Kab. 1, 2. Besonders steht es seit der zweiten Hälfte des 17. Jh. in dem formelhaften je nu, im 18. Jh. je nun. Viel- fach meint Je den Ausruf/(s. d.).

sje, adv.: zu jeder Zeit; zu einer Zeit; dann bei zuteilender Zahl, z. B. je aöei; end- lich Konjunktion des gleichmäßigen Verhält- nisses, der Verhältnisgleichheit, in je desto (s. d.), je je(mhd. ie ie). Durch Ein- wirkung des Niederdeutschen(schon mnd. jo«immers) ist statt des urspr. ĩ einge- treten, bei Luther je, älternhd. ie, ye, Je, 1691 bei Stieler ie und je, noch bei Wie- land Oberon 3, 57 im Reim ie. Mhd. ie «zu aller Zeit, immer»(auch bei Zahlen ie zuben und zuwén),«zu irgendwelcher Leit, irgend einmal», md. auch i, ahd. i0, eo«immer, irgend einmal»; dazu asächs. eo, woneben 10, gio, ags. d, anord. œ, ei«immerꝰ, schwed. ej, dän. ei, aus eigi Negationspartikel, got. aino(in ni aito«niemals»). Dieses aieo ist der Akk. Sg. von got. diws m. Leit⸗ (s. Ehe). Die Verwendung als Konjunktion ging aus der Stellung des ahd. ο, ieo, io beim Komparativ hervor, indem dieser mit und wiederholt wurde(Notker Ps. 95, 2 da er ieo chundero unde chundero sĩν). Die Ver- bindung je und je«immer»(2. Mos. 4, 10), «zuweilen»(Schiller Kab. 1, 2).

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

jedennoch, Konj. des verhältnismäßig steigernden Gegensatzes. 1669 im Simpliciss. 170 jedannoch. Zgs. mit je(s. d.).

jeder, zählendes Adjektivpronomen: der eine und der andre von zweien; der einzelne ohne Ausnahme. Bei Luther Jeder(Dat. und Akk. einem, einen jedern) und schon spät- mhd. vereinzelt jeder, aber noch 1661 bei Lohenstein Cleopatra 6, sowie 1738 bei Pi- cander 5, 113 und bei Zacharii Renommist 1, 186 ieder(im Reime auf wieder). Mhd. ieweder, im 14. Jh. gekürzt ieder, ahd. i0⁰e- dar, eombedar«jeder von beiden, jeder von allen?(flekt. iowederer, ioꝛwederiu, iowederez); dazu and. iahawethar, afries. Ghzedder, ags. ahwcœder, gekürzt ãwder. Zgs. aus ahd. 0, e0(s. jes) und dem ahd. Zahlpronomen hwedar, wedar«welcher von beiden»(s. weder). Da- neben durch gi-(ge-) verstärkt mhd. iege- weder, ahd. eogiwedar, ags. cẽghwœder, engl. either«jeder von beiden». Vgl. jedawedler. 2ZUS. jedermann,(Gen.-s), zusammenge- schoben aus spätmhd. ieder man, md. ider man cjeder Mann(jeder Mensch)». jeder- männiglich, Pron.: jedermann, im 16. Jh. jedermenniglich, vgl. männiglich. jederzeit, adv., im 16. Jh.(Fischart in Scheibles Kloster 10, 1067), eig. Gen. Sg. Jjeder Zeit, gebildet wie derzeit, mhd. der zit«damals». jedes- mal, adv., eig. Akk. Sg. jedes Mal, 1691 bei Stieler nebst dem Adj. jedesmalig.

jedoch, Konj. des verhältnismäßig her- vorhebenden Gegensatzes. Mhd. iedoch, bis- weilen idoch, ahd. io doh, ieo doh«immer doch», Adv. des Gegensatzes. Zgs. mit je(s. d. ³).

jedweder, zühlendes Adjektivpronomen, nachdrückliches jeder). Mhd. im 12. Jh. ietuweder und ie dewweder, md. iteeder cjeder von beiden, jeder von vielen», 2gs. aus ahd. 10(s. Jes) und dem erst bei Notker vorkommen- den Zahlpronomen dewweder«irgendeiner von beiden»(s. enteveder).

jeglich, jeglicher, zählendes Adjektiv- pronomen. Alternhd. iglich(bei Luther jglich), bei Lohenstein ieglich, mhd. iegelich, ieglich, ieclich, md. iclich, ahd. eogalih, iogelih«jederꝰ, zgs. aus ahd. eo, ¹0(s. Je*) und gilih«der einzelne ohne Ausnahme, jeder»(s. gleich).

Jelängerjelieber, n. und m.(-s, Pl. wie Sg.): Name mehrerer Pflanzen, besonders der Feldzypresse Teucrium chamaepitys, viel- leicht wegen des würzigen Geruches, 1517 bei Trochus ꝛ0 lenger ye liber, 1533 bei Rößlin Jh lenger jh lieber; sodann Name des roten

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