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jammern, v., bei Luther jamern, mhd. Jämern(auch mich jämert), ahd. ämarön (auch impers. in ämerõt); dazu mnd. jameren, ags. géomrian. ZIUS. Jammerbild, n., 1663 bei Schottel aus Luther. Jammermann, m., bei Schiller Räuber 4, 5. Jammer- schade, m., bei Wieland 11, 197, noch ge- trennt bei Lichtenberg 1, 119 anmer Schade, gekürzt aus Jammer und Schade. Jammer- tal, n., mhd. jãämertal n. jammervoll, adj., 1663 bei A. Gryphius 198.
Janhagel, m.(-s): das gemeine Volk, der Pöbel. Bei Steinbach 1734 Janhagel, 1687 bei Hesse ostind. Reisebeschreib. 281 Jan Haagel, als Spottname der norddeutschen Bootsleute 1720 im Robinson 1, 422 Jan Hagel, bei Bürger 193²(Bohtz) ins Hochdeutsche übertragen Johann Hagel.
Janitschär, m.(en, Pl.-en): türkischer Soldat, ehemals Name der im J. 1826 auf- gehobnen bevorrechteten Kriegerklasse. 1522 bei Diefenbach-Wülcker Jenizeri, bei Luther Tischr. 427 a Jenitzschler, 1568 bei Mathesius Hist. Christi 2, 262 Geneschar, 1575 bei Fi- schart Garg. 431 Janitschar und Großm. Pract. 71(D 3 b) Janitzer. Aus türk. jenitscheri cneue Truppey(die um 1330 unter dem
zweiten Osmanensultan Urchan geschaffen
worden ist).
janken, v.: winseln, vor Gier wimmern.
Ein nd. lautmalendes Wort, 1663 bei Schottel. Mnd. und mndl. jauken.
Janker, Jänker, m.(-s, Ll. wie Sg.): Bayr.'östr., 1670 bei Abele künstl.
Jacke. Unordn. 1, 210 Jänker m., 1563 bei Mathe-
sius Hochzeitpr. 61, 33 Neudr. Jencker m., 1567 bei Junius Nomencl. 531 a Janckermacher.
Dafür schwäb. Jäne f.(1480 jenggen, schweiz. Janken m., 1561 bei Maaler Janchen f. Viel- leicht aus Jacke entstanden.
Jänner, m.(ms, Pl. wie Sg.), aus Januar, mn.(-s, Pl.-e): der erste Monat des Jahres. Im 15. Jh. jenner, jänner, genner, im 18. Jh. Januar, aus lat. Jänudrius ader dem Gott Jdnus heilige Monato. Von Karl d. Gr. wintar- mänöth genannt; sonst heißt er auch vom Froste md. im 14. Jh. hartmände m., noch in Oberhessen Hartmonat. Vgl. Hornung.
jappen, v.: den Mund aufsperren; dann so lechzen, mühsam atmen. Bei Bürger 715 (Bohtz), nd. und md. Form für obd. gaypen (Waldis Esop. 1, 4, 10), mnd. Japen, japyen, 1477 clevisch gapen«gähnen», ndi. gayen«den Mund aufsperren»(s. gaffen).
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Jäscht, m.: Gärschaum, s. Gäscht.
Jasmin, m.(-s, Pl.-e): der Zierstrauch Jasminum fruticans und officinale mit wohl- riechenden Blüten. 1580 bei Sebiz Feldb. 248 der Jaßmin oder Veielrebe, bei Hölty Jesmin, bei Wieland Idris 3, 103 Schasmin(nach franz. Aussprache), im 17. Jh. bei Gryphius und Lauremberg Gelsemin. Aus span. Jasmin, franz. jasmin, ital. gesmino, gelsomino m., von pers.(und dann arab.) ãsuũmin, jãsämän. Be- reits gr. idcun f., iacué&diov n., iccuivov νυροemν cein wohlriechendes persisches Olp.
Jaspis, m.(Gen. Jaspisses, Pl. Jaspisse): verschiedenfarbiger undurchsichtiger zum Quarz gehöriger Halbedelstein. Mhd. Jaspis, im 14. Jh. Jasy m., aus gr.-lat. iaspis f., von hebr. Jâschépheh(schon assyr. a§p).
Jast, m.(-es, ohne Pl.): hitzige Gemüts- aufregung; ungestüme Eile. Oberdeutsch, 1650 bei Moscherosch Phil. 1, 436. Eig. Gärung, wie noch schweiz. elsäss., von ahd. Jjesan «güren»(s. d.). jäten, v.: durch Ausziehen des Unkrautes reinigen. Bei Luther geten, bei Comenius 1640 und Krämer 1678 jäten, mhd. jeken, geten, ahd. jetan, getan; dazu and. gedan, mnd. geden, geiden, clevisch 1477 gheden. Abge- leitet wohl davon ahd. gekto m. Lolch, Un- kraut». Wohl zu awest. jat-«sich rühren, tätig seiny, aind. Jätaté«strebt, bemüht sichs. Die urspr. starke Flexion(Prät. mhd. Jat, Part. ahd. gigeten, mhd. gejeten, noch obersächs. gegäten) ist uhd. in die schwache übergegangen(1696 in Lokmans Fab. 15 Prät. getete). Davon Jäteisen, n.: eisernes Werkzeug zum Jäten, 1482 im Voc. theut. p 4 b jeteysen, mhd. jet-, getisen, ahd. jet-, getisarn, getisan, auch jat- isarn, jatisan n.
Jauche, f.(Pl.-/): durch Faulen er- zeugte, verdorbne Flüssigkeit. 1420 md. ſũche Brühe»(Schröers Vocab. Nr. 1383), bei Luther 6, 306 W. Juchen, 1598 bei Colerus Hausb. 2, 45(F 3) Jauche, 1562 bei Mathesius Sar. 176 b Mistgauchen, im 18. Jh. bei Steinbach, Frisch und Adelung Gauche; dazu mnd. juchef. cBrühe, Sauce», clevisch 1477 juchen, juyche f. Brühe». Aus dem Slavischen entlehnt, poln. Jucha f.«Brühe, Jauche, abg.-russ. jucha f. «ᷣBrühe, Suppe», urverwandt mit apreuß. Juse «leischbrühe», lit. jise f.«Fischsuppe», lat.
ins n., aind. Jãs-«Brühey.
jauchzen, v.: Freudengeschrei erheben. Bei Luther jauchzen, bei Abr. a. S. Clara Jaugetzen, jugelzen, mhd. jüchezen, abgeleitet


